Medisigel logo
Gesundheit von A-Z

Nierensteine

Profilbild von Bassem  Maalouf

Geschrieben von Bassem Maalouf (Arzt)

Zuletzt evidenzbasiert geprüft am 25. Sept. 2022

Nierensteine oder auch Nierengrieß genannt, werden zu den sogenannten Harnsteinen gezählt. Harnsteine sind Ablagerungen, die sich aus verschiedenen Bestandteilen des Urins bilden können.

Entstehen können solche Ablagerungen sowohl in den kleinen Kanälchen der Nieren als auch im Nierenbecken und den ableitenden Harnwegen. Besonders häufig finden sich Harnsteine im Bereich der Harnleiter oder in der Blase.

Die Größe der Steine kann dabei sehr variabel sein. Einige sind so klein wie Reiskörner, während andere das ganze Nierenbecken ausfüllen können. In diesem Fall spricht man von sogenannten Ausgusssteinen.

Achtung

Es gibt verschiedene Faktoren, die das Risiko für die Entstehung von Nierensteinen erhöhen. Da es sich bei diesen Risikofaktoren um Dinge wie Überernährung, Fettleibigkeit (Adipositas ) und Bewegungsmangel handelt, bezeichnet man Nierensteine auch als "Wohlstandskrankheit“.

Was sind die Ursachen und Risikofaktoren bei Nierensteinen?

Nierensteine sind ein recht häufiges Krankheitsbild. Etwa 5 % aller Menschen leiden mindestens einmal in ihrem Leben an Nierensteinen. Dabei handelt es sich um Festkörper im Urin. Sie entstehen in den Harnwegen und können sich im gesamten Harntrakt befinden, sprich im Nierenbecken, in den Harnleitern, in der Blase und in der Harnröhre.

Es gibt verschiedene Arten von Nierensteinen, die sich alle in ihrer Zusammensetzung unterscheiden. Die mit Abstand häufigste Art sind sogenannte Calciumoxalatsteine.

Diese können völlig spontan bei gesunden Menschen auftreten oder aber auch in Zusammenhang mit anderen Erkrankungen stehen, die den Kalziumhaushalt des Körpers beeinflussen und zu einer vermehrten Ausscheidung von Kalzium führen.

Auch eine Oxalat-reiche Ernährung kann die Entstehung von Nierensteinen begünstigen. Oxalat-haltige Lebensmittel sind z.B. Spinat, Mangold, Nüsse, Schwarztee und Kaffee. Personen, die unter einer Crohn-Krankheit oder einem Kurzdarmsyndrom leiden, haben ebenfalls ein erhöhtes Risiko für die Entstehung von Nierensteinen.

Andere Steinarten entstehen z. B. im Rahmen von Entzündungen der Harnwege oder durch eine hohe Konzentration von Harnsäure, z. B. bei der Krankheit Gicht .

Das Risiko dafür, dass sich Nierensteine bilden, kann durch verschiedene Faktoren erhöht werden. Zu den wichtigsten Risikofaktoren für die Entstehung von Nierensteinen zählen zum Beispiel der Verzehr von Lebensmitteln, die dem Organismus Wasser entziehen und den Urin auf diese Weise mit Salzen übersättigen. Relevante Lebensmittel sind hier unter anderem Spargel oder Rhabarber.

Auch eine Harnstauung, die durch Narben , Verengungen oder Fehlbildungen von Nieren oder ableitenden Harnwegen hervorgerufen wird, kann das Risiko für das Auftreten von Nierensteinen deutlich steigern. Die Bildung von Nierensteinen kann zudem häufig mit einer gewissen Veranlagung erklärt werden. Aus diesem Grund können sie bei einigen Familien gehäuft auftreten.

Weitere wichtige Risikofaktoren sind immer wiederkehrende Infektionen von Blase und/oder den ableitenden Harnwegen, Flüssigkeitsmangel und Übergewicht. Bestimmte Arzneimittel können ebenfalls für die Entstehung von Nierensteinen verantwortlich sein. Dies betrifft vor allem:

  • Azetalzolamid
  • Sulphonamide
  • Triamteren
  • Indinavir
  • sehr hohe Dosen von Acetylsalicylsäure (ASS bzw. Aspirin )

Hinweis

Alle Steinarten entstehen, in dem verschiedene Stoffe eine bestimmte Konzentration im Urin übersteigen und nicht mehr löslich sind. Es bilden sich Festkörper, die die Harnwege reizen oder ganz verschließen können. Dies ist abhängig von ihrer Größe.

