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Zwerchfellbruch

Was sind die Ursachen und Risikofaktoren eines Zwerchfellbruchs?

Das Zwerchfell, auch oft als Diaphragma bezeichnet, ist ein großer Muskel des menschlichen Körpers. Seine Form ähnelt der einer Kuppel. Das Zwerchfell ist der wichtigste Atemmuskel unseres Körpers und hat außerdem noch zusätzlich die Funktion, die Brusthöhle und deren Organe wie zum Beispiel Herz und Lunge von der Bauchhöhle mit den zugehörigen Organen wie zum Beispiel Leber , Niere oder Magen zu trennen.

Das Zwerchfell besitzt mehrere Öffnungen, durch welche dann bestimmte Strukturen durchtreten: So gibt es zum einen den sogenannten Hiatus (=Öffnung, Lücke) aorticus, auch Aortenschlitz genannt. Durch diesen Spalt tritt die Aorta, also unsere Hauptschlagader gemeinsam mit einem sehr großen Lymphgefäß.

Zusätzlich gibt es den Hiatus oesophageus, durch den die Speiseröhre (=Ösophagus) zieht. Die Speiseröhre bildet hierbei eine direkte Verbindung zwischen Brust- und Bauchhöhle, da sie direkt in den Magen eintritt. Eine weitere Öffnung ist das sogenannte Foramen venae cavae, durch welches die untere Hohlvene (Vena cava inferior) zieht, gemeinsam mit einem Nerv, der sich Nervus phrenicus nennt.

Kommt es nun zu einem Zwerchfellbruch, der in der Medizin auch häufig als Hiatus Hernie bezeichnet wird, so versteht man darunter den Vorgang, dass sich Anteile der Organe aus der Bauchhöhle in die Brusthöhle verlagern können, weil das Diaphragma an den bestimmten Stellen nicht mehr richtig als Barriere funktionieren kann. Das passiert vor allem, wenn die bestimmten Durchtrittstellen sehr gelockert oder eventuell auch etwas eingerissen sind.

Wissenswert

Man unterscheidet zwischen verschiedenen Arten des Zwerchfellbruches. Dies ist vor allem davon abhängig, ob die Hernie angeboren oder im Laufe des Lebens erworben wurde und falls diese erworben wurde, ob es sich um einen traumatischen oder nicht traumatischen Vorfall handelte.

Nicht traumatische, angeborene Hernien sind meist auf einen Entwicklungsdefekt zurückzuführen. Meistens hat sich das Zwerchfell während der Embryonalentwicklung nicht zu hundert Prozent richtig ausgebildet. Eine typische Form hierfür ist beispielsweise die Bochdalek Hernie, die im sogenannten Bochdalek Dreieck auftritt. Normalerweise sind der Lendenanteil sowie der Rippenanteil des Zwerchfells an dieser speziellen Stelle richtig verwachsen, im Falle dieser Hernie allerdings nicht.

Zu den erworbenen Hernien gehört die sogenannte Hiatus Hernie, welche auch die häufigste klinische Form der Zwerchfellruptur ist. In diesem Fall ist der Hiatus oesophageus betroffen, sodass Teile des Magens in den Brustraum ragen können. Diese Stelle ist besonders anfällig für Hernien, da die Verbindungsstelle aufgrund der Speiseröhre im Vergleich zu den anderen Öffnungen des Zwerchfells relativ locker ist. (Vergleich: Die Teile des Zwerchfells der Öffnung für die Hohlvene ist relativ fest mit dieser Vene verwachsen.)

Was sind die Symptome eines Zwerchfellbruchs?

Die Symptome können ganz unterschiedlich ausfallen. Sie sind vor allem abhängig von der Art und Schwere der Hernie, da davon ebenso abhängig ist, ob ein großer Anteil der Organe falsch verlagert ist oder eben nicht. In seltenen, leichten Verläufen kann es auch durchaus sein, dass der Patient gar keine Symptome hat. Oft treten allerdings Beschwerden wie starke Schmerzen, Reflux, Erbrechen oder eventuell auch Atembeschwerden auf.

Wie wird der Zwerchfellbruch diagnostiziert?

Untersuchungen bei Zwerchfellbruch

Die Diagnostik bei dem Verdacht auf das Vorliegen einers Zwerchfellbruchs gliedert sich in der Regel in verschiedene Schritte:

Sollte der Verdacht auf eine Zwerchfellbruch beziehungsweise Hiatus Hernie bestehen, sollte man schnellstmöglich einen Facharzt aufsuchen. Hierfür sind vor allem Internisten geeignet. Der behandelnde Arzt beginnt mit der Erfragung der Krankengeschichte, also der Anamnese.

Der Patient kann hierbei mit typischen Fragen rechnen wie zum Beispiel:

  • „Wo genau empfinden Sie die Schmerzen und wie würden Sie diese beschreiben?“
  • „Wann genau sind die Beschwerden aufgetreten und gibt es Situationen, in welchen sich die Beschwerden verschlimmern oder verbessern?“

Anschließend erfolgt die körperliche Untersuchung, bei der der Arzt vor allem die verschiedenen Geräusche der eventuell betroffenen Organe mit Hilfe seines Stethoskops abhören kann und sich generell einen Überblick vom äußeren Erscheinungsbild machen kann.

