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Quallenstich

Was sind die Ursachen und Risikofaktoren eines Quallenstiches?

Von einem Quallenstich spricht man, wenn die Haut des menschlichen Körpers in Kontakt mit den Tieren kommt, speziell mit den Tentakeln der Qualle. Diese Tentakel sind meist giftig und verursachen folglich lokale Symptome am Ort der Berührung. Meist sind Betroffene dann von Schmerzen und bestimmten Hautreaktionen wie dem Ausbilden von Pusteln oder Röteln geplagt.

Das Gift der Quallen wird als das sogenannte Nesselgift bezeichnet. Dieses befindet sich in dem Nesselfaden, der typisch ist für Nesseltiere, wie es auch die Qualle ist. Dieser Nesselfaden mitsamt dem Gift wird bei Berührung der Qualle mit ihrem Opfer ausgestoßen und somit das Gift in die Haut des Opfers gefeuert. Die Qualle benutzt dieses Gift oft auch, um ihre Beute zu töten und sich von dieser ernähren zu können oder sich gegen andere Lebewesen zu verteidigen.

Meist zieht man sich die Quallenstiche während dem Baden im Meer zu, da die Quallen hier in ihrem natürlichen Habitat sind. Welche Art von Qualle vorherrscht, ist abhängig von dem Ort, denn in den verschiedenen Weltmeeren findet man verschiedene Spezies der Quallen.

Wissenswert

Grundsätzlich sind aber in so ziemlich jedem Meer ein paar Arten vertreten, sie sind also auf der ganzen Welt verteilt. Die Quallen unterscheiden sich zudem in dem Gefährlichkeitsgrad ihres Giftes.

Beispielsweise sind in tropischen Meeren und auch in dem westlichen Mittelmeer sehr giftige Vertreter vorhanden: die sogenannte portugiesische Galeere. Weniger giftig ist beispielsweise die Ohrenqualle, die sich häufig in Nord- und Ostsee finden lässt.

Kommt es zu den ersten Anzeichen eines Quallen Stiches, so sollte zunächst mit der Ersten Hilfe begonnen werden. Da die Stiche sich oft darin äußern, dass man sich vor Schmerz kaum noch bewegen kann oder in einigen Fällen auch Kreislaufprobleme bekommen kann, sollte man zuallererst aus dem Wasser gehen, da sonst das Ertrinken in einigen Fällen droht. Hierbei sollte man auch Fremde nach Hilfe fragen, sollte gerade keine Familie oder Freunde in naher Reichweite sein.

Sobald man aus dem Wasser ist, sollte man die Haut ordentlich abspülen. Es kann nämlich sein, dass noch nicht alle Nesselfaden der Qualle geplatzt sind und sich noch welche verschlossen auf der Haut befinden, die natürlich dann nicht auch noch platzen sollen.

Hierfür eignet sich am besten Essig, sollte dieser aber schwer zugänglich sein, kann man auch das Salzwasser benutzen. Auf Süßwasser sollte man unbedingt verzichten, da dies eher fördernd dafür ist, dass die noch unberührten Nesselfaden platzen.

Hinweis

Anschließend sollte man versuchen, die Schmerzen vorerst mit einer Kühlung des Stiches etwas zu lindern.

Was sind die Symptome eines Quallenstiches?

Zu den typischen Symptomen eines Quallen Stiches gehören vor allem starke Schmerzen der verletzen Stelle sowie Hautrötungen. Auch Schwellungen, Juckreiz , Brennen oder Quaddeln können auftreten.

Weitere Symptome, die auftreten können, sind Kreislaufprobleme, generelles Unwohlsein, Erbrechen oder Kopfschmerzen. Da manche Leute auch allergisch auf das Gift der Quallen reagieren können, empfiehlt es sich immer, einen Arzt aufzusuchen, sobald schlimmere Symptome als nur lokale Schmerzen auftreten.

Wie wird der Quallenstich diagnostiziert?

Sollten sich radikalere Symptome wie Atembeschwerden, Kreislaufprobleme oder Ähnliches nach einem Quallen Stich äußern, so empfiehlt es sich, einen Arzt aufzusuchen. Die häufigste Anlaufstelle hierfür sind meist die Notärzte. Dieser wird beginnen damit, die Krankenvorgeschichte zu erfassen, also die Anamnese.