Zusammensetzung von Nierensteinen

Es gibt verschiedene Substanzen im Urin, die für die Ausbildung von Nierensteinen verantwortlich sein können. Je nachdem, welche dieser Substanzen sich ablagern, kommt es zur Entstehung verschiedener Nierensteine.

Zu den wichtigsten Steinformen zählen:

Kalziumhaltige Steine machen mit rund 70 bis 80 Prozent die häufigste Form von Nierensteinen aus. Unter den verschiedenen kalziumhaltigen Steinen sind die Kalziumoxalat-, gefolgt von den Kalziumphosphatsteinen am häufigsten.

Harnsäure- oder auch Uratsteine genannt, machen ungefähr 15 Prozent aller Nierensteine aus.

Ihr Anteil liegt bei circa 10 Prozent. Bekannt sind sie auch unter der Bezeichnung Struvit- oder Infektsteine.

Zystin- und Xanthin-Steine machen hingegen lediglich ungefähr 2 Prozent aller Nierensteine aus.

Auch das Aussehen von Nierensteinen kann in Abhängigkeit von deren Zusammensetzung stark variieren. Nierensteine aus Kalziumoxalat sind zum Beispiel klein und haben eine glatte oder stachelige Oberflächenstruktur. Kalziumphosphate hingegen sind etwas größer. Typisch für sie ist eine eher bröckelige Struktur.

Zystinsteine sind hellgelbe Nierensteine. In einigen Fällen können sie enorm große Ausmaße annehmen. Ähnlich groß können auch harnsäurehaltige Nierensteine werden. Typisch für Struvitsteine ist deren geweihförmiges Aussehen.

Was sind die Symptome bei Nierensteinen?

Symptome im Überblick

Nicht jeder Patient, der an Nierensteinen leidet, entwickelt die hier aufgeführten Symptome. Manch einer bleibt ganz symptomlos.

Nierensteine müssen nicht zwangsweise symptomatisch werden und bei dem betroffenen Patienten zu Schmerzen führen. Zu Schmerzen kommt es erst dann, wenn die Nierensteine aus den Nieren in die Harnleiter gelangen und dabei die Wände der Harnleiter verletzen. Die Intensität der durch die Nierensteine hervorgerufenen Schmerzen sind maßgeblich davon abhängig, wie groß die vorliegenden Steine sind.

Bei sehr kleinen Nierensteinen spricht man vom sogenannten Nierengrieß. Diese kleinen Steinchen gelangen in der Regel problemlos über die Harnleiter in die Blase und können dann mit dem Urin ausgeschieden werden. Die betroffenen Patienten verspüren dabei in der Regel höchstens stechende Schmerzen beim Wasserlassen.

Falls die Nierensteine einen größeren Durchmesser aufweisen, treten zumeist ausgeprägtere Beschwerden auf. Wenn diese Steine die Nieren verlassen und in die Harnleiter gelangen, kann dies zu Verletzungen führen. Im Zuge dessen treten bei den Patienten häufig starke, kolikartige Schmerzen, die sich binnen kurzer Zeit fast bis zum Unerträglichen steigern können, auf.

Hinweis

In Abhängigkeit davon, wo genau die Nierensteine lokalisiert sind, können diese Schmerzen auch in andere Bereiche des Körpers ausstrahlen. Dieses Schmerzphänomen wird in der Medizin als Nierenkolik oder Harnleiterkolik bezeichnet.

Nierenkoliken haben einen ganz typischen Verlauf und sind kaum von anderen Schmerzen zu unterscheiden.

Typischerweise zeigen sie sich als plötzlich einsetzende, stechende Schmerzen, die krampfartig und wellenförmig auftreten. Je nach Lokalisation des Nierensteins, strahlen die Schmerzen bis in den Rücken, den Unterbauch, die Leisten oder die Genitalregion aus.

Die Schmerzen sind in der Regel so stark, dass sie das Brechzentrum im Gehirn aktivieren und bei den betroffenen Patienten Übelkeit und Erbrechen hervorrufen können.

