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Speichelstein

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Geschrieben von
Jessica Papic (Ärztin)

Was sind die Ursachen und Risikofaktoren eines Speichelsteins?

Speichelsteine (Sialolithen) sind eine der häufigsten Ursachen für entzündliche Prozesse im Bereich der großen paarigen Kopfspeicheldrüsen (Sialolithiasis). Am häufigsten ist mit 80-90% die Unterkieferspeicheldrüse (Glandula submandibularis) von festsitzenden Speichelsteinen betroffen. Die Ohrspeicheldrüse weist nur in ungefähr 10 % der Fälle Speichelsteine und daraus resultierende Entzündungen auf.

Mit 8 % am Seltensten kommt es in der Unterzungenspeicheldrüse zur Steinbildung. Ein Speichelstein hat einen Durchmesser von ungefähr einem Millimeter bis zu einigen Zentimetern. Ob die betroffene Speicheldrüse durch den Stein verstopft wird, hängt maßgeblich mit der Größe des gebildeten Steins zusammen.

In der Mehrzahl der Fälle tritt ein Speichelstein bei Personen, die das 50. Lebensjahr vollendet haben, auf. Kinder können jedoch ebenfalls Speichelsteine entwickeln und deshalb eine Speicheldrüsenentzündung ausbilden.

Speichelsteine bilden sich aus verschiedenen Bestandteilen des Speichels. In diesem Zusammenhang spielt vor allem das im Speichel enthaltene Calciumphosphat eine wichtige Rolle. Darüber hinaus bestehen Speichelsteine aus Eiweiß und/oder Kohlenhydraten. Solange diese Bestandteile im Gleichgewicht zueinander stehen, lagern sich keine Steine ab. Erst wenn es zum Ungleichgewicht der einzelnen Verbindungen kommt, wird die Bildung von Speichelsteinen provoziert.

Hinweis

Für die Entstehung von Speichelsteinen gibt es verschiedene Ursachen. Vor allem eine zu niedrige Trinkmenge kann das Risiko für das Auftreten solcher Steine steigern. Durch die geringe Flüssigkeitszufuhr beginnt der Speichel damit, sich einzudicken. Denn aufgrund des Flüssigkeitsmangels reduziert der Körper die über den Speichel ausgeschiedene Menge an Wasser und verringert auf diese Weise die Speichelproduktion.

Dies hat jedoch auch zur Folge, dass die Speicheldrüsen nicht mehr optimal durchgespült werden und sich Konkremente ablagern können. Darüber hinaus gibt es andere Dinge, die das Risiko für die Entstehung von Speichelsteinen steigern.

Zu diesen Risikofaktoren zählen:

Was sind die Symptome eines Speichelsteins?

Bei Personen, die Speichlsteine aufweisen, muss es nicht zwangsläufig zum Auftreten von Beschwerden kommen. Besonders kleine Speichelsteine passen durch die Ausführungsgänge der Speicheldrüsen und können auf diese Weise problemlos ausgeschieden werden. Zu Beschwerden kommt es dabei in der Regel nicht.

Auch die Lage der Steine spielt bei der Frage, ob Symptome hervorgerufen werden, eine entscheidende Rolle. Auch bei großen Speichelsteinen kommt es nicht sofort zu Beschwerden. Erst wenn die Öffnungen der Ausführungsgänge der Drüsen durch einen Stein verstopft werden und der Speichel in Folge dessen nicht mehr regelecht abfließen kann, treten erste Symptome auf.

Hinweis

Typischerweise kommt es im Laufe der Zeit zur Entstehung entzündlicher Prozesse innerhalb der betroffenen Speicheldrüse. Aus diesem Grund lassen sich bei den Patienten die typischen Entzündungszeichen feststellen. Sie leiden unter mitunter starken Schmerzen, die Speicheldrüse wirkt geschwollen und erwärmt.

Darüber hinaus nimmt die Schleimhautfarbe im Bereich der Drüse eine auffällig intensive Rotfärbung an. Die vom Betroffenen wahrgenommenen Schmerzen steigern sich, wenn die Speicheldrüse zur gesteigerten Produktion von Speichel angeregt wird. Aus diesem Grund wird vor allem das Essen als besonders schmerzhaft empfunden. Darüber hinaus kann es bei einer bereits fortgeschrittenen Entzündung zu systemischen Reaktionen, wie Fieber , kommen.

