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Bild das Sodbrennen veranschaulicht.

Was ist Sodbrennen?

Die Refluxkrankheit oder auch Sodbrennen kommt gerade in den westlichen Ländern besonders häufig vor. Etwa 20 von 100 Menschen hierzulande leiden unter aufsteigender Magensäure.

Menschen, die an der Refluxkrankheit leiden, müssen ungewöhnlich häufig aufstoßen und haben immer wieder Sodbrennen. Beides kann für die betroffenen Menschen sehr unangenehm sein, hat aber in der Regel im normalen Maße keine langfristigen Folgen. Erst wenn es zum regelmäßigen Auftreten von Sodbrennen, das mit Aufstoßen einhergeht, kommt, kann sich dies auf das Gewebe der auswirken.

In der Medizin spricht man auch von der sogenannten gastroösophagealen Refluxerkrankung, kurz GERD. Dem Namen zufolge sind also sowohl der als auch die an dieser Erkrankung beteiligt.

Eigentlich ist die Passage zwischen Speiseröhre und Magen streng geregelt und fest verschlossen. Nur wenn Speichel mit Nahrung an dem gastroösophagealen Übergang ankommt, wird dieser geöffnet und eine Passage ermöglicht. Nachdem die Nahrung in den Magen übergetreten ist, verschließt dieser Übergang, um das Zurückfließen von Magensaft in die Speiseröhre zu verhindern.

Bei Menschen, die an der Refluxkrankheit leiden, ist eben dieser Prozess gestört. Grund dafür kann zum Beispiel eine starke Dehnung des Magens sein. Nimmt man also zu viel Nahrung auf einmal zu sich, wird der Magen weit gedehnt und der Verschluss am Mageneingang wird vorübergehend gelockert. In dieser Situation können weder Magensaft noch Luft zurückgehalten werden. Es kann aber auch sein, dass sich der Verschluss des Magens ohne erkennbaren Grund öffnet.

Kommt es zur Entstehung der Refluxkrankheit, so wirkt sich der saure Magensaft langfristig schädigend auf die Schleimhaut der Speiseröhre aus. Der Betroffene verspürt aus diesem Grund Sodbrennen. Wirkt das saure Sekret über einen längeren Zeitraum auf die Ösophagusschleimhaut ein, so kann sie sich entzünden und starke Schmerzen hervorrufen.

Außerdem beginnt sich die Schleimhaut, die unmittelbar am Übergang von der Speiseröhre zum Magen liegt, zu verändern. Es bildet sich ein sogenannter „Barrett Ösophasus“. Die Schleimhaut kann der Säure auf diese Weise besser standhalten. Es besteht jedoch die Gefahr, dass sich aus der veränderten Schleimhaut ein Tumor () entwickelt.

Was sind die Ursachen und Risikofaktoren von Sodbrennen?

Bei Personen, die an der Refluxkrankheit (gastroösophagealer Reflux) leiden, kommt es zum Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre.

Eine der möglichen Ursachen ist eine Schwäche des Speiseröhrenschließmuskels (Ösophagussphinkter). Dieser Muskel ist dauerhaft angespannt und verschließt dadurch den Übergang zwischen Speiseröhre und . Einzig während des Schluckakts öffnet der Ösophagussphinkter und lässt Speisen passieren.

Bei einigen Menschen ist die Funktion des Muskels gestört. Er kann nicht dauerhaft angespannt bleiben und die Passage von der Speiseröhre zum Magen verschließen. Er erschlafft unabhängig vom Schluckakt.

Infolgedessen kann Magensäure ungehindert aufsteigen und die Schleimhaut in der Speiseröhre schädigen. Auch im Zuge einer Schwangerschaft kommt es bei vielen Frauen zur Refluxkrankheit. Während der Fetus heranwächst, steigt der Druck im Bauch- und Brustraum der werdenden Mutter. Das sorgt dafür, dass sich die Organe verschieben oder gestaucht werden.

Wissenswert

Eine der Folgen daraus ist die Refluxkrankheit, die gerade im letzten Schwangerschaftsdrittel sehr belastend sein kann. Weitere Ursachen für die Entstehung der Refluxkrankheit sind Alkoholkonsum, Kaffeegenuss und abendliche große Mahlzeiten.

Auch bei Menschen mit Übergewicht steigt das Risiko für das Auftreten der Refluxkrankheit.