Außerdem können Nierensteine, und damit einhergehende Koliken, zu Stuhlverhalt und Blähungen führen. Hier sollte man folglich darauf achten, ob man regelmäßig Stuhlgang hatte. Auch das Wasserlassen kann im Zuge der Erkrankung auffällig werden. Typischerweise kommt es zu häufigem Harndrang und dem Abgang kleiner Mengen von Urin (Pollakisurie).

Da die Nierensteine auf ihrem Weg zur Blase die Harnleiter verletzen, kann in vielen Fällen Blut im Urin nachgewiesen werden. Bei schwereren Verletzungen ist das Blut in der Regel mit dem bloßen Auge sichtbar (Makrohämaturie).

Sind die Verletzungen hingegen nur klein, kann das Blut im Urin häufig nur mit dem Mikroskop gesehen werden (Mikrohämaturie). Darüber hinaus leiden Menschen, die eine Nierenkolik haben, unter ausgeprägter motorischer Unruhe, Schweißausbrüchen und Kollapsneigung. Auch Fieber , Schüttelfrost und Schmerzen beim Wasserlassen zählen zu den typischen Beschwerden, die im Zuge einer Nierenstein-bedingten Nierenkolik auftreten.

Komplikationen

Nierensteine können sich langfristig besonders schädigend auf die Nieren und die ableitenden Harnwege auswirken. In einigen Fällen können durch die Nierensteine entzündliche Prozesse im Bereich des Nierenbeckens provoziert werden. Man spricht dann von einer sogenannten Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis). Eine Nierenbeckenentzündung kann aber nicht nur durch Nierensteine ausgelöst werden. Auch aufsteigende Infektionen sind ein häufiger Grund für diese Erkrankung.

Darüber hinaus können auch die ableitenden Harnwege durch eine Entzündung in Mitleidenschaft gezogen werden. Das kann besonders gefährlich werden, wenn sich auf Grundlage dieser Entzündung eine Blutvergiftung (Urosepsis) entwickelt. In besonders schwerwiegenden Fällen können Nierensteine auch zu einem akuten Nierenversagen führen.

Kleinere Nierensteine gelangen, ausgehend von den Nierenbecken, in die Harnleiter (Harnleitersteine). In diesem Bereich kann es dazu kommen, dass die Steine einen Harnleiter vollständig verschließen und auf diese Weise zu einem sogenannten Harnstau führen. Der Harn sammelt sich dann in der betreffenden Niere an, was auch zu einem Anstieg der Konzentration giftiger Substanzen führt. Diese Giftstoffe können sich dann auf das Nierengewebe auswirken und dieses in Mitleidenschaft ziehen.

Zudem ist es für bakterielle Krankheitserreger bei einem Harnstau besonders einfach möglich, in die Harnwege einzudringen und sich dort anzusiedeln. Infolgedessen kommt es zur Entstehung einer Harnwegsinfektion . Die Bakterien können dann unter Umständen auch in den Blutkreislauf übertreten und eine Blutvergiftung hervorrufen.

Achtung

Für Betroffene ist es deshalb sehr wichtig, bei dem Verdacht auf das Vorliegen von Nierensteinen, einen Arzt aufzusuchen.

Wie werden Nierensteine diagnostiziert?

Diagnose von Nierensteinen

Die Diagnostik bei Patienten, von denen man ausgeht, dass diese an Nierensteinen leiden, gliedert sich in verschiedene Abschnitte.

Im Zuge dieses Gesprächs sollten die, bei dem betroffenen Patienten vorliegenden Beschwerden so genau wie möglich beschrieben werden. Außerdem ist es besonders wichtig, möglicherweise bestehende Begleitsymptome zu benennen und zu prüfen, ob diese mit den Nierensteinen in Zusammenhang stehen können.

Der Arzt stellt unter anderem die folgenden Fragen:

  • Seit wann bestehen die Schmerzen?
  • Wie stark sind die Schmerzen (Skala 1-10)
  • In welchem Körperbereich treten die Schmerzen auf?
  • Strahlen die Schmerzen auch in andere Bereiche aus?
  • Liegen die Schmerzen kontinuierlich vor oder treten sie wellenartig auf?
  • Sind Ihnen neben den Schmerzen weitere Beschwerden aufgefallen? Wenn ja, welche?
  • Hatten Sie schon mal Probleme mit Nieren- oder Blasensteinen?
  • Haben Sie Vorerkrankungen? Wenn ja, welche?
  • Nehmen Sie regelmäßig Medikamente ein? Wenn ja, welche?
  • Schwitzen Sie nachts stark?
  • Haben Sie in den letzten Monaten ungewollt Gewicht verloren?
  • Haben Sie häufig Fieber?