Man kann mit typischen Fragen rechnen wie beispielsweise „Welche Beschwerden hat der Patient?“, „Wurde Erste Hilfe durchgeführt und wenn ja, welche genauen Schritte?“ oder auch „Wo kam es zu dem Stich der Qualle und wie lange ist diese Verletzung ungefähr her?“.

Hinweis

Anschließend folgt dann die körperliche Untersuchung, bei der sich der behandelnde Arzt vorerst die Stelle des Stiches genauer ansehen und bewerten wird. Sollte es beispielsweise zu Ohnmachtsanfällen kommen, werden außerdem noch die Vitalparameter wie zum Beispiel der Blutdruck überprüft.

Therapie bei Quallenstich

Meistens genügt es, die betroffene Stelle durch Erste Hilfe etwas zu reinigen und dann zu kühlen. In schwereren Fällen klingen die Symptome jedoch nach gewisser Zeit immer noch nicht von allein ab, hier kann dann mit Medikamenten nachgeholfen werden. Beispielsweise können die Hautveränderungen mit Hilfe einer vom Arzt verschriebenen Kortison Creme gelindert werden oder auch mit Hilfe von Antihistamintabletten.

Wie ist die Prognose eines Quallenstiches?

Die Prognose eines Quallen Stichs ist abhängig von der Art der Qualle sowie ihres Giftes. Bei relativ harmlosen Quallen klingen die Symptome meist schon nach mehreren Stunden etwas ab und sind nach spätestens einer Woche vollkommen verschwunden.

In anderen Fällen kann es jedoch auch gut sein, dass die Beschwerden über mehrere Wochen bis sogar Monate noch präsent sind und die betroffenen Patienten immer noch beispielsweise mit Juckreiz oder Pusteln zu kämpfen haben. In diesen Fällen sollte ein Arzt aufgesucht werden, damit medikamentös nachgeholfen werden kann.

Wie kann man einem Quallenstich vorbeugen?

Da man sich die Quallen Stiche vor allem im Meer zuzieht, wäre die beste Alternative, nicht im Meer schwimmen zu gehen. Da dies allerdings ein sehr ungewollter Kompromiss ist, wird empfohlen, dass man seine Umgebung sehr genau im Auge behält, sollte man im Meer schwimmen gehen. Meistens kann man dadurch einen Quallen Schwarm erkennen und diesen dann aus dem Weg gehen.

Achtung

Ebenso sollte Vorsicht am Sand des Strandes herrschen, da einige Quallen angespült werden können und diese auch außerhalb des Wassers noch ihre Gifte freilassen können.

AlternativmedizinischeBehandlungsmöglichkeiten und Haushaltsmittel bei einem Quallenstich

Ein gutes Hausmittel gegen die Symptome der Quallen Stiche ist der Essig.

Empfehlungen zur Nachsorge bei einem Quallenstich

In der Regel verschwinden harmlose Quallen Stiche nach gewisser Zeit von selbst. Sollte dies nicht der Fall sein, so wird dringendst empfohlen, einen Arzt aufzusuchen, der dann etwas verschreiben kann, mit dem die Heilung etwas unterstützt werden kann.

Zusammenfassung

Quallen gehören zu den Nesseltieren und besitzen in ihren Tentakeln Gifte, die bei Berührung mit ihren Opfern freigesetzt werden und bei den Opfern mehrere Beschwerden hervorrufen können. Zu den typischen Symptomen eines Quallen Stiches gehören Schmerzen, Jucken und Rötungen an der betroffenen Stelle.

In den meisten Fällen heilt ein Quallen Stich von selbst wieder ab, sollte dies allerdings nicht der Fall sein, so wird empfohlen, sich ärztliche Hilfe zu suchen.

Häufig gestellte Patientenfragen, beantwortet

Das hängt ganz davon ab, von welcher Art Qualle man gestochen wurde, die verschiedenen Arten enthalten nämlich unterschiedlich schlimmes Gift in ihren Tentakeln. Zu den gefährlichen Quallen zählen die sogenannte Feuerqualle (vor allem in Nord und Ostsee, Atlantik und Ärmelkanal zu finden), die Leuchtqualle (vor allem im Mittelmeer und in tropischen Meeren zu finden) oder auch die Kompassqualle (in Mittelmeer, Nordsee und Atlantik zu finden). Lebensgefährliche Quallen sind außerdem die Würfelqualle (vor allem in Australien zu finden), die zu den giftigsten Tieren der Meere gehört oder auch die portugiesische Galeere (in der Karibik oder im Pazifik zu finden).

