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Insektengiftallergie

Was sind die Ursachen und Risikofaktoren einer Insektengiftallergie?

Bei einer Insektengiftallergie handelt es sich um eine Überreaktion des Immunsystems auf Insektengift. Während viele Menschen auf einen Insektenstich mit einer harmlosen lokalen Rötung oder einer leichten Schwellung sowie moderaten Schmerzen an der Einstichstelle reagieren, kann es bei manchen Personen durch das Insektengift zu schweren allergischen Symptomen kommen. Das Immunsystem reagiert dabei stark auf bestimmte Eiweißbestandteile des Insektengifts, sogenannte Allergene.

Verstärkte örtliche Reaktionen auf einen Insektenstich können sich in Form von Schwellungen, die größer als zehn Zentimeter sind, äußern. Sie bleiben in der Regel mehrere Tage bestehen. Eine Insektengiftallergie kann sich schleichend entwickeln, da es durch das Insektengift erst schrittweise zu einer Sensibilisierung des Immunsystems kommen kann.

Das heißt, dass die Reaktion des Körpers auf einen Stich durch Bienen, Wespen oder sonstige Insekten nach vorangegangenen Stichen immer stärker ausfallen kann. Insektengiftallergien treten vor allem gegen Bienen- und Wespengift auf. Eine starke allergische Reaktion kann sich in Form lebensbedrohlicher Beschwerden wie Atemnot oder Bewusstseinsstörungen äußern und sogar tödlich enden. Eine medizinische Abklärung in Form eines Allergietests ist deshalb wichtig.

Hinweis

Ein Arzt kann die auslösenden Allergene identifizieren und gegebenenfalls eine Hyposensibilisierungstherapie durchführen.

Dabei wird das Immunsystem schrittweise an das Gift „gewöhnt“ und zukünftige Reaktionen auf einen Insektenstich können abgeschwächt ausfallen. Risikofaktoren für die Entstehung einer Insektengiftallergie sind häufige Stiche durch Insekten. Es kann bei vermehrtem Kontakt mit Insektengift nämlich zu einer Sensibilisierung des Immunsystems kommen. Dadurch kann sich die Reaktion des Körpers auf das Gift von Stich zu Stich verstärken. Besonders gefährdet können deshalb Menschen sein, die sich oft im Freien aufhalten oder bei ihrer Berufsausübung häufiger in der Nähe von Bienen oder Wespen sind.

Dazu zählen zum Beispiel Imker, Gärtner, Bauern oder Verkäufer in einer Obsthandlung oder einer Bäckerei. Weitere Risikofaktoren können bestimmte Erkrankungen sein, die die Atemwege oder das Herz-Kreislauf-System betreffen. Auch die Einnahme gewisser Medikamente können das Risiko für allergische Reaktionen erhöhen.

Achtung

Betroffene Personen sollten unbedingt einen Allergiepass sowie ein Notfallset mit Medikamenten bei sich tragen. Diese können im Falle einer allergischen Reaktion rasch angewendet werden, um lebensbedrohliche Symptome zu vermeiden.

Was sind die Symptome einer Insektengiftallergie?

Eine Insektengiftallergie kann sich in Form einer starken Schwellung an der Einstichstelle äußern. Diese kann bei einer starken lokalen Reaktion über zehn Zentimeter groß sein und mehrere Tage bestehen bleiben. Bei manchen Menschen kann außerdem eine allergische Reaktion auftreten, die den gesamten Körper betrifft. In diesem Fall spricht man von einer anaphylaktischen Reaktion. Dabei kann es zu Schwindel, Übelkeit, Magen-Darm-Beschwerden oder durch Anschwellen der Atemwege zu Atemnot und Beklemmungsgefühlen kommen. Weiters können Ausschläge, Kribbelgefühle oder Juckreiz am gesamten Körper auftreten.

Auch Schnupfen oder tränende, juckende Augen sowie Sehstörungen können Hinweise für eine allergische Reaktion sein. In schweren Fällen kann eine Insektengiftallergie sogar zu Einschränkungen des Bewusstseins oder zu einem Herz-Kreislauf-Stillstand führen. Die Symptome können rasch auftreten und in ihrer Ausprägung stark variieren. Eine rasche medizinische Behandlung ist deshalb bei Beschwerden, die den ganzen Körper umfassen, absolut notwendig und kann lebensrettend sein.

