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Wie entsteht Karies am Zahn und was ist Karies?

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Geschrieben von
Jessica Papic (Ärztin)

Karies stellt die häufigste Zahnerkrankung weltweit dar. Nahezu jeder Mensch leidet mindestens einmal innerhalb seines Lebens an einer Karies. Dieser entsteht aus Zahnbelag und in fast allen Fällen folgt auf Karies auch die Entstehung von einem sichtbaren Loch im Zahn.

Gibt es Unterschiede zwischen Karies im Kindes- und im Erwachsenenalter?

Grundsätzlich kann es an jedem Zahn und an jeder Stelle von dessen Oberfläche zur Entstehung eines kariösen Defekts kommen. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob es sich um einen Milchzahn oder einen der bleibenden Zähne handelt.

Karies nach Altersklassen

Tatsächlich lässt sich jedoch beobachten, dass im Verlauf der Alterns verschiedene Bereiche der Zähne vornehmlich von kariösen Defekten betroffen sind.

Wenn eine Karies bei kleinen Kindern in Erscheinung tritt, so ist diese in den meisten Fällen an einem Schneidezahn lokalisiert. Zumeist bildet sie sich unmittelbar am Zahnfleischrand und breitet sich von dort ausgehend bis zur Kante des betroffenen Zahnes aus. Diese spezielle Form der kariösen Defekte, die bei Säuglingen und kleinen Kindern auftritt, wird auch als sogenannte Nuckelflaschenkaries bezeichnet. Sie entsteht vor allem durch ungesunde Ernährung beziehungsweise die stetige Zufuhr zuckerhaltiger Flüssigkeiten mit der Flasche.

Da Karies demnach auch in besonders jungen Jahren eine Rolle spielt, empfhiehlt die Gesellschaft für Zahn Mund Gesundheit, dass die Zähne von Kleinkindern mindestens zweimal am Tag gereinigt werden sollten. Dabei kann es hilfreich sein, einmal pro Woche die Zähne mit spezieller fluoridhaltiger Zahnpasta zu putzen.

Bei Schulkindern und Jugendlichen lassen sich oftmals kariöse Defekt in den meisten Fällen unmittelbar auf den Kauflächen der Zähne nachweisen.

Bei jungen Erwachsenen hingegen kommt es in der Mehrzahl der Fälle zur Entstehung kariöser Stellen in den sogenannten Zahnzwischenräumen, also in den Bereichen, an denen zwei benachbarte Zähne aufeinander treffen. Auch bei dieser Form der Karies ist eine mangelhafte Mundhygiene, bei der sich Plaque in den Zahnzwischenräumen ansammelt, die direkte Ursache.

Anders als bei kariösen Defekten des Kindesalters, muss das Zähneputzen bei Erwachsenen täglich durch eine umsichtige Zahnzwischenraumhygiene ergänzt werden. Denn eben in diesen Bereichen lagert sich Zahnbelag besonders häufig ab.

Zu diesem Zwecke kommen zum Beispiel Zahnseide und/oder Interdentalraumbürstchen zum Einsatz. Da die benachbarten Zähne in der Regel sehr eng nebeneinander sitzen, ist das die einzige Möglichkeit die Interdentalräume adäquat und ordentlich vom Zahnbelag zu reinigen. Es ist mittlerweise wissenschaftlich nachgewiesen, dass die ordentliche Pflege der Zahnzwischenräume (mindestens einmal am Tag) dafür sorgt, dass deutlich seltener Karies entsteht.

Bei erwachsenen Menschen muss zudem unterschieden werden, wie tief die Karies in den Zahn eindringt. In einigen Fällen zeigt sich z B nur der Zahnschmelz (Dentin) betroffen. Man spricht dann von einer sogenannten Dentinkaries. Bei anderen kariösen Defekten hingegen kann mitunter eine immense Eindringtiefe fast bis zur Pulpa beobachtet werden .

Wenn es bei Menschen im fortgeschrittenen Lebensalter, also bei Personen, die das 60. Lebensjahr erreicht haben, in Erscheinung tritt, so sind dann vor allem die Zahnhälse betroffen. Grund dafür ist die Tatsache, dass sich das Zahnfleisch im Bereich der Zahnhälse im Zuge des Alterns häufig zurück bildet. Es kommt zu sogenannten freiliegenden Zahnhälsen, die für die Entstehung kariöser Defekte besonders anfällig sind.