Was sind die Symptome bei Sodbrennen?

Symptome im Überblick

Typische klinische Zeichen einer Refluxkrankheit:

Leitsymptome

  • brennende Schmerzen hinter dem Brustbein (Sodbrennen)
  • das Gefühl, dass Mageninhalt aufsteigt (kein Erbrechen)

Begleitsymptome

  • nächtliches
  • Mundgeruch
  • Probleme mit Zähnen
  • Herzschmerz

Das Hauptsymptom der Refluxkrankheit ist das Sodbrennen, bei dem die Betroffenen einen brennenden Schmerz hinter dem Brustbein verspüren. Besonders häufig kann dieses Symptom in der Nacht, im Liegen und nach dem Essen beobachtet werden.

Ungefähr 60 % der unter der Refluxkrankheit Leidenden müssen häufig Luft aufstoßen. Circa 50 % der Betroffenen entwickeln im Verlauf Schluckbeschwerden. Nach dem Aufstoßen entsteht bei vielen ein seifiger, salziger Geschmack auf der Zunge. Außerdem kann der Reflux zu führen.

Beim Reflux selbst steigt Magensäure in die Speiseröhre (Ösophagus) auf. Eine Weile kann die Speiseröhrenschleimhaut diesem Reiz standhalten. Bei chronischem Reflux kommt es jedoch zur Schädigung. Infolgedessen entstehen Geschwüre und es kann zu Blutungen kommen.

Nach einer Weile versuchen die Zellen der unteren Speiseröhre, sich auf den Kontakt mit der Magensäure einzustellen. Durch Umwandlung des Epithels entsteht der sogenannte Barret-Ösophagus, der als Krebsvorstufe gilt.

Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass die ständige Reizung des Gewebes zur Entstehung entzündlicher Prozesse führt. Die Betroffenen entwickeln Entzündungen der und in besonders ausgeprägten Fällen des Kehlkopfs.

Auch bei Säuglingen und größeren Kindern kann die Refluxkrankheit beobachtet werden. Die Symptome sind bei ihnen die Gleichen wie beim Erwachsenen. Ein deutlicher Hinweis auf die Refluxkrankheit beim Kind ist jedoch die Gedeihstörung.

Schädigung der Zähne

Im Zuge der Refluxkrankheit kommt es zum ständigen Aufsteigen von saurem Magensekret in den Ösophagus. Der Magensaft kann dabei bis in die Mundhöhle gelangen und sich sowohl auf das Zahnfleisch als auch auf die Zahnsubstanz auswirken.

Bei den betroffenen Personen zeigt sich eine stetig zunehmende Säurebelastung der Zähne. Im Laufe der Zeit wird der Zahnschmelz mehr und mehr in Mitleidenschaft gezogen und schwer geschädigt. Der Zahnschmelz gehört normalerweise zu den härtesten und widerstandsfähigsten Substanz des Körpers. Seine Aufgabe besteht darin, die Zähne vor äußeren Einflüssen zu schützen.

Schäden des Zahnschmelz manifestieren sich in der Regel zuerst im Bereich der Zahnhälse.

Wissenswert

Symptome bei Babys und Kleinkindern

Die Refluxkrankheit tritt in den meisten Fällen bei Erwachsenen auf. Aber auch Säuglinge, Babys und kleine Kinder können bereits Beschwerden durch aufsteigende Magensäure entwickeln. Die in einem jungen Lebensalter auftretenden Symptome unterscheiden sich jedoch von den Beschwerden, die bei älteren Betroffenen in Erscheinung treten.

Kinder, die einen Reflux haben, zeigen besonders häufig Probleme beim Stillen oder beim Trinken aus der Flasche. Auch im Falle eines kleinen Kindes zeigen sich die durch den Reflux hervorgerufenen Beschwerden bei der Nahrungszunahme. Säuglinge, Babys und kleine Kinder mit Reflux verhalten sich beim Stillen, Trinken oder Essen sehr unruhig.

Darüber hinaus schreien sie besonders häufig. Viele der betroffenen Kinder strecken den Kopf und neigen den Oberkörper nach hinten. Auf diese Weise können sie sich die Nahrungsaufnahme deutlich reichert machen. Bei vielen der Betroffenen kommt es nach dem Stillen, Trinken oder Essen jedoch zu rezidivierendem Erbrechen.

