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Hormonspirale

Kurzgesagt
  • sehr effektive, langfristige Verhütungsmethode
  • auch geeignet bei starken Menstruationsbeschwerden
  • Wirkung hauptsächlich über Verdünnung der Gebärmutterschleimhaut und Verdichten des Schleims am Gebärmutterhals
  • Einlage über Frauenarzt und Wechsel erst nach 5-6 Jahren erforderlich
  • Nicht für alle Frauen geeignet (insb. nicht geeignet für Frauen mit Brustkrebs, Lebererkrankungen und nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall

Die Hormonspirale ist eine der beliebtesten und effektivsten Möglichkeit zur Verhütung.

Die Hormonspirale ist ein T-förmiger Kunststoffkörper, der vom Gynäkologen in die Gebärmutter eingesetzt wird und dort ein Hormon (Levonorgestrel) abgibt durch das eine Schwangerschaft verhindert wird. Die T-Form wurde gewählt, damit sich die Spirale an die Form der Gebärmutter optimal anpasst. Im Gegensatz zu anderen hormonellen Verhütungsmethoden, werden die Hormone hauptsächlich lokal abgegeben, wodurch hormonbedingte Nebenwirkungen seltener sind.

Warum wird eine Hormonspirale eingesetzt?

Die Hormonspirale gehört zu den effektivsten Verhütungsmethoden, mit einer Versagensrate von unter einem Prozent pro Jahr und gehört damit zu den beliebtesten Verhütungsmethoden überhaupt.

Ein weiterer Vorteil der Hormonspirale ist, dass diese, wenn sie einmal durch den Gynäkologen eingesetzt wurde, für 5 bis 7 Jahre in der Gebärmutter verbleibt. Es müssen nicht tägliche Pillen genommen werden, wie bei der Anti-Baby-Pille, sondern ein einmaliger Besuch beim Gynäkologen reicht aus. An der Spirale ist ein kleiner Faden angebracht, mit dem der Sitz kontrolliert werden kann.

Der weibliche Zyklus wird über Hormone streng reguliert. Hormone sind Botenstoffe, mit denen der Körper sich selber regulieren kann. Mit der Hormonspirale wird in diese Regulation eingegriffen.

Sollte sich im Hinblick auf einen möglichen Kinderwunsch die Meinung der Anwenderinnen verändern, kann die Hormonspirale einfach durch den Gynäkologen entfernt werden. Und eine Schwangerschaft kann zeitnah realisiert werden, sodass hier keine langfristige Einschränkung vorhanden ist. Viele alternative hormonelle Verhütungsmethoden verwenden Östrogen, sodass die Hormonspirale als abgebendes Gestagen auch für Frauen geeignet ist, die Probleme in der Anwendung von Östrogen haben. Außerdem kann eine Hormonspirale möglicherweise das Risiko für Gebärmutterkrebs reduzieren.

Wie wirkt die Hormonspirale?

Bei der Hormonspirale wird ein Hormon, Levogestral, in die Gebärmutter kontinuierlich abgegeben. Dieses Hormon verdickt den Schleim am Gebärmutterhals, dem Eingang zur Gebärmutter, was dazu führt, dass eindringende Spermien der Durchgang zur Eizelle erschwert wird. Auch wirkt sich das Hormon auf die Funktionalität der Spermien aus. Unter Einfluss des Hormons sind diese weniger fähig, die Eizelle zu befruchten. Außerdem führt das Hormon zu einer Verdünnung der Gebärmutterschleimhaut. Die befruchtete Eizelle kann sich somit nicht in der Gebärmutter einnisten, was für eine Schwangerschaft erforderlich wäre.

Außerdem kann es bei einem Anteil der Frauen, nicht bei allen, zu einer Unterdrückung des Eisprungs kommen, was zusätzlich die Einleitung einer Schwangerschaft verhindern würde. Die Kombination dieser Mechanismen macht die Hormonspirale zu einer sehr effektiven Verhütungsmethode.

Wird die Hormonspirale nur zur Verhütung verwendet?

