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Nasennebenhöhlenentzündung

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Geschrieben von
Dr. Moritz Wieser (Arzt)

Die Nasennebenhöhlenentzündung (=Sinusitis) bezeichnet die Entzündung einer oder auch mehrerer Nasennebenhöhlen. Typisch sind neben Schnupfen, Schmerzen im Gesichtsbereich und ein starkes Krankheitsgefühl. Die Erkrankung kann in eine akute und eine chronische Form eingeteilt werden.

Jede Entzündung der Nasenschleimhaut (Rhinitis) geht mit einer Entzündung der Nasennebenhöhlen einher, oft wird die Sinusitis dabei aber nicht bemerkt. Hier spricht man von einer akuten "Rhinosinusitis".

Wissenswert

Eine akute Sinusitis dauert definitionsgemäß nicht länger als 4 Wochen und heilt in der Regel in 1-2 Wochen komplett aus. Die chronische Form kann hingegen auch monatelang andauern und schlecht auf eine Therapie ansprechen.

Was sind die Ursachen und Risikofaktoren einer Nasennebenhöhlenentzündung?

Die Nasennebenhöhlen entwickeln sich erst im Laufe der Kindheit. Sie sind Hohlräume im Gesichtsschädel und über kleine Öffnungen mit der Nase verbunden. Durch die Nase erfolgt die Belüftung der Nasennebenhöhlen und sie produzieren Schleim und Sekret, welches regelmäßig in die Nase, beziehungsweise den Rachen, abfließen muss.

Bei einem Schnupfen oder jeglicher Erkältung sind die Schleimhäute in der Nase geschwollen. Es bildet sich zähflüssiges Sekret, welches die Öffnungen der Nasennebenhöhlen in der Nase verstopft. Das Sekret der Nasennebenhöhlen kann somit nicht abfließen und bildet den idealen Boden für die Vermehrung von verschiedenen Viren und Bakterien. Diese führen daraufhin zu einer plötzlichen Entzündung. Die Entzündung kann dabei auch mehrmals pro Jahr auftreten.

Meist betrifft eine Nasennebenhöhlenentzündung entweder die Siebbein- oder die Kieferhöhle. Seltener kommt es zu einer Entzündung der Keilbeinhöhle. Es können aber auch mehrere Nasennebenhöhlen betroffen sein (Polysinusitis) oder alle Nasennebenhöhlen gleichzeitig (Pansinusitis).

Je nach Lebensalter sind unterschiedliche Formen der Sinusitis möglich:

  • Eine Entzündung der Siebbeinzellen (Sinusitis ethmoidalis) kann bereits im Neugeborenenalter auftreten.
  • Eine Kieferhöhlenentzündung (Sinusitis maxillaris) in etwa ab dem 5. Lebensjahr.
  • Eine Stirnhöhlenentzündung (Sinusitis frontalis) oder eine Keilbeinhöhlenentzündung (Sinusitis sphenoidalis) tritt meist erst ab dem 10. Lebensjahr auf.

Die Ursache einer akuten Sinusitis ist entweder viral (Erreger: Rhino-, Corona-, Influenza- oder Parainfluenzaviren), bakteriell (Erreger: Streptococcus pneumoniae, Hämophilus influenzae oder Moraxella catarrhalis) oder fungal (durch verschiedene Pilze). Die bakteriellen Erreger sind dabei dieselben wie die der Mittelohrentzündung.

Die Ursachen für eine chronische Sinusitis sind häufig eine Allergie, eine Histaminintoleranz oder eine Acetylsalicylat-Unverträglichkeit (z.B. ASS, Aspirin ). Oft kommt es auch bei Menschen, die an Asthma leiden, zu einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung. Auch Rauchen kann, sowohl in aktiver als auch in passiver Form, das Risiko für eine chronische Sinusitis erhöhen. Die chronische Sinusitis dauert dabei definitionsgemäß über mehr als 12 Wochen an. Frauen erkranken dabei insgesamt etwas häufiger als Männer.