Problematisch ist ein Reflux bei kleinen Kindern immer dann, wenn sie noch nicht dazu in der Lage sind, sich zu verständigen. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass die Eltern ihre Kinder bei der Nahrungsaufnahme im Auge behalten und auf jedwede Auffälligkeit achten.

Langfristig kann ein unbehandelter Reflux im Kindesalter nämlich das Wachstum hemmen und die kindliche Entwicklung negativ beeinflussen. Eine frühzeitige Behandlung ist aus diesem Grund gerade bei Säuglingen, Babys und kleinen Kindern besonders wichtig.

Wie wird Sodbrennen diagnostiziert?

Untersuchungen im Überblick

Die Diagnostik bei Verdacht auf das Vorliegen der Refluxkrankheit gliedert sich in mehrere Schritte.

Während eines Arzt-Patienten-Gesprächs werden die vom Patienten wahrgenommenen Symptome erörtert. Der Arzt fragt nach Häufigkeit und Intensität. Außerdem ist es wichtig zu erfahren, in welchen Situationen der Reflux auftritt und ob er sich durch bestimmte Maßnahmen lindern lässt.

Sollte sich der Verdacht erhärten, kann eine sogenannte Speiseröhrenspiegelung durchgeführt werden. Bei diesem Verfahren wird Schlauch mit Kamera in die Speiseröhre bis zum eingeführt.

Auf diese Weise lässt sich das Epithel genau begutachten und auf Auffälligkeiten hin untersuchen. Anhand der Ergebnisse der Speiseröhrenspiegelung lässt sich die entzündliche Refluxkrankheit in fünf Stufen einteilen.

Stadieneinteilung einer Refluxkrankheit

Nach Savary und Miller unterscheidet man:

Grad 0

Es besteht ein Rückfluss des Magensaftes, ohne Veränderungen an den Schleimhäuten.

Grad 1

Nicht verbundene Schleimhautveränderungen (rote Flecken oder weiße Belege, denen in der Mitte der roten Flecke aufgelagert sind).

Grad 2

Sich ausbreitende Flecken entlang der Schleimhautfalten.

Grad 3

Läsionen nehmen den gesamten Umfang der unteren Speiseröhre ein.

Grad 4 (Komplikationsstadium)

Es entstehen Ulzerationen, Strikturen (hochgradige Einengung der Speiseröhre) und der Barett-Ösophagus.

*Dies ist jedoch nicht die einzige Möglichkeit, die Folgen der Refluxkrankheit zu klassifizieren. Weitere Klassifikationen sind die MUSE-Einteilung nach Armstrong und die Los Angeles-Klassifikation.

Therapie bei Sodbrennen

In den meisten Fällen kann die Refluxkrankheit problemlos behandelt werden. Besonders wichtig ist es, die Ernährungsgewohnheiten und den Lebensstil anzupassen, bevor Medikamente eingenommen werden. Vielen der Betroffenen reichen diese Maßnahmen bereits aus, um die Refluxkrankheit in den Griff zu bekommen. Um den Reflux zu minimieren, sollte auf das Tragen zu enger Kleidung verzichtet werden.

Zu viel äußerer Druck kann dazu führen, dass der Magen gestaucht wird und deshalb leichter Magensäure aufsteigen kann. Darüber hinaus sollten sich die Betroffenen zum Schlafen nicht flach hinlegen. Eine Schlafposition mit angehobenen Oberkörper sorgt dafür, dass der saure Magensaft nicht so einfach in die gelangt.

Die Refluxkrankheit und die damit einhergehenden Entzündungen verursachen bei vielen Verdauungsprobleme. Eine besonders Proteinreiche Ernährung ist für den Betroffenen besser verträglich und kann dabei helfen, den Reflux zu stoppen. Grund dafür ist die Tatsache, dass Proteine im die Produktion des Hormons Gastrin stimulieren.

Dieses Hormon reguliert unter anderem die Spannung des unteren Ösophagusmuskels, sodass er besser schließen kann. Diese Methode ist jedoch mit Vorsicht zu genießen, denn Gastrin steigert außerdem die Magensäureproduktion.