Wie wird die Insektengiftallergie diagnostiziert?

Wird nach einem Insektenstich ein Arzt aufgesucht, fragt dieser zuerst nach den aktuellen Beschwerden und Reaktionen auf das Insektengift. Wichtig bei der Diagnosestellung einer Insektengiftallergie ist die Frage nach dem Insekt, das den Betroffenen gestochen hat. Weiters sind Informationen über vorangegangene Reaktionen auf Insektenstiche wichtig. Auch bereits bestehende Allergien, Vorerkrankungen und die Einnahme von Medikamenten werden durch den Arzt abgefragt. Die körperliche Untersuchung kann eine Inspektion der Einstichstelle und bei starker lokaler Reaktion eine Blutuntersuchung sowie einen Allergietest umfassen.

Beim sogenannten Pricktest werden bestimmte Allergene auf den Unterarm aufgetragen. Das können zum Beispiel Allergene sein, die sich in Bienen- oder Wespengift befinden. Anschließend wird die Haut an diesen Stellen leicht eingeritzt, um die Reaktion des Körpers auf das Allergen beobachten zu können. Nach einiger Zeit werden die Stellen auf Schwellung, Rötung und die Bildung juckender Quaddeln beurteilt. Dadurch kann eine verstärkte Reaktion des Körpers auf gewisse Allergene festgestellt werden. Durch eine Blutuntersuchung können außerdem bei Vorliegen einer Insektengiftallergie Antikörper im Blut nachgewiesen werden.

Therapie bei Insektengiftallergie

Da es bei einem Insektenstich zu starken lokalen Reaktionen rund um die Einstichstelle kommen kann, kann die betroffene Hautstelle gekühlt werden. Das kann mithilfe von kühlen Umschlägen, Eis oder Coolpacks erfolgen. Diese sollten in ein Handtuch gewickelt und auf die Einstichstelle gelegt werden. Bei starkem Juckreiz können vom Arzt Salben oder Gele verschrieben werden. Weiters kann ein Antihistaminikum in Tablettenform eingenommen werden. Bei stärkeren Beschwerden kann ein Kortisonpräparat indiziert sein.

Personen, die eine bestätigte Insektengiftallergie haben, besitzen in der Regel einen Allergieausweis sowie ein Set mit Notfallmedikamenten. Darin befindet sich meist ein Spray, der die Atemwege erweitert. Weiters sind Adrenalin in einer Spritze, Kortison und ein Antihistaminikum im Notfallset enthalten.

Eine Insektengiftallergie kann in Form einer Hyposensibilisierungstherapie behandelt werden. Dabei werden dem Betroffenen in einem schrittweisen Prozess die Allergene in steigender Dosis zugeführt. Das kann zu einer „Gewöhnung“ des Körpers führen, was spätere Reaktionen auf das Insektengift milder ausfallen lassen kann. Für diese Art der Therapie ist es wichtig, das genaue Allergen zu kennen, mit dem die Hyposensibilisierung durchgeführt werden kann.

Hinweis

Eine Hyposensibilisierungstherapie nimmt einige Zeit in Anspruch, da die Dosis des zugeführten Allergens nur langsam gesteigert werden kann. Zu Beginn der Therapie ist das Risiko höher, eine allergische Reaktion zu bekommen. Eine medizinische Beobachtung ist deshalb wichtig. Während des Hyposensibilisierungsprozesses sollten Betroffene weiterhin ihren Allergieausweis sowie ein Notfallset mit sich führen, um schwere allergische Reaktionen rasch behandeln zu können.

Wie ist die Prognose einer Insektengiftallergie?

In der Regel ist die Prognose eines Insektenstiches gut. Nach einigen Stunden bis Tagen kommt es zu einem Abklingen der Beschwerden. Auch eine Insektengiftallergie kann meist gut behandelt werden, wenn rasch gehandelt wird. Die Reaktion des Körpers auf das Insektengift kann bei einer Allergie schwer vorhergesehen werden und kann unter Umständen in kürzester Zeit lebensbedrohlich werden. Günstig für die Prognose einer Insektengiftallergie ist die genaue Identifizierung des Allergens sowie eine gezielte Behandlung. Diese kann zum Beispiel in Form einer Hyposensibilisierungstherapie erfolgen.