Ist man von einem Quallen Stich betroffen, so macht sich das in erster Stelle bemerkbar an der direkten Kontaktstelle, die von dem Tentakel der Qualle berührt wurde. Diese Hautstelle ist dann meist sehr gerötet, schmerzt und juckt und kann ebenfalls kleine Pusteln oder Quaddeln enthalten.

Wenn man durch Kontakt mit einer Qualle Schmerzen hat, so wurde man von dieser gestochen und nicht gebissen, wie es manchmal fälschlicherweise angenommen wird. An der Spitze des Nesselfadens gibt es nämlich eine Art kleiner Dorn, der dann das Opfer „piksen“ kann und somit das Gift in das Opfer injizieren kann.

Beispiele für relativ harmlose Quallen sind zum Beispiel die Spiegelqualle oder die Ohrenqualle. Beide sind in Nord und Ostsee sowie im Mittelmeer zu finden.

Meistens werden vom Arzt Kortison haltige Cremes verschrieben, die entzündungshemmend und beruhigend wirken.

Zuerst sollte man so schnell wie möglich aus dem Wasser gehen, um einen weiteren Kontakt zu den giftigen Tentakeln der Qualle zu meiden und außerdem auch zu vermeiden, dass man im schlimmen Falle ertrinken könnte aufgrund beispielsweise Kreislaufproblemen. An Land sollte dann rasch die Kontaktstelle gereinigt werden aber Achtung: weder mit Süßwasser noch mit Alkohol! Diese könnten noch nicht geplatzte Nesselfaden dann zum Platzen bringen, was noch mehr Vergiftung mit sich bringen würde. Am besten sollte man zum Reinigen Essig benutzen, sollte dies aber nicht in unmittelbarer Nähe sein ist auch Salzwasser in Ordnung. Anschließend kann man dann die schmerzende Stelle kühlen.

Meistens verschwinden die Beschwerden durch einen Quallen Stich innerhalb weniger Tage, längstens jedoch innerhalb einer Woche. Sollten nach diesem Zeitraum noch immer starke Symptome vorhanden sein, so sollte man einen Arzt aufsuchen.

Nein! Das ist nur ein Mythos. Es ist sogar eigentlich das Gegenteil der Fall, der Urin kann die Symptome meist sogar noch etwas verschlimmern. Man sollte immer zu Essig oder Salzwasser greifen, wenn man an einem Quallen Stich leidet und nicht zu Urin greifen.

Quallenstich Karteikarte

Erkrankung zusammengefasst

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Quallenstich

Risikofaktoren

  • Baden in Regionen mit hohem Quallenaufkommen.

Ursachen

  • Stich einer Qualle
  • Hautkontakt mit den giftigen Nesselzellen in den Tentakeln der Qualle.

Symptome

  • Brennen
  • Juckreiz

Diagnose

  • Anamnese
    • Wurden sie von einer Qualle gestochen?
    • Leiden sie an einem Brennen im Bereich der Einstichstelle?
    • Leiden sie an Juckreiz?
  • Körperliche Untersuchung
    • Suche nach sichtbaren Anzeichen (Stichverletzung)

Therapie

  • Konservative Behandlung
  • Medikamente

Präventionsmaßnahmen

  • Meiden von Strandabschnitte mit hohem Quallenaufkommen
  • Beachten von Warnhinweisen

Prognose

  • Feuerquallenstich: idR ungefährlich
  • Seewespenstich: kann tödlich enden

Begriffe

Juckreiz

Juckreiz ist ein unangenehmes Gefühl der Haut, das den Drang zum Kratzen hervorruft. Er ist ein charakteristisches Merkmal vieler Hautkrankheiten und ein Anzeichen für einige systemische Krankheiten.
Unter dem Begriff "Röteln" (Rubeala, Rubella), versteht man eine hochansteckende Infektionskrankheit, die durch die Ansteckung mit spezifischen Rötelnviren hervorgerufen wird.

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