Bei ungefähr 90 % der Reflux-Patienten muss jedoch medikamentös eingegriffen werden. Bei den meisten der Betroffenen kommen sogenannte Protonenpumpenhemmer zum Einsatz. Diese Medikamente sind sehr gut verträglich und sorgen in ungefähr 90 % der Fälle für eine Unterbindung des Reflux. Außerdem können Antrazide verschrieben werden.

Diese Substanzen vermögen es, die Magensäure im Inneren des Magens zu binden und mit ihr eine gelartige Masse zu bilden. Die langfristige Wirksamkeit dieser Medikamente wird jedoch noch diskutiert.

In besonders ausgeprägten Fällen fließt die Magensäure nicht bloß in die Speiseröhre, sondern auch in die Luftröhre zurück. Bei den Betroffenen ist die Einnahme der Antireflux-Medikamente in der Regel nicht mehr zielführend. Aus diesem Grund kann nur ein operativer Eingriff dabei helfen, die Refluxkrankheit zu stoppen.

Wissenswert

Bei der Operation wird eine Manschette aus dem oberen Anteil des Magens gebildet. Diese wird einmal um die untere Speiseröhre gelegt und dort befestigt. Da der Speiseröhrenmuskel selbst zu schwach ist, hilft die gebildete Manschette dabei, die Speiseröhre außerhalb des Schluckakts zu verschließen.

Wie ist die Prognose bei Sodbrennen?

Die Refluxkrankheit kann sehr gut therapiert werden, wodurch es in ungefähr 90 % der Fälle zur Beseitigung der Symptome kommt. Darüber hinaus können die entzündlichen Prozesse in der unter Protonenhemmereinnahme abheilen.

Achtung

Da es jedoch bei der Hälfte der Patienten zum erneuten Ausbruch kommt, sobald die Medikamente abgesetzt werden, ist über eine langfristige Anwendung zu diskutieren.

Wie kann man Sodbrennen vorbeugen?

Dem Auftreten der Refluxkrankheit kann man nur bedingt vorbeugen. Da hohes Körpergewicht die Wahrscheinlichkeit an Reflux zu leiden erhöht, sollte eine angestrebt werden. Darüber hinaus kann der Refluxkrankheit durch Anpassungen der Ernährungsgewohnheiten vorgebeugt werden. Der Verzicht auf säurehaltige Lebensmittel und Getränke ist dabei besonders wichtig.

Alternativmedizinische Behandlungsmöglichkeiten und Haushaltsmittel bei Sodbrennen

Zur Behandlung der Refluxkrankheit kommen einige Hausmittel infrage. Dabei handelt es sich um Substanzen, die dazu in der Lage sind, Magensäure zu neutralisieren (sogenannte Antazida). In Frage kommen vor allem Bullrichsalz und Kamillentee.

Empfehlungen zur Nachsorge bei Sodbrennen

Patienten mit ausgeprägter Refluxkrankheit sollten auch nach der Behandlung regelmäßig untersucht werden. Eine regelmäßige Nachsorge ist vor allem dann wichtig, wenn es beim Betroffenen zu Zellveränderungen am unteren Ösophagus gekommen ist.

Komplikation: Barrett-Ösophagus

Ein sogenannter Barrett-Ösophagus entsteht in der Regel im Zuge einer chronischen Refluxkrankheit. Es handelt sich dabei um die krankhafte Veränderung von Schleimhautgewebe, die durch den ständigen Kontakt zum sauren Magensekret induziert wird. Der Barrett Ösophagus gilt als Präkanzerose, das bedeutet, dass sich aus den Gewebeveränderungen ein Tumor, der sogenannte , bilden kann.

Beim Barrett Ösophagus handelt es sich demnach um eine ernstzunehmende Erkrankung. Damit die Gefahr der Malignisierung gebannt wird, sollten die Speiseröhrenveränderungen nach deren Diagnose zeitnah behandelt werden. Die Behandlung erfolgt dann weitestgehend durch eine Änderung der Lebensgewohnheiten und der Ernährungsweise.

Im Allgemeinen entwickelt sich bei ungefähr zehn Prozent aller Personen, die an einer Entzündung der Speiseröhrenschleimhaut (Refluxösophagitis) leiden, entwickeln im Laufe der Zeit einen Barrett-Ösophagus. Demzufolge nimmt auch das Risiko der Entstehung von bei circa zehn Prozent der Patienten mit Speiseröhrenentzündungen zu.