Durch die schrittweise Konfrontation des Immunsystems mit dem Allergen kann es zu abgeschwächten Immunreaktionen auf das Insektengift kommen. Bei schweren Formen einer Insektengiftallergie kann es zu anaphylaktischen Reaktionen des Körpers kommen, die tödlich enden können. Besonders wichtig ist deshalb für Betroffene, ihren Allergieausweis sowie ein Notfallset mit Medikamenten bei sich zu tragen. Weiters sollten Insektenstiche weitgehend vermieden werden.

Alternativmedizinische Behandlungsmöglichkeiten und Haushaltsmittel bei einer Insektengiftallergie

Kommt es infolge eines Insektenstiches zu einer systemischen Reaktion des gesamten Körpers, sollte ein Notarzt alarmiert werden. Es kann sich dabei um eine Insektengiftallergie handeln, die dringend medizinisch behandelt und abgeklärt werden muss. Bei harmloseren Ausprägungen eines Insektenstichs kommt es meist zu örtlichen Reaktionen rund um die Einstichstelle. Sie können Rötungen, Schwellungen oder Juckreiz umfassen.

Diese Beschwerden können mithilfe von Kälte gelindert werden. Coolpacks oder Eis können zum Beispiel in Tücher gewickelt und auf die betroffene Hautstelle gelegt werden. Weiters werden Zwiebel und Zitrone eine positive Wirkung bei Insektenstichen nachgesagt. Auch Aloe Vera kann eingesetzt werden, um die irritierte und geschwollene Haut zu beruhigen. Weiters sollte an der Einstichstelle nicht gekratzt werden und die Region um den Stich herum sollte sauber gehalten werden, um Infektionen zu vermeiden.

Empfehlungen zur Nachsorge bei einer Insektengiftallergie

Nach dem Auftreten einer starken Reaktion auf einen Insektenstich ist es wichtig, eine mögliche Insektengiftallergie abzuklären. Das kann bei einem Allergologen erfolgen. Im Falle einer Allergie wird in der Regel ein Allergieausweis ausgestellt. Zusätzlich zum Allergieausweis sollten Betroffene ein Notfallset mit Medikamenten bei sich tragen, die im Falle einer erneuten allergischen Reaktion rasch verabreicht werden können. Ist das auslösende Allergen bekannt, kann eine Hyposensibilisierungstherapie durchgeführt werden. Dabei wird der betroffenen Person das Allergen in steigender Dosis zugeführt, um den Körper daran zu „gewöhnen“ und zukünftige Reaktionen auf das Insektengift abzuschwächen. Weiters ist die Vermeidung von Insektenstichen für Allergiker wichtig.

Zusammenfassung

Bei einer Insektengiftallergie handelt es sich um eine Überreaktion des Körpers auf Insektengift. Während es im Normalfall nach einem Insektenstich zu einer harmlosen örtlichen Hautreaktion rund um die Einstichstelle kommt, können bei einer Insektengiftallergie allergische Beschwerden des gesamten Körpers auftreten. Besonders wichtig ist in diesem Fall eine rasche medizinische Behandlung, um lebensbedrohliche Reaktionen wie Atemnot oder Herz-Kreislauf-Störungen zu vermeiden.

Häufig gestellte Patientenfragen, beantwortet

Ein Verschwinden der Insektengiftallergie von allein ist unwahrscheinlich. Da eine Insektengiftallergie lebensgefährlich sein kann, sollte unbedingt eine medizinische Abklärung erfolgen. Betroffene sollten über die Allergie informiert werden und einen Allergieausweis sowie ein Notfallset mit Medikamenten mit sich führen. Eine Insektengiftallergie kann in Form einer Hyposensibilisierungstherapie behandelt werden. Diese kann einige Wochen nach dem letzten Insektenstich gestartet werden. Dafür muss das auslösende Allergen bekannt sein, welches durch einen Allergologen identifiziert werden kann. Das Allergen wird der betroffenen Person mit steigender Dosis zugeführt, um das Immunsystem daran zu „gewöhnen“. Diese Art der Therapie nimmt einige Zeit in Anspruch, da die Gewöhnung nur schrittweise erfolgen kann. In der ersten Zeit der Therapie ist das Risiko für eine starke Reaktion auf das Allergen erhöht, weshalb eine medizinische Beobachtung wichtig ist. Weiters sollten Allergieausweis und Notfallset weiterhin mitgetragen werden, um im Falle einer allergischen Reaktion rasch reagieren zu können.