Die chronische Sinusitis geht laut Definition nicht aus einer ausgeheilten akuten Sinusitis hervor und betrifft meist die Siebbein- oder die Kieferhöhle. Seltener sind die Stirnhöhle oder die Keilbeinhöhle betroffen.

Hinweis

Grundlage für die chronische Form der Sinusitis sind chronische Belüftungsstörungen im Bereich der Nasennebenhöhlen. Diese werden meist durch Schleimhautschwellungen oder Wucherungen der Schleimhaut (sogenannte "Polypen") verursacht. Begünstigende Faktoren sind auch eine schiefe Nasenscheidewand oder vergrößerte Nasenmuscheln.

Diese genannten Faktoren führen zu einem vermehrten Stau von Sekreten und somit zu einer Schwellung der Schleimhaut in den Siebbeinzellen. Nachfolgend sind dann auch die Nebenhöhlen betroffen, wobei die Reizung der Schleimhäute nie vollständig ausheilen kann.

Was sind die Symptome einer Nasennebenhöhlenentzündung?

Die Hauptsymptome der Sinusitis umfassen einen Druckschmerz über der betroffenen Nasennebenhöhle, wobei der Schmerz beim Vorbeugen oder Pressen zunimmt. Weiters kommt es durch die Sinusitis zu einer Behinderung der Nasenatmung und zu einem eitrigen Nasenausfluss. Als Nebensymptome können Fieber , Riechstörungen, Husten , Zahnschmerzen und druckschmerzhafte Austrittsstellen von Gesichtsnerven auftreten.

Meist kommt es aufgrund einer banalen Erkältung zu den Symptomen. Ein paar Tage nach den typischen Schnupfensymptomen kommt es zu Schmerzen im Gesicht beziehungsweise im Kopf. Betroffene bekommen auch schlecht Luft über die Nase. Dies führt auch oft zu einem häufigen Räuspern und zu einem verminderten Geruchssinn.

Die chronische Sinusitis zeigt ähnliche Symptome, wobei hier kein Fieber auftritt. Insgesamt sind die Symptome auch meist schwächer. Die Nasenschleimhaut ist hier gereizt, entzündet und geschwollen. Diese Reizung kann zu einer hyperplastischen Schleimhaut führen, wobei es bei manchen Patienten zu einem Wachstum von Nasenpolypen kommt (=Polyposis nasi). Diese Nasenpolypen können die Symptomatik auch verstärken, da sie den Nasenraum verengen und somit den Luftaustausch beziehungsweise Schleimfluss behindern.

Die Symptome können auch je nach betroffener Nebenhöhle anders ausfallen:

Insbesondere am Vormittag und mittags empfinden Betroffene verstärkte Kopfschmerzen. Diese verstärken sich meistens beim Bücken oder Pressen und sind hinter den Augen lokalisiert. Die Kieferhöhlen im Gesicht sind druck- und klopfschmerzhaft. Es kommt auch zu einer behinderten Nasenatmung und einem gestörten Abfluss von Sekret.

Starke Schmerzen im Bereich der Stirn und Druckschmerz im Bereich des Stirnhöhlenbodens. Besonders schmerzempfindlich ist hier der obere Augenwinkel. Die Schmerzen nehmen beim Bücken zu und der Bereich der Stirn ist klopfschmerzhaft.

Dumpfe Schmerzen, die in den Hinterkopf ausstrahlen.

Insbesondere bei folgenden Symptomen im Verlauf der Nasennebenhöhlenentzündung sollte jedenfalls ein Arzt aufgesucht werden:

  • Hohes Fieber
  • Starke Schmerzen im Gesicht und im Bereich des Kopfes
  • Sehstörungen
  • Schwellungen der Augen
  • Verwirrtheit
  • Steifheit des Nackens
  • Lichtempfindlichkeit

Hinweis

Einige dieser Symptome können auf eine Beteiligung des Gehirns oder einen Augenabszess hindeuten.