Normalerweise besteht die gesunde Schleimhaut der Speiseröhre aus einer speziellen Gewebeart, dem sogenannten Plattenepithel. Im Falle des Barrett-Ösophagus wandelt sich dieses flache Gewebe in ungesundes Zylinderepithel um. Das Zylinderepithel ist, wie der Name schon verrät, deutlich höher als das ursprüngliche Plattenepithel.

Aus diesem Grund kommt es im Zuge der Gewebeveränderung auch zu einer innerlichen Verkürzung des Ösophagus. Zusammengefasst kann man sie Entstehung eines Barrett- Ösophagus wie folgt erklären: Aufgrund der langfristigen Säureeinwirkung überwuchert eine kranke Gewebeart, die zerstörten, gesunden Bereiche.

Barrett-Ösophagus Symptome

Die eigentliche Umwandlung der Speiseröhrenschleimhaut ruft bei den betroffenen Menschen in der Regel keinerlei Beschwerden hervor. Erst im weiteren Verlauf entstehen die ersten typischen Symptome. Zu den häufigsten, mit dem Barrett Ösophagus in Zusammenhang stehenden Symptomen zählen Sodbrennen, Schmerzen hinter dem Brustbein und Schluckstörungen.

Aufgrund der Probleme beim Schlucken kann die Nahrungsaufnahme sehr stark eingeschränkt sein. Dies kann dazu führen, dass die betroffenen Personen einiges an Körpergewicht verlieren.

Achtung

Der sogenannte Barett-Ösophagus gilt als Krebsvorstufe und sollte deshalb durch regelmäßige Spiegelungen im Auge behalten werden.

Die wichtigsten Merkmale der verschiedenen Formen der Refluxkrankheit

NERD vs. ERD

Immer wenn es im Zuge des Aufsteigers der Magensäure zur Entstehung von Schleimhautschäden kommt, spricht man von einer sogenannten erosiven gastroösophagealen Refluxkrankheit (NERD). Die NERD macht einen Anteil von ungefähr 60 Prozent aller von der Refluxkrankheit betroffenen Menschen aus.

Wenn sich bei einer Person, die an der Refluxkrankheit leiden, hingegen Schleimhautveränderungen nachweisen, so nennt man diese Form erosive Refluxkrankheit (ERD).

Primäre vs. sekundäre Form

Sowohl bei der primären als auch bei der sekundären Form der Refluxkrankheit kann eine Funktionseinschränkung des unteren Schließmuskels der Speiseröhre (Ösophagussphinkter) nachgewiesen werden. Darüber hinaus weisen die Betroffenen bei beiden Formen der Refluxkrankheit eine Einschränkung der Beweglichkeit der Speiseröhre auf. Aus diesem Grund ist auch der Nahrungstransport beziehungsweise die Passage der Nahrung durch die Speiseröhre mitunter stark beeinflusst.

Normalerweise hat der Organismus zudem Strategien entwickelt, wie aufsteigende Magensäure in den Magen zurückbewegt werden kann. Die wichtigste dieser Strategien ist der Rücktransport durch fortlaufende Eigenbewegungen (Peristaltik). Kommt es im Zuge der Erkrankung zu einer Beeinträchtigung der Beweglichkeit des Ösophagus, so verlängert sich die Kontaktdauer zwischen Ösophagusschleimhaut und saurem Sekret. Auf diese Weise kann die Magensäure noch schneller zur Schädigung des Gewebes führen.

Primäre gastroösophageale Refluxkrankheit

Bei dieser Variante handelt es sich um die mit Abstand häufigste Form der Refluxkrankheit. Primär bedeutet dabei, dass sich keine genaue Ursache für das Auftreten der Erkrankung finden lässt. Genauer gesagt ist die Ursache wie bei allen Formen eine Undichtigkeit des unteren Ösophagussphinkters. Wodurch diese hervorgerufen wird, ist jedoch unklar.

Das Auftreten der primären gastroösophagealen Refluxkrankheit kann durch verschiedene Faktoren begünstigt werden. Die wichtigsten dieser Faktoren sind Übergewicht, ungesunde Lebensgewohnheiten, eine Schwäche des Zwerchfells oder eine Bewegungseinschränkung des Ösophagus. Auch eine Minderung der Speichelproduktion kann dafür verantwortlich sein, dass Magensäure ungehindert in und Mundhöhle aufsteigen kann.

