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Antriebslosigkeit in depressiven Episoden überwinden

Typische Symptome von Depressionen sind Antriebslosigkeit, Hoffnungslosigkeit, Schlafprobleme, Gewichtsveränderungen, gedrückte Stimmung oder Interessensverlust. Depressive Episoden sind Depressionen, die über einen Zeitraum von mindestens zwei Wochen bestehen. Eine depressive Episode kann dabei nur einige Wochen andauern, mehrere Monate, oder sogar Jahre.

Symptome einer depressiven Episode

Man unterscheidet bezüglich der Symptome von einer depressiven Episode zwischen Haupt- und Nebenkriterien

  • Gedrückte Stimmung
  • Interessensverlust
  • Verlust von Freude
  • verminderter Antrieb
  • Ermüdung
  • Eingeschränkte Aufmerksamkeit
  • verminderte Konzentration
  • verringertes Selbstwertgefühl
  • niedriges Selbstvertrauen
  • Schuldgefühle
  • Gefühl von Wertlosigkeit
  • Zukunftsängste, Suizidgedanken oder -versuche
  • Schlafstörungen
  • Gewichtsveränderungen

Abhängig von den Haupt- und Nebenkriterien gibt verschiedene Schweregrade, in die sich depressive Episoden einteilen lassen:

  • Handelt es sich um eine leichte depressive Episode, so liegen zwei Hauptsymptome und zwei Nebensymptome vor.
  • Liegen zwei Hauptsymptome und drei bis vier Nebensymptome vor, so handelt es sich um eine mittelgradige depressive Episode
  • Eine schwere depressive Episode lässt sich durch drei Hauptsymptome und mindestens 4 oder sogar mehr Nebensymptome erkennen.

Die Entstehung von depressiven Episoden

Es gibt eine Reihe von Risiko- und Entstehungsfaktoren, die eine depressive Episode begünstigen oder sogar auslösen können. Höchstwahrscheinlich spielt eine erbliche Komponente bei der Entstehung von depressiven Episoden eine Rolle: Ist ein enges Familienmitglied an einer depressiven Episode erkrankt, so sind auch die Nachkommen einem höheren Risiko ausgesetzt ebenfalls an einer Depression zu erkranken.

Neben der erblichen Komponente spielt auch die Erziehung eine Rolle. Frühe plötzliche Trennungserfahrungen, ein unsicheres Elternhaus, psychisch erkrankte Eltern und Gewalt in der Kindheit begünstigen die Entstehung einer depressiven Episode im Kindes- oder Erwachsenenalter.

Auch chronische Erkrankungen, Medikamenteneinnahme oder ein fehlendes soziales Umfeld können Depressionen entstehen lassen. Häufig gibt es jedoch nicht einen bestimmten Auslöser, sondern eine Aneinanderreihung von Ereignissen, die letztendlich eine depressive Episode auslösen.

Wissenswert

Bei einigen Menschen können depressive Verstimmungen auch Jahreszeitenabhängig sein und treten häufiger im Herbst oder Winter auf, wenn die Tage kürzer werden und weniger Sonnenlicht zur Verfügung steht. Auch Hormonveränderungen nach einer Geburt, durch Einnahme der Antibabypille oder in den Wechseljahren können zu Symptomen einer depressiven Episode führen.

Antriebslosigkeit

Antriebslosigkeit ist eins der häufigsten Symptome einer depressiven Episode. Betroffene kommen teilweise gar nicht mehr aus dem Bett, können sich nicht mehr motivieren das Haus zu verlassen und isolieren sich immer mehr von Freund:innen und Bekannten. Der Alltag kann nicht mehr bewältigt werden und kleinste Aufgaben führen zur absoluten Erschöpfung.

Diese Antriebslosigkeit zeigt sich körperlich durch eine starke Müdigkeit , eine Schwere des Körpers und einem Gefühl der Schlappheit. Psychische Symptome sind Lustlosigkeit, Hoffnungslosigkeit und der Verlust jeglicher Motivation. Antriebslosigkeit hat viele Gesichter, aber belastend ist sie immer!

Hinweis

Selbst Aktivitäten die früher Spaß gemacht haben scheinen jetzt nicht mehr bewältigbar und beinahe gleichgültig. Antriebslosigkeit kann ein Symptom einer Depression sein, aber es kann auch andere Gründe haben: Ein Nährstoffmangel, Nebenwirkungen eines Medikamentes, Hormonveränderung oder Schilddrüsenerkrankungen kann zu einer ähnlichen Symptomatik führen.

8 Tipps um Antriebslosigkeit zu überwinden

Um eine Besserung zu erzielen ist es wichtig die Gründe für die Symptomatik herauszufinden. Bei einer depressiven Episode ist Psychotherapie die Behandlung der Wahl. Bei einem Nährstoffmangel ist es wichtig diesen durch Nahrungsergänzungsmittel oder Medikamente zu beseitigen. Handelt es sich um eine andere körperliche Erkrankung sind gegebenenfalls andere Therapien notwendig. Psychopharmaka sind nach heutigem Stand nur bei einer starken Depression (Major Depression) in Kombination mit Psychotherapie als sinnvoll zu betrachten.

Liegt der Ursprung der Antriebslosigkeit in einer depressiven Episode so ist es wichtig aus dem Bett zu kommen und positive Erfahrungen zu machen. Im Bett zu liegen, verschlimmert die Symptomatik nur, deswegen ist es wichtig wieder Aktivitäten zu finden, die Spaß machen und ablenken. Ein Spaziergang mit Freunden, ein Besuch in der Eisdiele oder ein Kinobesuch können Ablenkung schaffen und helfen wieder in Bewegung zu kommen. Besonders empfehlenswert sind Unternehmungen in der Natur.

Ein strukturierter Alltag ist sinnvoll, um wieder ein Gefühl von Kontrolle zu entwickeln. Durch feste Uhrzeiten und einen regelmäßigen Tagesablauf können Betroffene wieder in die Aktivität kommen.

Auch durch ein Burnout können depressive Episoden entstehen. Die Antriebslosigkeit ist dann eine Art Notstopp des Köpers, bevor dieser in einen vollständigen Erschöpfungszustand fällt.

Menschen sind soziale Lebewesen und brauchen menschlichen Kontakt zum Überleben. Durch den sozialen Rückzug können Kontakte abbrechen und Betroffene ziehen sich immer mehr zurück.

Auch wenn es am Anfang einiges an Überwindung kostet: Körperliche Aktivität ist einer der wichtigsten Bausteine eines gesunden Lebensstils. Sport kann helfen sich wieder fitter zu fühlen, Motivation zu entwickeln und sich aus dem Loch der Depression herauszuziehen.

Neben körperlicher Aktivität bildet auch gesunde Ernährung einen Baustein für ein ausgewogenes Leben. Eine ausgewogene, abwechslungsreiche und gesunde Ernährung kann zu einem besseren Körpergefühl und damit auch zu mehr Antrieb führen.

Wenn der Alltag nicht mehr bewältigt werden kann und der Leidensdruck groß ist, ist es wichtig sich professionelle Hilfe zu suchen. Eine Psychotherapie ist bei psychischen Störungen die Behandlung der Wahl.

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