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Karies bei Kindern: Sind Milchzähne gefährlich?

Karies ist die häufigste chronische Erkrankung von Kindern und nimmt selbst bei Kleinkindern ständig zu. Kinder sind anfällig für Karies, sobald die ersten Zähne erscheinen.

Achtung

Karies in der frühen Kindheit ist mit Schmerzen und Zahnverlust sowie mit Wachstumsstörungen, verminderter Gewichtszunahme verbunden. Häufig hat Karies eine negative Auswirkungen auf die Lebensqualität.

Reparaturen oder Extraktionen kariöser Zähne können für kleine Kinder traumatische Erfahrungen sein und gelegentlich zu ernsthaften Komplikationen führen. Wenn Karies Kinder betrifft, können die betroffenen Milchzähne vorsorglich beim Zahnarzt gezogen werden, um die Ausbreitung des Karies zu verhindern. Es kann aber auch durchaus Sinn machen, einen kariösen Milchzahn vom Zahnarzt füllen zu lassen.

Das ist vor allem dann der Fall, wenn es noch einige Jahre bis zum Zahnwechsel dauert. Denn die Milchzähne haben einen entscheidenden Einfluss darauf, wie sich die bleibenden Zähne am Ende im Gebiss anordnen. Sie dienen demnach auch als Platzhalter.

Karies bei Kleinkindern

Schon bei Kleinkindern, die noch ein Milchgebiss haben, können kariöse Defekte weitreichende Folgen haben.

Wissenswert

Im Schnitt leidet jeder zehnte Kind im alter von ein bis drei Jahren an frühkindlicher Karies oder Karies des Milchgebiss.

Die Hauptursache dafür sind zuckerhaltige Getränke, die den Kindern in Nuckelflaschen angeboten werden. Während des Nuckelnd werden die Zahnoberflächen stetig und besonders intensiv mir der ungesunden Flüssigkeit umspült. Das schädigt die Zahnsubstanz und führt im Laufe der Zeit zu kariösen Defekten, die sich typischerweise gleich mehrere Zähnen betreffen.

Schon in diesem jungen Alter und obwohl es sich bei den betroffenen Zähnen noch im Milchzähne handelt, kann eine Karies Schmerzen verursachen. Bei einer massiven Zerstörung eines Zahnes kann es zudem zu der Bildung von Abszessen und einer systemischen Reaktion mit Fieber kommen. Kariöse Defekte im Milchgebiss steigern darüber hinaus das Risiko im Bereich der bleibenden Zähne Karies zu entwickeln.

Außerdem kann es bei den betroffenen Kindern zu kieferorthopädischen Problemen, etwa wenn ein Milchzahn auf Grund einer immensen Karies zu früh den Kiefer verlässt weil es zum Beispiel gezogen werden muss, kommen. Sie dienen nämlich als Platzhalter für die nachfolgenden bleibenden Zähne.

Auch das Essen und/oder Sprechen kann durch die kariösen Defekte im Milchgebiss eines Kleinkindes in Mitleidenschaft gezogen werden.

Karies bei Schulkindern, Jugendlichen und Erwachsenen

Bei Schulkindern, Jugendlichen und Erwachsenen kann eine Karies ebenfalls zu deutlichen Komplikationen führen. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist immer dann besonders hoch, wenn die beeinträchtigten Bereiche nicht frühzeitig therapiert werden.

In diesen Fällen breitet sich der kariöse Defekt immer weiter ins Innere des betroffenen Zähne aus. Je weiter die Karies voran schreitet, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Nervenfasern des Zahnes nachhaltig geschädigt werden.

Sobald die bakteriellen Erreger die Pulpahöhle eröffnet haben, entwickeln die Patienten in der Regel sehr starke Schmerzen. Eine besonders tiefe Zahnkaries kann im Verlauf zu einer sogenannten Wurzelentzündung, die eine Wurzelbehandlung notwendig macht, führen.

Wenn auch in diesem Stadium keine adäquate Therapie eingeleitet wird, dann verläuft die Zahnwurzelbehandlung fortschreitend. Bei den betroffenen Personen kann sich im Bereich der Pulpa mitunter ein Abszess bilden. Diese ummantelten eitergefüllten Hohlräume sorgen in der Regel für zunehmende Schmerzen.

In ungünstigen Fällen schreiten die entzündlichen Prozesse bis auf den Kieferknochen fort. Von dort aus können sie auch auf das umliegende Gewebe übergehen. In einem solchen Fall schwillt die Wange typischerweise deutlich an.

Außerdem geht im Zuge einer Karies (Zahnfäule) und deren Behandlung gesunde Zahnsubstanz verloren. Wenn nicht mehr ausreichend davon übrig bleibt, kann der Zahn sehr instabil werden und brechen. In diesen Fällen kann es notwendig sein, den betroffenen Zahn zu entfernen.

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