Sekundärer gastroösophagealer Reflux

Die Entstehung dieser Form der Refluxkrankheit kann immer einer körperlichen Veränderung zugeschrieben werden. Die häufigsten Ursachen für deren Auftreten sind Schwangerschaften, mit der dafür typischen Druckerhöhung innerhalb des Abdomens.

Darüber hinaus können Erkrankungen, die zu einer anatomischen Veränderung von Speiseröhre und/oder Magen führen, für die sekundäre gastroösophageale Refluxkrankheit verantwortlich sein.

Zusammenfassung

Auf Grund einer Schwäche des unteren Speiseröhrenschließmuskels kommt es bei Personen, die an der Refluxkrankheit (gastroösophagealer Reflux) leiden, zum Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre.

Betroffene leiden dadurch unter Sodbrennen, saurem Aufstoßen und Schluckstörungen. Da sich bei Vorliegen der Refluxkrankheit ein sogenannter Barett-Ösophagus (Krebsvorstufe) bildet, muss zeitnah eine Behandlung eingeleitet werden.

  • Herold, G. 2019. Innere Medizin. De Gruyter.
  • Prinz, C. 2012. Basiswissen Innere Medizin. 1 ed.: Springe
  • Riedl, B. 2017. Basiswissen Allgemeinmedizin 1ed.: Springer.
  • Bortolotti, M. 2021. "Magnetic challenge against gastroesophageal reflux." World J Gastroenterol 27 (48): 8227-8241.

Häufig gestellte Patientenfragen, beantwortet

Personen mit Refluxkrankheit leiden besonders häufig unter Sodbrennen, das sich als brennender Schmerz hinter dem Brustbein mannifstiert. Darüber hinaus kommt es bei den Betroffenen zum sauren Aufstoßen und dadurch hervorgerufenem Mundgeruch. In ausgeprägten Fällen kann es zudem zu Schluckstörungen kommen.

Personen, die unter Reflux leiden, sollten auf säurehaltige Lebensmittel und Getränke verzichten. Auch der Verzehr stark gewürzter Speisen kann den Reflux verstärken und ist deshalb nicht zu empfehlen.

Die Änderung der Ess- und Lebensgewohnheiten führt bei vielen Patienten bereits zum Abklingen der Symptome. Sollte jedoch eine medikamentöse Therapie notwendig sein, kommen vor allem Protonenpumpenhemmer, die die Magensäureproduktion hemmen, in Frage. In besonders ausgeärgten Fällen kann ein operativer Eingriff dabei helfen den Reflux zu stoppen.

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Refluxkrankheit

GERD, Ösophagitis, Gastroösophageale Refluxkrankheit, (Sodbrennen)
Betroffene

Organ(e):

Speiseröhre
Magen

Epidemiologie

  • 10-20% in westlichen Ländern
  • im Alter häufiger

Risikofaktoren

süße Lebensmittel
Rauchen
Alkohol
Kohlensäure
Kaffee
Stress

Ursachen

ungesunde Lebensweise
Schwangerschaft
späte große Mahlzeiten

Pathophysiologie

Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre (besonders im Liegen)

Symptome

Sodbrennen
Räuspern
Schmerzhaftes Schlucken
Reizhusten
Druck hinter Brustbein
Schlechter Mundgeruch

Diagnose

Körperliche Untersuchung
  • Magenspiegelung
spezifische Tests
  • 24 Stunden pH Messung

Stadien

Primär
viel Magensäure produziert, Schließmuskel zwischen Speiseröhre und Magen erschlafft
Sekundär
Anatomische Veränderung, schwache Muskulatur um die Speiseröhre

Therapie

  • Ernährungsumstellung
  • Medikamente

Präventionsmaßnahmen

  • Gewichtsreduktion
  • Bewegung
  • gesunde Ernährung

Prognose

  • unter Behandlung sehr gute Prognose

Begriffe

  • Gewichtsabnahme

    Es gibt aber auch Situationen, in denen eine Gewichtsabnahme alles andere als erwünscht ist. Wenn der Appetit nachlässt und es aus diesem Grund zum Gewichtsverlust kommt, kann dies unter Umständen mit einer schwerwiegenden Erkrankung in Zusammenhang stehen.

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