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HIV in der Schwangerschaft

Profilbild von Jessica Papic Geschrieben von Jessica Papic
3D Darstellung eines Virusinfizierten menschlichen Fötus.

Lange Zeit war es für Menschen, die sich mit dem HI-Virus infiziert haben, nicht möglich, sich einen bestehenden Kinderwunsch zu erfüllen. Grund dafür war die potenzielle Ansteckung des Partners beim ungeschützten Geschlechtsverkehr und die Angst, das Ungeborene infizieren zu können.

Aufgrund der modernen Behandlungsoptionen können sich Infizierte mittlerweile sogar ihren Kinderwunsch erfüllen, ohne sich sorgen zu müssen. Die Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die Arzneimittel zuverlässig eingenommen werden und dadurch die Viruslast unterhalb der Nachweisgrenze liegt.

Wenn die werdende Mutter jedoch ansteckend ist, also wenn die Viruslast zu hoch ist, besteht eine Wahrscheinlichkeit von 7 Prozent, dass sie das Ungeborene in der Gebärmutter infiziert.

Kurz vor oder während der Geburt steigt das Risiko der Übertragung auf schätzungsweise 18 Prozent an. Darüber hinaus birgt auch das Stillen ein gewisses Risiko, den HI-Virus an das Kind weiterzugeben. Dies geschieht mit einer Wahrscheinlichkeit von ungefähr 15 Prozent.

Wie genau die Übertragung des Virus von der Mutter zum Kind vonstatten geht, ist bis heute nicht abschließend geklärt. Man geht jedoch von drei besonders wichtigen Infektionswegen aus.

Zu diesen Infektionswegen zählen:

  • Hämatogene Infektion über die Plazenta
  • Infektionen durch Kontakt zwischen mütterlichem Blut oder Sekret aus der Scheide wie ruptur der Eihäute (Blasensprung) oder im Geburtskanal bei vaginaler Entbindung
  • Infektion beim Stillen über die Muttermilch

Jede Schwangerschaft einer HIV-positiven Frau wird als Risikoschwangerschaft eingestuft.

Eine regelmäßige und engmaschige Vorsorge ist bei diesen Frauen unerlässlich. Aus diesem Grund sollten HIV-positive werdende Mütter alle zwei Wochen ihren Gynäkologen aufsuchen.

Besonders wichtig ist es, das Risiko einer Übertragung des Virus an das ungeborene Kind sollte stets so gering wie möglich gehalten werden. Deshalb erfolgt schon während der Schwangerschaft eine entsprechende antivitale Behandlung.

Außerdem erfolgt die Geburt in solchen Fällen durch einen terminierten Kaiserschnitt. Mithilfe dieser Maßnahmen kann die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung auf ungefähr ein bis zwei Prozent gesenkt werden.

HIV-positive Frauen sollten jedoch nicht stillen, denn das HI-Virus ist in der Muttermilch nachweisbar und die Übertragungsrate liegt bei 7 bis 22 Prozent.

Letzte Änderung: 28. Mai 2023

Quellen
  • Bundesamt für Gesundheit (BAG): Aids, unter: www.bag.admin.ch
  • Deutsche Aidshilfe: HIV/HCV-Infektionsrisiko für medizinisches Personal überschätzt, unter: www.hiv-sti-fortbildung.de
  • Herold Innere Medizin, 2021

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