Die Hormonspirale wird auch aus anderen Gründen verwendet. Durch die Verdünnung der Gebärmutterschleimhaut fällt die Menstruation deutlich geringer aus. Die Menstruation ist im Endeffekt eine Loslösung der Gebärmutterschleimhaut. Ist diese nun dünner, kommt es zu einer starken Reduktion der Periode. Bei etwa 20% tritt keine Periode mehr auf.

Dies führt in der Folge dazu, dass starke Menstruationsschmerzen unter Einfluss der Hormonspirale geringer werden bis ausfallen. Daher ist die Hormonspirale auch sehr beliebt im Einsatz bei Frauen, die unter starken Schmerzen bei ihrer Periode leiden. Auch Frauen die an einer sogenannten Endometriose leiden verwenden die Hormonspirale gerne.

Ist die Hormonspirale für alle Frauen geeignet?

Auch wenn die Hormonspirale als sehr effektive Verhütungsmethode bei Frauen sehr beliebt ist, eignet sie sich nicht für jede Frau. Der Einsatz sollte immer im Einzelfall mit einem erfahrenen Frauenarzt abgesprochen werden, jedoch sollte bei den unten genannten Vorerkrankungen eher auf andere Verhütungsmittel zurückgegriffen werden.

Welche Risiken sollte man kennen?

Risiken können einerseits durch die abgegebenen Hormone oder durch die Einlage entstehen.

Hormonbedingte Nebenwirkungen

Hormonbedingte Nebenwirkungen sind insgesamt deutlich seltener als bei Medikamenten wie der Pille. Das liegt daran, dass die Hormone vor allem an der Stelle im weiblichen Geschlechtsorgan wirken und nicht in großen Mengen vom Blut aufgenommen werden. Dadurch sind die Beeinflussungen durch die Hormone im gesamten Körper relativ gering. Nichtsdestotrotz können in seltenen Fällen durch die Hormone auch Wirkungen im ganzen Körper entstehen. Dazu gehört ein Spannungsgefühl in der Brust, ein Verlust des Libidos, Launenhaftigkeit, Schlafprobleme, Ratlosigkeit, eine erhöhte Brustkrebsgefahr, ein erhöhter Juckreiz , Übelkeit und Kopfschmerzen .

Achtung

Die Hormonspirale ist nur eine effektive Verhütungsmethode. Sexuell-übertragbare Erkrankungen, wie HIV, HPV, Chlamydien , Gonorrhö und Syphilis können damit nicht verhindert werden.

Komplikationen durch Einlage der Hormonspirale

Verletzung der Gebärmutter

Durch die Einlage der Hormonspirale kann die Gebärmutter verletzt werden. Dieses Risiko ist insbesondere kurz nach der Geburt und bei stillenden Frauen erhöht. Eine Verletzung der Gebärmutter kann sehr schmerzhaft sein und zu starken Unterleibsschmerzen und Krämpfen führen.

Es kann zu ungewöhnlich starken Blutungen kommen. Diese können mit Übelkeit und Erbrechen verbunden sein und es könnte sogar ein Gefühl der Schwäche und Benommenheit auftreten.

Infektion

Insbesondere kurz nach der Einlage der Hormonspirale besteht ein erhöhtes Risiko für Infektionen. Dieses Risiko ist insbesondere stark erhöht bei Frauen mit sexuell übertragbaren Krankheiten wie Chlamydien .

Wissenswert

Lange gab es Gerüchte, dass durch die Hormonspirale das Risiko für eine gefährliche Eileiterschwangerschaft erhöht ist. Da die Hormonspirale eine sehr effektive Verhütungsmethode ist, ist das Risiko prinzipiell geringer als bei Frauen, die keine Verhütung verwenden oder eine Verhütung verwenden, die nicht so effektiv ist wie die Hormonspirale.

Da die Wirkung der Hormonspirale aber darin besteht, die Gebärmutter zu verdünnen, was ein Einnisten in der Gebärmutter nahezu unmöglich macht, sollte bei Patientinnen, bei denen eine Schwangerschaft auftritt, unter Hormonspirale sofort eine Eileiterschwangerschaft ausgeschlossen werden.