Oftmals entsteht eine Insektengiftallergie erst nach mehreren Insektenstichen. Durch vermehrten Kontakt des Immunsystems mit dem Insektengift kann es nach und nach zu einer stärkeren Reaktion auf Insektengift kommen. Man spricht dabei von einer Sensibilisierung des Immunsystems auf bestimmte Allergene (Eiweißbestandteile). Es kann im Zuge einer Insektengiftallergie also zu immer heftigeren Immunreaktionen kommen, die sich auf den gesamten Körper ausbreiten können. Insektengiftallergien treten vor allem gegen Bienen- und Wespengift auf.

Normalerweise kommt es nach einem Insektenstich zu „harmlosen“ lokalen Hautreaktionen rund um die Einstichstelle. Diese können eine Rötung, Schwellung, leichte Schmerzen oder eine juckende Quaddel umfassen. Nach einigen Stunden oder wenigen Tagen sollten diese Beschwerden folgenlos von selbst abklingen. Bei einer Insektengiftallergie kann es jedoch zu einer Ausbreitung der Beschwerden auf den gesamten Körper kommen. Dabei können eine generelle Rötung oder ein Juckreiz am ganzen Körper, Kribbelgefühle in den Händen oder auf der Zunge, Schnupfen, Magen-Darm-Beschwerden, tränende Augen oder Beklemmungsgefühle auftreten. Weiters kann es zum Anschwellen des Gesichts oder der Atemwege kommen, was Atemnot mit sich bringen kann. In schweren Fällen kann die überschießende Immunreaktion zu einer Beeinträchtigung des Bewusstseins oder zu Herz-Kreislauf-Beschwerden führen.

Insektengiftallergie Karteikarte

Erkrankung zusammengefasst

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Insektengiftallergie

Epidemiologie

  • häufigste Form: Wespen sowie der Honigbiene-gift-Allergie

Ursachen

  • Reaktion auf ein/mehrere Insektengift/e

Symptome

  • Rötung
  • Schwellung
  • Kopfschmerzen
  • Juckreiz
  • Hautveränderungen im Gesicht
  • Atemnot
  • Bauchschmerzen
  • Übelkeit
  • Heisere Stimme
  • Herzrasen

Komplikationen

  • Atemnot
  • Herz-/ Kreislaufversagen

Diagnose

  • Anamnese
    • Zeigt sich im Bereich der Einstichstelle eine starke Rötung?
    • Ist die Einstichstelle geschwollen?
    • Leiden sie an Kopfschmerzen?
    • Haben sie starken Juckreiz?
    • Ist ihr Gesicht gerötet?
    • Haben sie Schleimhautschwellungen?
    • Leiden sie an Atemnot?
    • Haben sie krampfhafte Bauchschmerzen?
    • Leiden sie an Übelkeit?
    • Sind sie heiser?
    • Haben sie Herzrasen?
  • Körperliche Untersuchung
    • Inspektion der Einstichstelle
    • Nachweis der körperlichen Reaktionen
  • Spezifische Tests
    • Allergietest (Bestimmung spezifischer Antikörper)

Therapie

  • Medikamente

Präventionsmaßnahmen

  • Mitführen eines spezifischen Notfallsets

Prognose

  • Vereinzelt kommt es auch heute noch zu Todesfällen
  • Hyposensibilinierung in 80 bis 85% der Fälle hilfreich

Begriffe

Juckreiz

Juckreiz ist ein unangenehmes Gefühl der Haut, das den Drang zum Kratzen hervorruft. Er ist ein charakteristisches Merkmal vieler Hautkrankheiten und ein Anzeichen für einige systemische Krankheiten.

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