Die direkte Ursache für die Entstehung der Karies ist eine ungesunde Ernährung mit großen Mengen an Zucker. Da die Kauflächen nicht plan sind, sondern mitunter dünne Furchen, sogenannte Fissuren, aufweisen, können sich Speisereste und bakterielle Erreger an diesen Stellen besonders einfach ansiedeln. Die Folge ist die Bildung einer Karies.

Dieser speziellen Form der Karies kann man Vorbeugen in dem man die Fissuren der Backenzähne beim Zahnarzt versiegeln lässt, das bedeutet, dass man die eben genannten Furchen mit einem Kunststoff auffüllt. In diesem Zusammenhang spricht man von einer sogenannten Fissurenversiegelung. Auch die regelmäßige Verwendung von spezieller Zahncreme mit Fluorid kann dabei helfen derartige kariöse Defekte zu verhindern.

Entstehung von Karies

Innerhalb der Mundhöhle des Menschen lassen sich eine Vielzahl verschiedener bakterieller Erreger nachweisen (mehr als 500 verschiedene Arten). In den meisten Fällen handelt es sich dabei um vollkommen ungefährliche Bakterien. Andere hingegen sind an der Entstehung von Karies maßgeblich beteiligt.

Der dabei am häufigsten vorkommende Erreger ist das Streptococcus mutans. Streptococcus mutans befindet sich bei den meisten Menschen millionenfach in der Mundhöhle. Dort ist es dazu in der Lage klumpige Haufen zu bilden und anderen Bakterien den Weg zu ebnen.

Streptococcus mutans zählt , wie man dem Namen bereits entnehmen kann, zu den Streptokokken. Streptokokken wiederum sind eine Familie von bakteriellen Erregern, die eine runde Form aufweisen. Ein Teil der Streptokokken lebt mit dem Menschen in ständiger Symbiose, finden sich zum Beispiel im Inneren des Darms und auf der Hautoberfläche. Es gibt aber auch Vertreter dieser Bakterien- Familie, die beim Menschen schwere Erkrankungen hervorrufen können.

Zu den dabei am häufigsten durch eine Infektion mit Streptokokken hervorgerufenen Krankheiten zählen Scharlach , Mandel- und Hirnhautentzündungen. Die mit Abstand häufigste Erkrankung, die mit Streptokokken in direktem Zusammenhang steht, ist jedoch die Karies .

Sowohl Streptococcus mutans als auch die übrigen in der Mundhöhle persistierenden kariesbildenden bakteriellen Erreger ernähren sich von Zucker. Genauer gesagt von dem Zucker, das bei Menschen täglich bei der Ernährung als Speisereste an den Zähnen „kleben“ bleibt. Um die einzelnen Zuckermoleküle verwenden zu können, müssen die Bakterien sie verstoffwechseln und bei eben diesen Stoffwechselvorgängen wird Milchsäure gebildet.

Diese Säure kann die Zahnoberfläche, also das Dentin, angreifen und dem gesamten Zahn sowohl Phosphat als auch Kalzium entziehen. Der Zahnschmelz (Dentin) wird auf diese Weise entkalkt. Sobald die äußere Barriere eines Zahnes zerstört ist, sind bakterielle Erreger dazu in der Lage bis in die tieferen Schichten des Zahns einzudringen. In Folge dessen entsteht häufig Karies an den Zähnen.

Wissenswert

Obwohl es sich bei den Erregern, die für die Entstehung von kariösen Defekten verantwortlich sind, um Bakterien handelt, konnte bis heute noch kein Medikament gefunden werden, was die Bakterien aufhält.

Antibiotika sind in diesem Fall ungeeignet, da sie nicht zwischen krankmachenden und nicht-krankmachenden bakteriellen Erregern unterscheiden können und deshalb auch die normale Flora zerstören. Dies wiederum kann weitreichende Folgen haben.

Wie beuge ich Karies vor?

Hinweis

Lediglich eine adäquate Mundhygiene, die das mindestens zweimalige Zähneputzen am Tag erfasst, kann den Bakteriel Einhalt gebieten. Dabei ist es zudem besonders wichtig, die Zahnzwischenräume mit sogenannten Interdentalraumbürsten (Zahnzwischenraumbürsten) zu reinigen.

Zudem kann schon die Umstellung der Ernährung auf weniger süße Speisen dabei helfen das Kariesrisiko effektiv zu senken. Menschen, die wenig Zucker zu sich nehmen, entwickeln nachweißlich deutlich seltener Karies an den Zähnen.

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