Darüber hinaus spielen auch die Krankengeschichte des Patienten und dessen Familienanamnese im Zuge des Arzt-Patienten-Gesprächs eine entscheidende Rolle.

Im Anschluss an dieses Gespräch findet eine körperliche Untersuchung statt. Im Zuge sollten, unabhängig von der Verdachtsdiagnose, sowohl der Puls als auch der Blutdruck des Patienten ermittelt werden. Danach inspiziert der Arzt den Körper des Betroffenen und achtet dabei auf sichtbare Veränderungen.

Das können zum Beispiel Hautausschläge, Rötungen, Schwellungen und/oder Hämatome sein. Besonders wichtig ist das Beklopfen der Nierenlager. Sollten symptomatische Nierensteine vorliegen, so verursacht das Klopfen Schmerzen im Bereich des Nierenlagers.

Zusätzlich zu dem Arzt-Patienten-Gespräch und der körperlichen Untersuchung wird eine Urinprobe und eine Blutprobe untersucht. Mithilfe der Blutprobe kann man zum Beispiel einen Hinweis auf bestehende entzündliche Prozesse gewinnen. Die Urinprobe kann dabei helfen, Blutungen oder eine bakterielle Infektion nachzuweisen.

Im Allgemeinen gibt es verschiedene Arten von Nierensteinen. Einige davon können bei einer Ultraschalluntersuchung dargestellt werden. Außerdem kann man im Zuge dieses diagnostischen Verfahrens prüfen, ob die Nierenbecken aufgeweitet sind. Sollten das Anamnese-Gespräch, die körperliche Untersuchung und der Ultraschall keine eindeutigen Hinweise für das Vorliegen von Nierensteinen liefern, können andere bildgebende Verfahren angesetzt werden.

Vor allem die Anfertigung von Röntgenaufnahmen kann in der Diagnostik bei Verdacht auf das Vorliegen von Nierensteinen sinnvoll sein. Darüber hinaus kann unter bestimmten Umständen auch eine Computertomografie (CT), also eine Schicht-Röntgenuntersuchung, dabei helfen, die Lokalisation des Nierensteins zu finden.

Besteht bei Menschen mit Nierensteinen der Verdacht, dass ein Nierenleiden ursächlich ist, so sollte deren Urin unbedingt auf Blut, Infektionen und chemische Veränderungen hin untersucht werden. Dafür ist es besonders wichtig, dass über 24 Stunden ein sogenannter Sammelurin gewonnen wird. Auf diese Weise kann die Tagesausscheidung bestimmter Substanzen berechnet werden.

Neben dem Sammelurin sollte auch eine Blutuntersuchung zur Erhebung verschiedener Blutwerte durchgeführt werden. Dabei spielen die spezifischen Nierenwerte eine entscheidende Rolle.

Unregelmäßigkeiten der Blutwerte ermöglichen es möglicherweise vorliegende entzündliche Prozesse nachzuweisen. Außerdem können mithilfe der Blutuntersuchung verschiedene Stoffwechselerkrankungen als Ursache für die Nierensteine ausgeschlossen werden.

Hinweis

Man empfiehlt Menschen mit bekannten Nierensteinen, dass sie beim Wasserlassen ein Sieb nutzen. Auf diese Weise kann der Stein aufgefangen und im Anschluss im Labor untersucht werden. Die genaue Zusammensetzung eines Nierensteins kann einen wichtigen Hinweis für die Ursache der Steinbildung liefern.

Therapie bei Nierensteinen

Die Therapie richtet sich nach der Art, der Größe und dem Ort der Nierensteine, aber auch nach den Beschwerden der Betroffenen. Bei Schmerzen wird im Regelfall die Behandlung mit einem Schmerzmittel erfolgen.

Besonders bei kleinen Steinen kann versucht werden, den Stein ohne Eingriffe auszuscheiden. Hierfür eignet sich eine Erhöhung der Trinkmenge (mehr als 2,5 Liter am Tag) und körperliche Bewegung, um den Stein aus dem Körper zu schwemmen.

