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Q-Fieber

Das Q-Fieber ist eine Infektionskrankheit aus der großen Gruppe der sogenannten Zoonosen. Zoonosen sind Infektionskrankheiten, welche von Tieren auf Menschen übertragen werden. In Deutschland werden etwa 200-300 Fälle pro Jahr dokumentiert. Im Jahr 2020 waren es 55 und damit 63% weniger als 2019.

Was sind die Ursachen und Risikofaktoren eines Q-Fiebers?

Hervorgerufen wird das Q-Fieber durch ein Coxiella burnetii. Dies sind Bakterien welche der Mikrobiologe als Gram-negative Bakterien bezeichnet. Der Begriff "Gram-negativ" stammt aus einer speziellen Färbemethode welche von einem Herr Gram entwickelt wurde und beschreibt, dass die Bakterien unter dem Mikroskop rot erscheinen.

Die Bakterien leben vor allem innerhalb von Körperzellen. Spezialisiert ist Coxiella burnetii auf die Infektion von Wild- und Nutztieren, vor allem Schafe und Rinder, aber auch eine Infektion von Haustieren wie Hunde und Katzen ist eher selten möglich.

Für den Infektionskreislauf der Tiere sind Zecken ein wichtiger Überträger der Bakterien. Die Infektion des Menschen geschieht dagegen in den meisten Fällen über den Luftweg (sog. "Aerogene Übertragung"). Dabei infizieren sich Menschen vor allem über das Einatmen von erregerhaltigen Stäuben von getrockneten Ausscheidungen der Tiere. Hierbei spielen vor allem Geburtsprodukte, wie Mutterkuchen oder Fruchtwasser, und Zeckenkot im Fell der Schafe die größte Rolle.

Achtung

Besonders gefährdet für eine Infektion sind also Personen mit beruflichem Kontakt zu den Tieren, wie beispielsweise Tierärzte oder Schäfer und Helfer bei der Schafschur.

Möglich aber selten, sind auch Infektionen in ländlichen Gebieten oder am Stadtrand. Meist finden Infektionen als Ausbrüche statt. Das bedeutet, dass sich an einer Infektionsquelle viele Personen gleichzeitig anstecken. Beispielsweise fand dies in der Vergangenheit in der Form statt, dass sich mehrere Personen an der Staubwolke einer infizierten Schafherde angesteckt haben.

Was sind die Symptome eines Q-Fiebers?

Etwa die Hälfte der Infektionen verläuft asymptomatisch, es treten also keinerlei Symptome auf.

Bei der anderen Hälfte der Infektionen können die Symptome der einer Grippe ähneln:

  • hohes Fieber mit Schüttelfrost und Muskelschmerzen
  • Abgeschlagenheit
  • Kopfschmerzen
  • Rhinitis (dies beschreibt die Entzündung der Schleimhäute im Bereich der Nase und äußert sich als "Schnupfen")
  • Pharyngitis (dies beschreibt die Entzündung des Rachenraumes und äußert sich als Rötung, Schwellung und Schmerzen, vor allem beim Schlucken, im Bereich des Rachens)
  • Laryngitis (dies beschreibt die Entzündung des Kehlkopfes und äußerst sich meist durch eine heisere Stimme und Husten )

In seltenen Fällen können die Erreger auch andere Organe befallen:

  • Lunge , was zu einer sogenannten atypischen Lungenentzündung führt. Als atypisch wird diese bezeichnet, da meist die ganze Lunge entzündet ist und nicht, wie sonst eher üblich, nur begrenzte Anteile der Lunge.
  • Leber , was zu einer Leberentzündung (sog. "Hepatitis") führt.
  • Herz , hier kann es zu Endo-, Myo-, oder Perikarditis kommen. (Diese Begriffe beschreiben die Entzündung verschiedener Wandanteile des Herzens: "Endo-" die innerste, "Myo-" die mittlere und "Peri-" die äußerste Schicht)
  • Gehirn , hier sind Entzündungen der Hirnhäute (sog. "Meningen") möglich.

Wie wird das Q-Fieber diagnostiziert?

Da die Symptome sehr unspezifisch sind, ist es für den Arzt von entscheidender Bedeutung von einem möglichen Kontakt mit den Erregern zu erfahren. Der Verdacht der Diagnose Q-Fieber kommt bei oben genannten Symptomen bei infektionsgefährdeten Personen, wie Schäfern, auf.

Hinweis

Liegt der Verdacht auf Q-Fieber nahe wird das Blut des Patienten auf Antikörper gegen Coxiella burnetii untersucht. Hierbei werden vor allem sogenannte IgM Antikörper untersucht, da diese Klasse von Antikörpern zu Beginn einer Infektion ausgeschüttet werden.

Therapie bei Q-Fieber

Da sich die Bakterien vor allem innerhalb von Körperzellen aufhalten, müssen Antibiotika verabreicht werden, welche auch das Innere der Zellen erreichen. In Frage kommen hierbei beispielsweise Doxycyclin, Clarithromycin oder Fluorochinolone.

Je nach dem welche Organe betroffen sind und wie schwer die Infektion ist wird der Arzt eine geeignete Behandlung mit einem oder der Kombination von mehreren Antibiotika einleiten.

