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Beruhigungsmethoden bei Angst und Phobien

Geschrieben von Leonard Schwarz
Junger Mann auf dem Flughafen, der auf sein Flugzeug wartet.

Angst ist ein Gefühl, dass wir alle kennen. Auf der einen Seite kann Angst uns schützen, indem wir mit Gefahren vorsichtig umgehen. Auf der anderen Seite kann eine übertriebene Angst uns lähmen und unser Leben drastisch einschränken.

Formen der Angststörung

Man unterscheidet prinzipiell 2 Formen der Angst-Störung

Diffuse, unspezifische Ängste treten plötzlich auf und haben in der Regel keine speziellen Auslöser. Dazu gehört die generelle Angststörung , bei der es zu verschiedensten, anhaltenden Sorgen und Befürchtungen kommt. Die Betroffenen sind ständig versucht sich rückzuversichern, ob alles in Ordnung oder ob alles gut sei.

Auch die Panikattacken gehören zu den Angststörungen. Sie treten mehrfach, plötzlich und anfallsartig auf, meist ohne Konkreten Auslöser. Es kommt dabei zu intensiven Angst-Symptomen, die die Betroffenen immer wieder für kurze Zeit sehr stark beeinträchtigen.

Bei Phobien wird Angst durch eigentlich ungefährliche Situationen oder Gegenstände ausgelöst. Die Angst-Erlebnisse können dabei bis zur Panik-Attacke zunehmen. Häufig löst schon die Erwartung eines Ereignisses Angst aus. Durch die bereits vorher bestehende Angst kommt es dann häufig zu Vermeidungs-Verhalten.

Die Angst selbst, als auch das Vermeidungs-Verhalten erzeugen bei Betroffenen oft einen großen Leidens-Druck. Die Angst an sich wird von den Erkrankten oft selbst auch als überzogen bewertet, ist aber eben nicht willentlich steuerbar. Phobien können prinzipiell gegen alles Mögliche entwickelt werden, besonders häufig treten soziale Phobien auf.

Dieses ist eine Furcht oder Vermeidung von Situationen, in denen die Person im Zentrum der Aufmerksamkeit steht. Es kommt zu einer Vermeidung von Situationen aufgrund der Befürchtung von kritischer Bewertung durch Andere oder eigener Peinlichkeit. Häufig begründet in geringem Selbstwertgefühl.

Typische Situationen, in denen sich eine soziale Phobie bemerkbar macht, sind beispielsweise Bewerbungsgespräche und Gespräche mit Vorgesetzten, Sprechen vor Publikum, Essen in der Öffentlichkeit. Typisch sind dabei die Ängste zu erröten, sowie die Angst vor Harn- und Stuhl-Drang.

Beruhigungsmethoden

Da wir einer sozialen Auseinandersetzung, meistens nicht entgehen können und dieses unser tägliches Leben immer wieder beeinflusst, sei es bei dem ersten Gespräch mit den Eltern des neuen Partners, bei dem Abendessen mit der Abteilung oder aber beim Besuch einer Sportgruppe, ist es wichtig verschiedene Behandlungsmethoden zu kennen, die man im Bedarffall und am besten auch schon davor anwenden kann.

Ziel der Therapie ist die Verringerung der Angst und des Vermeidungs-Verhaltens. Ein erster wichtiger Schritt ist die sogenannte Psycho-Edukation. Dabei werden die Betroffenen über Ihre Erkrankung und den Umgang damit aufgeklärt und geschult.

In diesen Schritt können auch Angehörige mit einbezogen werden. Das entstehende Verständnis für die Patienten und die Erkrankung at sich als überaus hilfreich erwiesen.

Viele Betroffene profitieren von der Teilnahme an Selbsthilfe-Gruppen und der Anwendung von Beruhigungsmethoden bei Angst. Das gilt auch unabhängig von einer möglich ursächlichen Grund-Erkrankung. Für einen besseren Erfolg müssen die Entspannungs-Verfahren häufig wiederholt und im besten Falle regelmäßig angewandt werden. Dabei steht eine große Auswahl an Beruhigungsmethoden zur Verfügung.

Beruhigungsmethoden im Überblick

Beispielsweise können hier die folgenden Beruhigungsmethoden helfen:

Reduktion von Anspannung durch verschiedene Achtsamkeits-Übungen

wiederholtes, gezieltes An- und Entspannen bestimmter Muskeln und Muskelgruppen

Reduktion von Anspannung durch verschiedene Achtsamkeits-Übungen

spezielle Form der Selbst-Hypnose mit längerer Wiederholung bestimmter Vorstellungen wie zum Beispiel „Der Körper wird ganz schwer und ruhig.“ Mithilfe von sogenannter Auto-Suggestion.

Zu den Kräutern mit beruhigender Wirkung zählen beispielsweise Lavendel, Melisse, Johanniskraut, Baldrian, Hopfen und Passionsblume. (Die Anwendung von (Heil-) Kräutern und/ oder Nahrungs-Ergänzungs-Mitteln kann schwerwiegende Nebenwirkungen zur Folge haben und sollte daher unbedingt mit einem Arzt besprochen werden.)

Achtsamkeits-Übungen in Form von gehaltenen Bewegungen oder speziellen Bewegungs-Abfolgen, verbunden mit diversen, bewussten Atem-Techniken

verschiedene Vorgänge im Körper wie beispielsweise der Herzschlag werden akustisch hörbar oder optisch sichtbar gemacht und können so bewusst wahrgenommen werden. So können Effekte versuchter Entspannung und Konzentration bewusster erlebt werden und ein gewisser Training-Effekt kann erzielt werden.

Zustand künstlich erzeugten partiellen Schlafs in Verbindung mit einem veränderten Bewusstseinszustand durch unterschiedliche Formen von Suggestion (Beeinflussung von Vorstellungen oder Gedanken durch eine Art häufig wiederholtes Einreden (durch sich selbst (Auto-Suggestion) oder andere (Fremd-Suggestion)

vor allem in Form von Ausdauer-Sport

können ebenfalls unter Zusatz von beruhigenden Kräutern

Übungen für Bewusstsein und Bewusstseins-Zustände

Letzte Änderung: 28. Oktober 2022

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