Dauer

Eine akute Entzündung der Nasennebenhöhlen dauert in der Regel bloß kurze Zeit an und bildet sich dann wieder zurück. Ungefähr 60 bis 80 Prozent der infizierten Patienten sind nach zwei Wochen vollkommen genesen. Innerhalb von sechs Wochen sind die für eine Entzündung der Nasennebenhöhlen typischen Beschwerden bei 90 Prozent der Betroffenen abgeklungen. Nur in circa 10 Prozent der Fälle findet eine Chronifizierung der entzündlichen Prozesse statt. Die chronische Verlaufsform der Nasennebenhöhlenentzündung kann dann über Jahre andauern.

Es gibt sogar Fälle, bei denen die betroffenen Menschen Zeit ihres Lebens mit entzündlichen Prozessen im Bereich der Nasennebenhöhlen zu kämpfen haben. Dabei spielt die eigentliche Ursache der Erkrankung eine entscheidende Rolle. Denn wenn die Entzündung durch eine anatomische Ursache, zum Beispiel eine Engstelle in der Nase, hervorgerufen wird, so muss diese in der Regel operativ korrigiert werden, bevor die Entzündung abklingen kann.

Im Zuge einer Sinusitis kann es außerdem zu einer Reihe von Nebenwirkungen kommen. Wenn die Erkrankung jedoch frühzeitig und vor allem adäquat behandelt wird, ist das sehr selten. Wird die Nasennebenhöhlenentzündung hingegen nicht rechtzeitig behandelt, so kann die eitrige Entzündung auf die angrenzende Knochenhaut und auf das Knochen- und Weichgewebe übertreten.

Achtung

Problematisch wird es immer dann, wenn die entzündlichen Prozesse die Augenhöhle, die Hirnhäute (Meningitis ) oder das Gehirn (Enzephalitis ) selbst erreichen. In diesen Fällen müssen die betroffenen Patienten unbedingt hospitalisiert werden.

Wie wird die Nasennebenhöhlenentzündung diagnostiziert?

Die Diagnose erfolgt nach einer ausführlichen Anamnese und aufgrund der charakteristischen Symptome durch den behandelnden Arzt. Zudem kann eine Bildgebung wie Röntgen, MRT oder CT nötig sein. Eine Bildgebung ist insbesondere vor einer geplanten OP empfehlenswert.

Hinweis

Bei der Nasenspiegelung (=Rhinoskopie) kann der untersuchende Arzt ins Innere der Nase blicken. Oft kann der Arzt hier eine veränderte Schleimhaut, eine gekrümmte Nasenscheidewand oder andere Veränderungen feststellen.

Krankheiten, die sich ähnlich wie eine Nasennebenhöhlenentzündung präsentieren können, sind primäre Kopfschmerzen wie Migräne , Spannungskopfschmerzen oder der Cluster-Kopfschmerz. Weiters können auch sogenannte "sekundäre Kopfschmerzen" also Kopfschmerzen als Folgeerscheinung einer Erkrankung ähnliche Symptome wie eine Nasennebenhöhlenentzündung verursachen. Hierzu zählen die Trigeminusneuralgie , das Zervikalsyndrom, die Arteriitis temporalis, Kopfschmerzen durch Medikamentenmissbrauch, Kopfschmerzen durch Bluthochdruck oder zu niedrigen Blutdruck, Augenerkrankungen und Erkrankungen des Gehirns.

Therapie bei Nasennebenhöhlenentzündung

In den meisten Fällen heilt eine akute Nasennebenhöhlenentzündung nach 1-2 Wochen von allein aus. Antibiotika sollten daher nur zurückhaltend eingesetzt werden. Der übermäßige Einsatz von Antibiotika bringt keinen Vorteil bei der Heilung einer viralen Nasennebenhöhlenentzündung und kann zur Verstärkung von Antibiotika-Resistenzen beitragen.

Die Therapie der akuten bakteriellen Sinusitis erfolgt mit einem Antibiotikum. Aufgrund der möglichen Erreger sollte bevorzugt ein Penicillin-Antibiotikum mit einem erweiterten Wirkungsspektrum (z.B. Amoxicillin ) oder ein Makrolid-Antibiotikum eingesetzt werden. Geeignete Wirkstoffe sind Roxithromycin oder Levofloxacin.

