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Brustschmerzen während der Wechseljahre: Mastodynie?

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Geschrieben von
Jessica Papic (Ärztin)

Ist eine Mastodynie in den Wechseljahren möglich?

Unter der Bezeichnung Wechseljahre versteht man den Übergang zwischen fruchtbarem Lebensalter und Menopause, also jenem Lebensabschnitt, in dem eine Frau keine Kinder mehr bekommen kann.

Schon zu Beginn der Wechseljahre kommt es zu Veränderungen im Bereich des weiblichen Hormonhaushalts. Haben die Wechseljahre erst einmal eingesetzt, so kommt es vor allem zu einem raschen Abfall des Östrogenspiegels. Da Östrogen der Hauptverursacher von Brustschmerzen ist, kommt es bei Frauen, bei denen die Wechseljahre bereits eingesetzt haben, in der Regel nicht mehr zum Auftreten von Brustschmerzen während der Wechseljahre.

Der sinkende Östrogenspiegel kann jedoch dazu führen, dass andere Beschwerden in Erscheinung treten:

Zu den für die Wechseljahre typischen Symptomen zählen zum Beispiel Hitzewallungen und eine gesteigerte Reizbarkeit.

Hinweis

Betroffene Frauen können sich mit Hile von künstlichen Hormonen Abhilfe schaffen. Eine der wichtigsten Nebenwirkungen dieser Hormonpräparate ist jedoch die Entstehung von Brustschmerzen.

Im Zusammenhang mit einer Hormonersatztherapie kann es also auch in den Wechseljahren zu Brustschmerzen kommen.

Eine Mastodynie muss jedoch nicht zwangsweise mit den hormonellen Anpassungen im Verlauf des Zyklus in Zusammenhang stehen. Es existieren darüber hinaus einige Veränderungen im Bereich des Brustgewebes, die nicht hormonbedingt sind und bei den betroffnen Frauen eine Mastodynie hervorrufen können.

Hinweis

Bei Schmerzen ohne Hormbezug spricht man aber eigentlich nicht von einer Mastodynie. Bei Brustschmerzen, die in keinem Zusammenhang mit dem weiblichen Hormonhaushalt und dem Hormon Östrogen stehen, spricht man von einer sogenannten Mastalgie.

Eine Mastalgie kann sowohl bei Frauen als auch bei Männern in Erscheinung treten.

Ursachen

Nicht-hormonbedingten Schmerzen in der Brust

Die Ursachen für das Auftreten von nicht-hormonbedingten Schmerzen in der Brust können vielfältig sein.

Unter dem Begriff Zyste versteht man einen Hohlraum, der sich innerhalb des Gewebes gebildet hat. Eine Zyste ist dabei typischerweise von einem epithelialen Häutchen ausgekleidet und mit Flüssigkeit gefüllt. Bei einem Hohlraum im Gewebe, der nicht von einem solchen Häutchen umgeben ist, handelt es sich hingegen um eine sogenannte Pseudozyste.

Die Größe einer Zyste kann, in Abhängigkeit verschiedener Faktoren, sehr unterschiedlich sein. Wichtig ist jedoch, dass eine jede Zyste, im Zuge ihres Wachstums irgendwann damit beginnt, das umliegende Gewebe zu verdrängen. Bei den Betroffenen führt diese Gewebeverdrängung oftmals zur Entstehung von Schmerzen. Bei einer Zyste, die innerhalb des Brustgewebes lokalisiert ist, kommt es dabei zu Brustschmerzen.

Bei Zysten handelt es sich in der Mehrzahl der Fälle um gutartige Gebilde. Das hat zur Folge, dass eine Behandlung nur dann notwendig ist, wenn der Patienten an Beschwerden leidet.

Zysten können im Grunde bei jedem Menschen in Erscheinung treten. Bei Zysten, die sich im Bereich der Brüste ausbilden liegt das Manifestationsalter jedoch ungefähr zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr.

Kommt es innerhalb des Brustgewebes zur Ausbildung eines prall- elastischen Knotens, so kann es sich dabei um einen gutartigen Weichteiltumor handeln. Gutartige Tumore der Brust sind in der Regel unmitelbar unter der Haut lokalisiert und führen bei den betroffenen Frauen nicht zwangsläufig zur Ausbildung von Beschwerden.

Es kann jedoch passieren, dass sich ein solcher Weichteiltumor zufällig genau an einer Stelle bildet, an der auch ein Nerv verläuft. In diesen Fällen kommt es unter Umständen zu einer Reizung von Nervenfasern, die wiederum Brustschmerzen zur Folge haben kann.

Bei einem Tumor in der Brust (Brustkrebs ) handelt es sich um eine bösartige Gewebewucherung. In Abhängigkeit davon, von welchen Zellen der Tumor ausgeht, gibt es verschiedene Formen des Brustkrebs. Tumorzellen, die sich in der Brust bilden, gehen in den meisten Fällen von dem Gewebe der Milchgänge aus. Von den einzelnen Drüsenläppchen ausgehende Gewebewucherungen sind vergleichsweise selten.

Ein großes Problem beim Brustkrebs ist der Umstand, dass er über einen langen Zeitraum keine Beschwerden verursacht. Frauen, die an Brustkrebs leiden, verspüren zumeist erst wenn dieser weit fortgeschritten ist, Schmerzen.

Bei einigen Sonderformen des Brusttumors kann es auch dazu kommen, dass milchiges oder gar blutiges Sekret aus den Brustwarzen austritt. Brustkrebs stellt die mit Abstand häufigsten gynäkologische Krebserkrankung dar.

Brustschmerzen können darüber hinaus auch vollkommen banale Ursachen haben. So kommt es bei Frauen, die enge und luftundurchlässige Kleidung tragen, nicht selten zu Irritationen der Brüste und Brustwarzen. Vor allem beim Sport wird durch die mitunter rauen Textilienfasern Reibung auf die Haut ausgeübt.

Brsutwarzenreizungen sind besonders häufig und bedürfen keiner speziellen ärztlichen Behandlung. Die betroffenen Frauen können sich mit Hilfe von Kühlpads Abhilfe schaffen und möglicherweise bestehende Schmerzen lindern.

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