Wie bereite ich mich auf den Eingriff vor?

Nachdem man sich ausführlich mit dem Frauenarzt beraten hat und die gemeinsame Entscheidung für eine Hormonspirale getroffen wurde, gibt es noch einige Punkte, die man vorbereiten sollte.

  • Termin: Es bietet sich an, den Eingriff während der letzten Tage der Menstruationsperiode zu wählen. Normalerweise ist zu diesem Zeitpunkt der Gebärmutterhals am weitesten, was die Einlage der Spirale vereinfachen kann.
  • Schwangerschaft sollte ausgeschlossen werden.
  • Kosten: Die Kosten sollten vorab geprüft werden. Die Spirale kostet in etwa 450€ und die Kosten werden in Deutschland nur bis zum 22. Lebensjahr von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen, sofern ein Rezept vorliegt. Bei älteren Frauen oder privat-versicherten Frauen müssen die Kosten selbst getragen werden.
  • Besprechen der Medikamente mit dem Frauenarzt. Insbesondere Medikamente, die das Blutungsrisiko erhöhen (z.B. Heparin oder Aspirin )
  • Vor der Einlage sollte der Frauenarzt eine ausführliche gynäkologische Untersuchung durchführen. Hier muss überprüft werden, ob es irgendwelche Hindernisse beim Platzieren der Hormonspirale geben kann.
  • Es empfiehlt sich, vor Einlage der Hormonspirale einen Test auf sexuell übertragbare Infektionen durchzuführen, da sich diese durch die Einlage verschlechtern können.
  • es kann zu starken Schmerzen nach dem Eingriff kommen, sodass man mit dem Arzt über mögliche Schmerzmittel vorab sprechen sollte und man sich diese schon für zu Hause besorgen könnte.
  • Begleitperson: Für viele Frauen ist es angenehmer, wenn eine vertraute Person dabei ist. Dies ist auch hilfreich für den Nachhauseweg, da der Eingriff häufig mit starken Schmerzen verbunden sein kann.

Was erwartet dich?

Wie läuft die Einlage der Hormonspirale ab?

Nach einem Vorgespräch wird die Patientin gebeten, sich zu entkleiden und auf dem gynäkologischen Stuhl Platz zu nehmen. Meistens ist das Entkleiden nur unterhalb der Hüfte für den Eingriff erforderlich. Im nächsten Schritt folgt eine ausführliche Desinfektion der Vagina. Ein Spekulum, wie bei üblichen frauenärztlichen Untersuchungen, wird in die Vagina eingeführt und diese leicht auseinandergezogen, um die optimale Sicht auf die Gebärmutter zu haben. Mit einem Sondenstab, der durch den Gebärmutterhals in die Gebärmutter eingeführt wird, kann nun die Länge der Gebärmutter gemessen werden, um die Spirale optimal zu platzieren. In einem sogenannten Applikatorrohr befindet sich die Hormonspirale. Die Arme des T's (Form der Spirale) werden nach oben hochgeklappt. Das Rohr wird über die Scheide durch den Gebärmutterhals in die Gebärmutter geführt. Nach Erreichen der optimalen Position, wird der Applikator entfernt und die Spirale verbleibt in der Gebärmutter.

Hinweis

Im Anschluss wird die korrekte Lage noch über eine Ultraschalluntersuchung überprüft.

Wie geht es danach weiter?

Leichte Schmerzen oder auch Krämpfe sind nach der Einlage der Hormonspirale völlig normal. Diese können für einige Stunden und in manchen Fällen sogar Tage anhalten. Daher sollte ausreichend Erholungszeit für den Eingriff eingeplant werden. Der Frauenarzt wird zeigen, wie man mit Hilfe der Fäden überprüfen kann, ob die Spirale richtig sitzt. Dies sollte regelmäßig, zum Beispiel einmal im Monat nach der Periode, durchgeführt werden. Auch wenn die Hormonspirale sofort nach der Einlage wirksam ist, sollte noch für circa eine Woche bis zehn Tage eine weitere Verhütung durchgeführt werden, um sicher zu sein. Eine Nachsorgeuntersuchung wird abhängig vom individuellen Risiko und der Routine des Frauenarztes in der Regel vier bis sechs Wochen nach dem Eingriff durchgeführt.