Abschwellende Nasentropfen ermöglichen einen besseren Luftaustausch und einen Abfluss von gestautem Sekret. Auch Nasensprays können verwendet werden. Antiallergiemittel (Antihistaminika) können die Symptome auch bessern.

Unterstützend können bei Schmerzen oder bei Fieber NSARs (z.B. Aspirin) eingenommen werden. Auch Nasenspülungen mit Meer- oder Kochsalzlösung sind empfehlenswert.

Achtung

Wichtig ist im Besonderen eine körperliche Schonung und eine Bettruhe während der Nasennebenhöhlenentzündung.

Als Komplikationen einer akuten Sinusitis können ein Orbitaödem, eine Perostitis, ein subperiostaler Abszess oder Orbitaphlegmone auftreten. Diese Komplikationen erfordern immer eine intensivere Therapie und müssen oft rasch operiert werden. Unbehandelt können diese Komplikationen im schlimmsten Fall zu einer Sinus-Venen-Thrombose oder eine Gehirnhautentzündung (=Meningitis) führen.

Die Therapie der chronischen Sinusitis erfolgt mit Glukokortikoid-Nasenspray und bei einer ausgeprägten Polyposis nasi (Nasenpolypen) mit systemischen Glukokortikoiden und Antihistaminika über 6-8 Wochen.

Auch können folgende Maßnahmen zu einer Heilung der chronischen Sinusitis führen:

  • Inhalation von Dampf
  • Rauchstopp
  • Sanierung der Zähne
  • Operation im Bereich der Nasennebenhöhlen

Hinweis

Beim Einsatz von abschwellenden Nasensprays sollte immer darauf geachtet werden, dass diese für maximal eine Woche eingesetzt werden. Zudem sind sie nicht für die Behandlung einer chronischen Sinusitis geeignet.

Vorbeugung

Manchmal gestaltet es sich als sehr schwer, einer Nasennebenhöhlenentzündung gezielt vorzubeugen. Hilfreich ist es jedoch immer, wenn die Gesundheit durch eine Stärkung des Immunsystems gefördert wird. Dazu ist es besonders wichtig, sich abwechslungsreich und gesund zu ernähren. Viele Vitamine können dem Immunsystem dabei helfen, Immunzellen zu bilden und mögliche Infektionen effektiv abzuwehren. Außerdem sollte man darauf achten, dass man in Bewegung bleibt. Im Allgemeinen geht man davon aus, dass rund 30 Minuten Spazieren an der frischen Luft bereits ausreichen, um die körpereigenen Abwehrkräfte zu fördern. Auch regelmäßige Wechselduschen und/oder Saunabesuche gelten als besonders hilfreich. Ansonsten sollte man sich in den kalten Monaten des Jahres warm einpacken und dabei vor allem den Kopf warm halten.

Wenn es bereits zu einer Infektion gekommen ist, kann man mit einfachen Mitteln verhindern, dass sich diese weiter im Körper ausbreitet. Bei Schnupfen zum Beispiel ist es wichtig sich anzugewöhnen, dass die Nase eher vorsichtig und nicht zu fest geputzt werden sollte. Andernfalls ist es möglich, dass der Schleim, der sich in der Nase befindet, in die Nebenhöhlen oder auch in das Mittelohr gelangen. Beim Naseputzen kann ein Nasenloch zugehalten werden. Dies erleichtert das Entfernen des Schleims.

Den Nasenschleim hochzuziehen, wird zwar nicht als vornehm angesehen, schont aber ganz klar die Nebenhöhlen. Das Hochziehen des Schleims ist sogar um einiges besser, als die Nase zu schnäuzen.

Außerdem gilt es in der kalten Jahreszeit stets auf eine ausreichende Trinkmenge zu achten. Auf diese Weise können die Schleimhäute feucht und der Nasenschleim dünnflüssig gehalten werden. Mit Hilfe einer sogenannten Nasendusche und/oder mit meersalzhaltigem Nasenspray können die Schleimhäute in der Nase zusätzlich befeuchtet werden. Dabei ist jedoch zu beachten, dass die regelmäßige Anwendung eines Nasensprays auch abhängig machen kann.