Wie wird der Speichelstein diagnostiziert?

Untersuchungen bei Speichelstein

Die Diagnostik bei dem Verdacht auf das Vorliegen eines Speichelsteins gliedert sich in der Regel in verschiedene Schritte:

Bei Verdacht auf das Vorliegen von einem Speichelstein sollte ein Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde (HNO) aufgesucht werden. u Beginn erfolgt ein ausführliches Arzt-Patienten-Gespräch, bei dem auf die Krankengeschichte und die bestehenden Symptome eingegangen wird. Darüber hinaus stellt der HNO-Arzt gezielte Fragen bezüglich der Lebensgewohnheiten des Patienten (zum Beispiel bezüglich der Trinkmenge und des Nikotinkonsums).

Bereits die vom Betroffenen geschilderten Symptome können dabei helfen die Verdachtsdiagnose "Speichelstein" zu untermauern. Im Anschluss daran erfolgt eine körperliche Untersuchung, bei der die Speicheldrüsen abgetatste werden. Während dieser Untersuchung zeigen sich die Drüsen in der Regel als geschwollen und überwärmt. In besonders ausgeprägten Fällen, kann beim Abtasten sogar der selbst Stein ertastet werden. Sollte auch nach der Untersuchung keine zweifelsfreie Diagnose möglich sein, können bildgebende Verfahren angeschlossen werden.

Vor allem mit Hilfe einer Ultraschalluntersuchung lässt sie die Diagnose "Speichelstein" sichern. Der behandelnde Arzt kann auf diese Weise die geschwollene, entzündete Speicheldrüse und gegebenenfalls einen Schatten des Steins darstellen. Darüber hinaus kann er prüfen, ob es zur Bildung eines Abszess gekommen ist. In manchen der Fälle ist darüber hinaus eine sogenannte Sialografie notwendig.

Bei dieser Untersuchungsmethode wird zunächst ein Kontrastmittel in den Ausführungsgang der Speicheldrüse gespritzt. Im Anschluss daran wird eine Röntgenaufnahme, auf der der Stein zu erkennen ist, angefertigt. Auf diese Weise lässt sich nicht bloß der Stein als solcher, sondern auch dessen Lage exakt bestimmen. Eher selten sind weitere bildgebende Verfahren wie beispielsweise eine Computertomografie (CT) notwendig.

Therapie bei Speichelstein

Die am Besten geeignete Behandlungsmethode bei einem Speichelstein richtet sich maßgeblich nach Größe und Lokalisation des Steins. Kleine Steine lassen sich dabei zumeist durch eine Steigerung der Trinkmenge und leichte Massagen der betroffenen Speicheldrüse ausschwemmen. Sollte der Speichelstein Nahe des Ausgangs der Speicheldrüse feststecken, kann dieser mittels kleinem operativen Eingriffs in örtlicher Betäubung entfernt werden. Das dabei durchgeführte Verfahren nennt sich operative Gangschlitzung und führt bei nicht zu großen Steinen zumeist zum Erfolg.

Sollte der Speichelstein jedoch bereits größer sein, stehen dem behandelnden Arzt zwei verschiedene Therapieotionen zur Verfügung: die sogenannte Stoßwellentherapie und die Endoskopie.

Während der Stoßwellentherapie (extrakorporale Stoßwellenlithotripsie) werden Ultraschallwellen von außen auf die betroffene Speicheldrüse geleitet. Diese Wellen zerkleinern den Speichelstein und sorgen auf diese Weise dafür, dass er besser aus der Drüse ausgeschwemmt werden kann. Die Stoßwellentherapie eignet sich vor allem für Steine, die nicht größer als acht Millimeter sind.

Bei der Endoskopie verwendet der Arzt eine kleine Kamera, die über den Ausführungsgang bis in die Speichendrüse vorgeschoben wird. Sobald der Stein ins Sichtfeld gelangt, kann es mit einer speziellen, kleinen Zange oder eines Körbchens aus der Drüse entfernt werden. Bei sehr großen Speichelsteinen kann es notwendig sein, den Gang während des Eingriffs zu spülen oder etwas aufzuweiten.