Weitergehend eignen sich noch spezifische bildgebende Verfahren der Medizin, um die Diagnose bestätigen zu können. Eine Möglichkeit hierbei sind Röntgenaufnahmen des Brustkorbes, mit dessen Hilfe man pathologische Lokalisationen der Organe sicherstellen kann. Des Weiteren kann auch eine Endoskopie durchgeführt werden. Dadurch kann man gut das Innere von Körperhöhlen beziehungsweise einzelnen Organen sichtbar machen. Auch eine Ultraschall Untersuchung eignet sich gut, um Anomalitäten festzustellen.

Interessant zu wissen ist der Fakt, dass Zwerchfellbrüche meistens jedoch zufällig entdeckt werden durch die oben beschriebenen bildgebenden Verfahren. Oft haben Patienten keine wirklichen Beschwerden im Bezug auf eine Hiatus Hernie, sondern sind aufgrund von anderen Beschwerden beim Arzt. Dieser stellt dann oft einen Zufallsbefund in Bezug auf den Zwerchfellbruch.

Therapie bei Zwerchfellbruch

Oft ist eine Behandlung im Falle eines Zwerchfellbruchs gar nicht nötig, vor allem bei Erkrankungen, die keine Beschwerden mit sich bringen. Sollte es aber zu lange anhaltenden Beschwerden kommen wie beispielsweise dem immer wiederkehrenden Reflux (=Rückfluss der Magensäure in die Speiseröhre ), so ist dies über einen längeren Zeitraum hinweg sehr schädlich für den Körper und deshalb muss dann unbedingt medizinisch eingegriffen werden.

Um die Schäden der Magensäure so gut wie möglich zu minimieren, werden sogenannte Protonenpumpen Hemmer verschrieben. Diese Medikamente sorgen dafür, dass die Bildung der Säuremenge reduzieren wird.

Zusätzlich kann es nötig werden, dass invasiv gehandelt wird und somit der Zwerchfellbruch mit Hilfe einer Operation wieder behoben wird.

Wie ist die Prognose eines Zwerchfellbruchs?

Die Prognose für diese Krankheit ist sehr gut. In den meisten Fällen verläuft die Krankheit sehr asymptomatisch. Sollten allerdings Beschwerden aufkommen, so kann man gegen diese gut ankämpfen, indem man das Problem operativ entfernt.

Wie kann man einem Zwerchfellbruch vorbeugen?

Es wird empfohlen, genau darauf zu achten, dass man vor dem Schlafengehen keine Nahrung mehr zu sich nimmt. Das liegt daran, dass durch die Liegeposition ein Verrutschen der Bauchorgane in die Brusthöhle begünstigt wird. Zudem sollte man sich ausreichend bewegen.

Alternativmedizinische Behandlungsmöglichkeiten und Haushaltsmittel bei einem Zwerchfellbruch

Man hat festgestellt, dass die Ernährung eine sehr wichtige Rolle spielt. Vor allem in Bezug auf die Größe der Mahlzeiten. Es wird wärmstens empfohlen, eher mehrere kleinere Mahlzeiten zu sich zu nehmen und sehr große Mahlzeiten zu vermeiden, damit man den Magen etwas entlasten kann und somit das Risiko für einen Zwerchfellbruch gesenkt werden kann.

Empfehlungen zur Nachsorge bei einem Zwerchfellbruch

Die Wichtigkeit der Nachsorge besteht darin, dass Patienten konsequent auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung sowie ausreichende Bewegung achten, um (erneute) Hiatus Hernien vermeiden zu können.

Zusammenfassung

Das Zwerchfell ist einer der wichtigsten Muskeln im menschlichen Körper und hat neben seiner Atem Hilfsfunktion außerdem die wichtige Aufgabe, die Bauchhöhle und deren Organe von der Brusthöhle und deren Organe zu trennen. Das Zwerchfell hat mehrere Öffnungen, durch die wichtige anatomische Strukturen wie beispielsweise die Aorta oder die Speiseröhre ziehen. In manchen Fällen kann es sein, dass diese Öffnungen zu groß sind und somit Organe von der einen in die andere Körperhöhle gelangen können, was durchaus pathologisch ist und in den meisten Fällen operativ behandelt werden muss.

Zwerchfellbruch Karteikarte

Erkrankung zusammengefasst

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Zwerchfellbruch

Hiatushernie

Epidemiologie

  • ca. 50% der Menschen über 50 Jahre zumindest teilweise betroffen

Risikofaktoren

  • Alter
  • Übergewicht
  • ungesunder Lebenswandel
  • starkes Pressen
  • Schwangerschaften

Ursachen

  • angeboren oder erworben
  • Entwicklungsstörung während Embryonalzeit
  • Druck im Bauchraum

Symptome

  • Sodbrennen
  • Schwierigkeiten beim Schlucken
  • Thoraxschmerzen
  • Husten

Diagnose

  • Anamnese
    • Wurden bei ihnen in der Vergangenheit Gallensteine festgestellt?
    • Leiden sie an Sodbrennen?
    • Haben sie Schmerzen hinter dem Brustbein?
    • Haben sie anhaltenden Husten?
    • Haben sie Schwierigkeiten beim Schlucken?
  • Röntgenuntersuchung
    • Beurteilung der Organe in Thorax und Abdomen
  • Ösophagusbreischluck
    • Darstellung möglicher Verengungen
  • Ösophago-Gastro-Duodenoskopie (ÖGD)
    • Beurteilung der Schleimhäute
  • MRT
    • Beurteilung der Organe in Thorax unf Abdomen
  • Computertomografie
    • Beurteilung der Organe in Thorax unf Abdomen

Therapie

  • Watch and Wait
  • Medikamente
  • Operation

Präventionsmaßnahmen

  • Gesunde Ernährung
  • Bewegung
  • Gewichtabnahme

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