Wie ist die Prognose eines Q-Fiebers?

In den meisten Fällen heilt eine Infektion mit Coxiella burnetii innerhalb von etwa zwei Wochen selbständig ab. In seltenen Fällen kann es zu einer anhaltenden Abgeschlagenheit der Patienten kommen (sog. "Chronic fatigue syndrom") kommen. Auch die Unfähigkeit des Immunsystems alleine mit der Infektion zurecht zu kommen ist sehr selten, in diesen Fällen kann die Infektion chronisch werden.

Wie kann man einem Q-Fieber vorbeugen?

Um eine Infektion zu verhindern gilt es den Erreger zu meiden. Beim Umgang mit möglicherweise ansteckendem Material sollte Schutzkleidung getragen werden. Zum Beispiel bei tierärztlichen Maßnahmen oder beim Umgang mit rohem Fleisch in Schlachthöfen oder unverarbeiteter Milch auf Bauernhöfen oder Molkereien.

Auf Grund von Infektionserregern wie Coxiella burnetii und natürlich vielen anderen empfiehlt es sich immer nur pasteurisierte (also vor dem Verkauf einmal hoch erhitzte) Milch und nur durchgegarte Fleischprodukte zu konsumieren.

Wissenswert

Eine Impfung für Menschen ist in Deutschland derzeit nicht zugelassen. Eine solche gibt es aber in anderen Ländern. Für Tiere, vor allem Rinder, Schafe und Ziegen ist in Deutschland eine Impfung erhältlich.

Empfehlungen zur Nachsorge bei einem Q-Fieber

Wenn ein Patient die Infektion überstanden hat und keine Symptome mehr zeigt ist keine spezielle Nachsorge nötig. Bei Komplikationen erstellt der Arzt einen individuellen Nachsorgeplan.

Zusammenfassung

Das Q-Fieber ist eine seltene und meist nicht lebensbedrohliche Infektion. Es gibt meist keine Notwendigkeit der Behandlung. Sollte eine Behandlung nötig werden stehen gute Therapieoptionen zur Verfügung.

Q-Fieber Karteikarte

Erkrankung zusammengefasst

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Q-Fieber

Query-Fieber, Queensland-Fieber, Ziegengrippe

Epidemiologie

  • Erkrankung zählt zu den Zoonosen.
  • Bakterien halten sich in Staub und Heu auf.

Risikofaktoren

  • Kontakt zu Paarhufern (z.B. Schafe)
  • Bluttransfusion (Ansteckung von Mensch zu Mensch möglich)
  • Tätigkeit in der Veterinärmedizin
  • Tierpfleger

Ursachen

  • Bakterium Coxiella burnetii
  • Einatmen infektiösen Staubes

Symptome

  • Fieber
  • Schüttelfrost
  • Müdigkeit
  • Muskelschmerzen
  • Kopfschmerzen

Komplikationen

  • chronischen Knochen-, Lungen- und Leberinfektionen
  • Endokarditis

Diagnose

  • Anamnese
    • Haben/Hatten sie Kontakt zu Paarhufern (z.B. Schafen)?
    • Haben sie Fieber?
    • Leiden sie an Schüttelfrost?
    • Fühlen sie sich müde und abgeschlagen?
    • Haben sie Schmerzen in den Muskeln?
    • Leiden sie an Kopfschmerzen?
    • Halten sie Haustiere und/oder haben sie beruflich Kontakt zu Tieren?
  • Laboruntersuchung
    • Blutuntersuchung: spezifische AK
    • Zellkultur zum Erregernachweis

Therapie

  • Medikamente

Präventionsmaßnahmen

  • Schutzkleidung bei Tierkontakt
  • Allgemeine Hygienemaßnahmen

Mögliche Vorsorgemaßnahmen

  • in einigen Ländern gibt es eine Impfung die beruflich exponierten Menschen verabreicht wird.

Prognose

  • IdR Ausheilung nach zwei bis drei Wochen

Begriffe

Fieber

Von Fieber spricht man immer dann, wenn die Körpertemperatur über das normale Maß hinaus erhöht ist. Normalerweise liegt die Körpertemperatur des Menschen zwischen 36,0 und 37,4 Grad Celsius.
Die Grippe (Influenza) ist eine weltweit vorkommende, virale Infektion die auf der Nordhalbkugel in der Regel gehäuft in den Wintermonaten auftritt. Die typischen Symptome sind ein plötzlicher Beginn mit hohem Fieber, Muskelschmerzen, Kopfschmerzen, Halsschmerzen und trockenem Reizhusten.
Als Husten bezeichnet man die Reaktion des Körpers, auf eine Reizung des Rachens oder der Atemwege.
Eine Lungenentzündung (lat. Pneumonie) ist eine häufige Erkrankung, bei der es durch Infektionen (meistens durch Bakterien), aber auch durch allergische Prozesse oder durch Vorerkrankungen (z.B. Herzschwäche) zu einer Entzündung der Lungenbläschen („Alveolen“) oder des Lungen-Grundgewebes („Interstitium“) führen.

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