In manchen Fällen ist die Speicheldrüse jedoch derart in Mitleidenschaft gezogen, dass es immer wieder zur Ausbildung entzündlicher Prozesse kommt. Häufig ist es dann ratsam, die betroffene Speicheldrüse im Ganzen zu entfernen.

Wie ist die Prognose eines Speichelsteins?

Die Prognose bei einem Speichelstein ist recht gut. Kleine Steine lassen sich in der Regel problemlos entfernen. Bei einem größeren Speichelstein muss die Entfernung zumeist chirurgisch erfolgen. Auch die dazu geeigneten Verfahren sind in den meisten Fällen zielführend. Nur bei anhaltenden oder rezidivierenden Speicheldrüsenentzündungen, sollte die Drüse im Ganzen entfernt werden.

Wie kann man einem Speichelstein vorbeugen?

Der Entstehung von einem Speichelstein lässt sich nicht immer sicher vorbeugen. Durch die Reduktion der bekannten Risikofaktoren, kann die Wahrscheinlichkeit des Auftretens eines solchen Steins jedoch deutlich gesenkt werden. In diesem Zusammenhang spielen vor allem eine sorgfälltige Mundhygiene und eine ausreichende tägliche Flüssigkeitszufuhr eine entscheidende Rolle.

Zusammenfassung

Speichelsteine (Sialolithen) sind eine der häufigsten Ursachen für entzündliche Prozesse im Bereich der großen paarigen Kopfspeicheldrüsen (Sialolithiasis). Die Entstehung solcher Steine wird vor allem durch mangelnde Mundhygiene und zu geringe Flüssigkeitszufuhr getriggert. In den meisten Fällen kann der Speichelstein konservativ oder chirurgisch problemlos entfernt werden.

Speichelstein Karteikarte

Erkrankung zusammengefasst

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Speichelstein

Sialolithiasis

Betroffene

Organe(e):

Speicheldrüsen

Epidemiologie

  • Inzidenz: 1 von 15.000 bis 30.000 Menschen pro Jahr

Risikofaktoren

  • Dehydratation
  • Veränderte Zusammensetzung des Speichels (erhöhte Calciumkonzentration pH Verschiebung)
  • Nikotinkonsum
  • primärer Hyperparathyreoidismus

Ursachen

  • Dehydratation
  • Veränderte Zusammensetzung des Speichels (erhöhte Calciumkonzentration pH Verschiebung)
  • primärer Hyperparathyreoidismus

Symptome

  • Schwellung
  • Schmerzen

Komplikationen

  • Narben
  • Obstruktionen
  • Abszess

Diagnose

  • Anamnese
    • Sind ihre Speicheldrüsen angeschwollen?
    • Ist ihre Wange geschwollen?
    • Haben sie eine Schwellung unter der Zunge?
    • Haben sie Schmerzen im Bereich der geschwollenen Speicheldrüsen?
  • Ultraschalluntersuchung
    • Nachweis des Steins
  • Sialografie
    • Kontrastmitteluntersuchung der Speicheldrüsen (KM wird in Ausführungsgänge gespritzt)
  • Computertomografie
    • Bestimmung der exakten Lage des Steins
  • MRT
    • Bestimmung der exakten Lage des Steins

Therapie

  • Konservative Behandlung
  • Stoßwellentherapie
  • Endoskopie

Präventionsmaßnahmen

  • ausreichende Flüssigkeitszufuhr

Prognose

  • gute Prognose
  • heilt meist ohne Komplikationen ab

Begriffe

Abszess

Unter dem Begriff Abszess versteht man einen abgekapselten Hohlraum im Gewebe, der mit eitrigem Sekret gefüllt ist und sich vor allem durch eine Schwellung, Schmerzen und eine deutliche Überwärmung bemerkbar macht.
Von Fieber spricht man immer dann, wenn die Körpertemperatur über das normale Maß hinaus erhöht ist. Normalerweise liegt die Körpertemperatur des Menschen zwischen 36,0 und 37,4 Grad Celsius.
„Mukoviszidose: Der Mukus ist zu viskös.“ Das bedeutet, dass das Sekret, welches in unserem Körper gebildet wird, wie zum Beispiel im Darm, in der Leber oder in der Bauchspeicheldrüse, zu dickflüssig ist.
Mumps ist eine weltweit auftretende Infektionskrankheit, die durch ein Paramyxovirus (Mumps-Virus) verursacht wird.

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