Spirale entfernen

Die Hormonspirale kann durch einen Frauenarzt entfernt werden. Mit Hilfe eines Spekulums, dass (wie bei einer normalen frauenärztlichen Untersuchung) in die Vagina eingeführt wird und diese leicht spreizt, kann der Muttermund gut darstellt werden.

Mit einer kleinen Zange kann der Faden der Spirale ergriffen werden und der Frauenarzt/die Frauenärztin, kann an diesem Faden leicht ziehen. Die Arme des Ts (Form der Spirale) klappen zusammen und die Spirale lässt sich leicht aus der Gebärmutter über den Gebärmutterhals und die Scheide nach draußen ziehen.

Leichte Schmerzen oder Blutungen können auftreten. Eine Entfernung wird zum Wechsel (nach 5-7 Jahren) oder wenn ein Kinderwunsch besteht durchgeführt.

Begriffe

Brustkrebs

Brustkrebs (Mammakarzinom) ist eine Krankheit, bei der die Zellen in der Brust unkontrollierbar wachsen. Das erste Anzeichen von Brustkrebs ist oft ein Knoten in der Brust oder eine auffällige Mammographie.
Bei dem im Alltagsgebrauch verwendeten Begriff Chlamydien Infektion, handelt es sich um eine Infektion mit dem Bakterium Chlamydia trachomatis, das vor allem die Geschlechts- und Harnorgane befällt.
Eine Eileiterschwangerschaft bezeichnet Schwangerschaften, die sich außerhalb der Gebärmutter eingenistet hat. Der häufigste Einnistungsort ist dabei der Eileiter, da dort im Rahmen durch stattgehabte Operationen oder Infektionen, vor allem mit Chlamydien, Verwachsungen entstehen, die die befruchtete Eizelle nicht passieren kann.
Endometriose Leitfaden: Symptome, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten. Erhalte Rat von Ärzten & Experten.
Der Gebärmutterhalskrebs ist das weltweit zweithäufigste Krebsleiden der Frau, nach dem Brustkrebs. Die Prognose bei der Diagnose Gebärmutterhalskrebs hängt stark vom entsprechenden Stadium der Erkrankung ab, und kann nur durch den behandelnden Gynäkologen / Onkologen souverän beantwortet werden.
Unter Gebärmutterkrebs versteht man eine bösartige Gewebsucherung der Epithelzellen in der Gebärmutter (Uterus). Jede Blutung nach dem Eintritt in die Wechseljahre sollte als verdächtig gewertet werden und deshalb zur Abklärung durch einen Facharzt führen.
Juckreiz ist ein unangenehmes Gefühl der Haut, das den Drang zum Kratzen hervorruft. Er ist ein charakteristisches Merkmal vieler Hautkrankheiten und ein Anzeichen für einige systemische Krankheiten.
Bei einem Schlaganfall handelt es sich eine Durchblutungsstörung im Gehirn, die eine Reihe an Ausfällen bestimmter Hirnfunktionen zur Folge hat.
Die Syphilis - auch Lues genannt - gehört zu einer Gruppe der weltweit mehr als 30 Geschlechtskrankheiten (STI, S = sexually T = transmitted I = infections; sexuell übertragbare Infektionen).
Wenn ein Mensch, unter Übelkeit (Nausea) und Erbrechen (Emesis) leidet, verspürt er in der Regel ein flaues Gefühl im Bereich des oberen Verdauungstrakts.
Unter dem Begriff „Unterleibsschmerzen“ versteht man eine Schmerzempfindung, die im Bauch, unterhalb des Bauchnabeln lokalisiert ist. Der Unterbauch wird seitlich durch die Hüftknochen und nach oben hin vom Bauchnabel begrenzt.

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