Sind diese Methoden erfolglos oder der Stein zu groß, kommen andere Verfahren zum Einsatz. Welche Methode angewendet wird, hängt von den Beschwerden der Betroffenen und von der Art und dem Ort des Steins ab. Die extrakorporale Stoffwellenlithotripsie (ESWL) ist ein nicht-invasives (ohne OP) Verfahren, bei dem Nierensteine durch Druckwellen von außen zertrümmert werden.

Eine weitere, nicht-invasive Methode ist die Einnahme eines Medikaments, das den Stein im Harntrakt auflösen soll („Chemolitholyse“). Diese Methode wird in der Regel nur bei Harnsäuresteinen angewendet. Andere Methoden sind die Entfernung des Steins durch Operationen, entweder durch die natürlichen Harnwege oder über einen Schnitt an der Flanke.

Achtung

Wenn der Stein einen Harnweg komplett blockiert, kann es zu einem Harnaufstau kommen. Dieser muss schnell behoben werden, um Schäden an der Niere oder Entzündungen zu vermeiden.

Das Verfahren der Wahl ist das Einführen einer Harnleiterschiene. In jedem Fall sollte nach der Therapie eine Steinuntersuchung erfolgen, um die Zusammensetzung feststellen zu können.

Wie ist die Prognose bei Nierensteinen?

In den meisten Fällen verlaufen Nierensteine ohne Komplikationen. Nach der Entfernung des Steins haben Betroffene meist keine Beschwerden mehr.

Es kann allerdings in wenigen Fällen zu einigen Komplikationen kommen, etwa einer Entzündung der Niere oder einem Einriss des Nierenbeckens. Bei diesen Komplikationen sind die Therapie und die Ausheilung langwieriger.

Alternativmedizinische Behandlungsmöglichkeiten und Hausmittel bei Nierensteinen

Bei besonders kleinen und beschwerdearmen Steinen, kann auch eine naturheilkundliche Behandlung erwogen werden. Diese sollte ärztlich begleitet sein und eine konventionelle Therapie keinesfalls verzögern. Bisher konnte die Wirksamkeit dieser Verfahren jedoch nicht wissenschaftlich belegt werden.

Empfehlungen zur Nachsorge bei einer Nierensteine

Etwa drei Monate nach der Behandlung der Nierensteine, sollte eine Kontrolle mittels Ultraschall, Röntgen oder CT (Schicht-Röntgen) erfolgen. Es sollte ggf. eine Blutentnahme mit Kontrolle der Substanzen des Nierensteins (z. B. Kalzium oder Harnsäure) erfolgen. Lag den Nierensteinen eine andere Krankheit zugrunde, sollte diese ärztliche kontrolliert werden.

Hinweis

Die wichtigste nicht-ärztliche Maßnahme für Betroffene zur Verhinderung eines weiteren Harnsteins, ist die erhöhte Flüssigkeitsaufnahme. Es sollte so viel Wasser getrunken werden, dass täglich etwa 2-2,5 Liter Urin ausgeschieden werden.

Das entspricht einer täglichen Trinkmenge von mindestens 2,5 Litern. Bei verschiedenen Krankheiten oder bei Dialysepatienten ist eine Anpassung der Trinkmenge erforderlich, diese sollte auf jeden Fall in einer ärztlichen Rücksprache erfolgen.

Außerdem sollte auf eine gesunde Lebensweise mit vermehrter körperlicher Aktivität, Vermeidung von Stress und ggf. einer Gewichtsreduzierung geachtet werden. Auch durch die Ernährung kann das Risiko einer erneuten Steinbildung vermindert werden.

Es sollte auf eine ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung geachtet werden. Je nach Steinart sollte auf verschiedene Lebensmittel verzichtet werden bzw. dessen Einnahme stark reduziert werden (z. B. Verzicht auf Nüsse und schwarzen Tee bei Calciumoxalat-Steinen).

Zusammenfassung

Nierensteine entstehen in den Harnwegen und können diese verschließen. Betroffene klagen über wellenartige Flanken- und Bauchschmerzen . Die Behandlung kann in der Regel eine Heilung erzielen und richtet sich nach Art, Größe und Ort der Nierensteine.

Alle unsere medizinischen Inhalte werden regelmäßig überprüft und aktualisiert

  • Aktuelle Version
  • 5. Aug. 2022

Geschrieben von
Bassem Maalouf

Medizinisch geprüft am
25. Sept. 2022

Häufig gestellte Patientenfragen, beantwortet

Eine Kolik ist eine wellenförmigen, schmerzhafte Verkrampfung der Muskulatur eines Organs, die sich durch einen An- und Abstieg der Schmerzen kennzeichnet.

Es ist unwahrscheinlich, dass Tomaten Nierensteine verursachen. Anderes Gemüse wie zum Beispiel Spinat oder Mangold können viel wahrscheinlicher Nierensteine verursachen, da sie hohe Mengen von Oxalsäure enthalten.

Idealerweise sollten Betroffene stilles Wasser trinken.

Nierensteinen kann durch eine ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung sowie ausreichende körperliche Bewegung und Vermeidung von Stress vorgebeugt werden. Außerdem ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr von mehr als 2,5 Litern pro Tag empfohlen.

Auch wenn in den allermeisten Fällen kein bestimmter Gen-Defekt für Nierensteine verantwortlich sind, steigt das Risiko für eine Steinerkrankung, wenn im familiären Umfeld bereits andere Personen ein Stein-Leiden hatten.

Es gibt eine Vielzahl von Lebensmitteln, die das Risiko einer Steinbildung erhöhen. Dazu gehören Lebensmittel mit viel tierischem Eiweiß wie Fleisch, Fleischprodukte, Milcherzeugnisse z. B. Käse. Aber auch Lebensmittel wie Spinat, Mangold, Rote Beete, Rhabarber, Nüsse, Schokolade, Schwarztee und Kaffee können die Steinbildung begünstigen. Grundsätzlich gilt, dass alle Lebensmittel weiterhin verzehrt werden dürfen, jedoch nur in stark reduzierten Mengen.

Stress kann die Entstehung von Nierensteinen begünstigen. Meistens entstehen Nierensteine jedoch durch ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren, zum Beispiel mangelnde Flüssigkeitszufuhr und übermäßige Zufuhr bestimmter Lebensmittel wie zum Beispiel Kaffee.

Nierensteine sind fast immer heilbar.

Grundsätzlich sollte bei Beschwerden die erste Anlaufstelle stets die hausärztliche Praxis sein. Wenn nötig, wird dort eine Überweisung in eine andere Fachrichtung ausgestellt.

Verschiedene Lebensmittel und reduzierte Flüssigkeitszufuhr begünstigen das Entstehen von Nierensteine. Durch Schmerzmittel, Bewegung und eine stark erhöhte Flüssigkeitsaufnahme bzw. erhöhte Urinausscheidung können kleine Steine spontan ausgespült werden.

Nierensteine Karteikarte

Erkrankung zusammengefasst

Medisiegel icon

Nierensteine

Betroffene

Organe(e):

Nieren

Epidemiologie

  • Häufigkeit: ca. 10 von 100 Personen

Risikofaktoren

  • Störungen des Harnsäurestoffwechsels
  • Erkrankungen der Nebenschilddrüse
  • Übermäßiger Fleisch- und Wurstkonsum
  • Übermäßiger Konsum von Lebensmitteln mit Oxalsäure
  • Rasche Gewichtsreduktion
  • unzureichende Flüssigkeitszufuhr
  • Bettlägerigkeit
  • Häufige Harnwegs- und Nierenbeckeninfektionen
  • Erkrankungen die den Harnabfluss beeinträchtigen
  • Fehlbildungen

Ursachen

  • Übermäßige Konzentration von Salzen

Pathophysiologie

  • Salzablagerungen in den Nieren> geringe Lösung im Urin> Flüssigkeitsmangel> Bildung von Kontrementen (Nierensteinen)

Symptome

  • Schmerzen
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Verstopfung
  • Schweißausbruch
  • Unruhe
  • Häufiges Wasserlassen

Komplikationen

  • Nierenkolik
  • Koliken
  • Bakterielle Infektion
  • Urosepsis
  • Schrumpfnieren (Gewebeuntergang)

Diagnose

  • Anamnese
    • Haben sie Schmerzen im Bereich der Flanken?
    • Nehmen diese Schmerzen zu, wenn sie leicht auf die Flanken klopfen?
    • Ich ihnen übel?
    • Müssen sie erbrechen?
    • Können sie keinen Stuhl mehr abgeben?
    • Haben sie das Gefühl Luft im Bauch zu haben ohne diese ablassen zu können?
    • Beginnen sie plötzlich damit stark zu schwitzen?
    • Müssen sie häufig Wasserlassen?
    • Fühlen sie sich unruhig und gestresst?
  • Körperliche Untersuchung
    • Untersuchung der Nieren und Nierenlager
    • Abdominelle Untersuchung
  • Ultraschalluntersuchung
    • Darstellung der Nierensteine
  • Röntgenuntersuchung
    • Röntgen von Nieren, Harnleitern und der Blase zur Darstellung der Steine.
  • Ausscheidungs Urografie
    • mit KM-Gabe
  • Computertomografie
    • Spiral-CT

Differenzial Diagnose

  • Aneurysma
  • Akute Bauchspeicheldrüsenentzündung

Therapie

  • Medikamente
  • Konservative Behandlung
  • Punktion
  • Operation

Präventionsmaßnahmen

  • Übergewicht meiden oder Gewichtsreduktion
  • Trinkmenge mind. 2-3l pro Tag
  • Sparsamer Salz-Genuss

Prognose

  • allgemein gute Prognose

Begriffe

Adipositas

Die Adipositas („Fettleibigkeit“) bezeichnet einen Zustand starken Übergewichts, der durch eine krankhafte Zunahme der Fettmasse charakterisiert ist.
Unter dem Begriff Bauchschmerzen versteht man Schmerzempfindungen, die sich im Bereich des Ober- und Unterbauchs bemerkbar machen. Für die Entstehung der Schmerzen kann es eine Vielzahl von Ursachen geben.
Blähungen stellen in der Bevölkerung ein weit verbreitetes, oft lästiges Gesundheitsproblem dar. Meist versteckt sich hinter der vermehrten Gasansammlung im Magen-Darm-Trakt kein krankhaftes Geschehen - ursächlich sind häufig eine falsche Ernährung, hastiges Essen oder aber vermehrter Stress.
Blasensteine (Konkremente) bilden sich durch Kristallisation von Salzen im Urin, die sich in der Harnblase ablagern. Sie können entweder direkt in der Blase entstehen oder über den Harnleiter von der Niere aus in die Blase transportiert werden.
Unter dem Begriff "Blutvergiftung" (Sepsis), versteht man ein lebensbedrohliches Multiorganversagen, das aufgrund einer fehlgesteuerten, systemischen Immunreaktion hervorgerufen wird.
Von Fieber spricht man immer dann, wenn die Körpertemperatur über das normale Maß hinaus erhöht ist. Normalerweise liegt die Körpertemperatur des Menschen zwischen 36,0 und 37,4 Grad Celsius.
Die Gicht ist eine sehr schmerzhafte, entzündliche Erkrankung der Gelenke durch die Ablagerung von Harnsäurekristallen. Sie entsteht meist aufgrund einer verminderten Ausscheidung von Harnsäure über die Nieren oder einem erblich bedingen Harnsäureüberschuss.
Die Harnwegsinfektion ist eine vor allem das weibliche Geschlecht betreffende häufige Infektion. Sollten große Trinkmengen und äußerliche Wärmezufuhr nicht schnell zu Linderung führen, sollten sich betroffene Menschen zügig einem Arzt vorstellen.
Eine Hautverletzung in Form einer Wunde und dessen Heilung bringen als Folge eine Narbenbildung mit sich. Narben sind in den meisten Fällen nur minimal von dem umliegenden Gewebe zu unterscheiden und bringt keine Beschwerden mit sich.
Wenn ein Mensch, unter Übelkeit (Nausea) und Erbrechen (Emesis) leidet, verspürt er in der Regel ein flaues Gefühl im Bereich des oberen Verdauungstrakts.

Medisiegel

Newsletter anmelden

Unsere Artikel sollen Ihnen einen ersten Eindruck von einem medizinischen Thema vermitteln. Sie ersetzen keine ärztliche Untersuchung und Beratung.
Wir übernehmen keine Gewähr für die inhaltliche Richtigkeit und Vollständigkeit der Darstellung.

Copyright © 2022, Medisiegel. All rights reserved.