Wenn es bei einem Erwachsenen oder einem Kind zum ständigen Auftreten neuer Nasennebenhöhlenentzündungen kommt, sollte eine weitergehende Diagnostik eingeleitet werden. Denn in diesen Fällen liegt eine chronische Nebenhöhlenentzündung vor, die in der Regel eine anatomische Ursache hat. Durch eine kleine operative Korrektur kann diese Ursache zumeist beseitigt und weiteren Entzündungen vorgebeugt werden.

Wie ist die Prognose einer Nasennebenhöhlenentzündung?

Die Prognose einer akuten Sinusitis ist gut. Meist heilt die Erkrankung nach einer entsprechenden Therapie von allein und rasch ab. Bei der chronischen Sinusitis sind oft operative Eingriffe zur Herstellung einer ausreichenden Belüftung der Nasennebenhöhlen nötig. Hier wird die sogenannte FESS (functional endoscopic sinus surgery) eingesetzt. Bei einer hohen Anzahl von Nasenpolypen sind oft mehrere FESS-Eingriffe innerhalb von einigen Jahren notwendig.

Achtung

Eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung führt zu einem neunfach-erhöhten Risiko für einen chronischen Kopfschmerz.

Alternativmedizinische Behandlungsmöglichkeiten und Haushaltsmittel bei einer Nasennebenhöhlenentzündung

Als Hausmittel sind besonders Tees oder andere entzündungshemmende Mittel empfehlenswert. Insbesondere Ingwer-, Lindenblüten- oder Thymiantee haben sich in der Therapie der Sinusitis bewährt. Zudem können Therapien wie Akupunktur oder Infrarot-Behandlungen eingesetzt werden. Auch die Einnahme von Zink kann zu einer schnelleren Besserung von Symptomen führen.

Feuchte Wärme (Kamillendampf) oder trockene Wärme (Solluxbestrahlung, Kopflichtbäder, Mikrowellen, Kurzwellen) können ebenfalls eine Linderung bewirken. Es gilt zu beachten, dass unmittelbar vor einer Wärmeanwendung immer abschwellende Nasentropfen eingesetzt werden sollten.

Empfehlungen zur Nachsorge bei einer Nasennebenhöhlenentzündung

Die Nachsorge einer Sinusitis erfolgt entweder beim Hausarzt oder beim niedergelassenen HNO-Arzt. Es können allerdings auch andere Ärzte involviert sein, beispielsweise ein Zahnarzt oder ein Kieferchirurg.

Zusammenfassung

Die Sinusitis bezeichnet eine Entzündung der Nasennebenhöhlen. Die Erkrankung kann entweder akut oder chronisch auftreten, wobei jede Form eine unterschiedliche Therapie erfordert. In der Regel ist die Prognose gut und die akute Nasennebenhöhlenentzündung heilt von allein innerhalb einer Woche ab.

Nasennebenhöhlenentzündung bei Kindern

Das Auftreten einer Nasennebenhöhlenentzündung ist auch im Kindesalter keine Seltenheit. Im Grunde sind auch die Ursachen für deren Entstehung die gleichen wie bei erwachsenen Menschen. Welcher Bereich genau von den entzündlichen Prozessen betroffen ist, kann hingegen von Alter zu Alter variieren. Grund dafür ist die Tatsache, dass sich die Sinus erst nach der Geburt, während der Kindheit bis zum Erreichen der Pubertät vollständig entwickeln.

Im Falle eines Neugeborenen oder Säuglings sind lediglich die Siebbeinzellen und die sogenannten Kieferhöhlen so weit ausgebildet, dass sie von entzündlichen Prozessen betroffen sein können, wohingegen die Keilbein- und Stirnhöhle in diesem Alter noch nicht angelegt sind. Diese entwickeln sich in der Regel erst bei Kindern im Schulalter. Aus diesem Grund kann eine Sinusitis im Bereich der Keilbein- und Stirnhöhle auch erst mit einem Alter von ungefähr sechs Jahren auftreten.

Symptome, Behandlung und Verlauf einer Nasennebenhöhlenentzündung bei Kindern

Die Beschwerden, die Kinder bei einer Sinusitis entwickeln, ähneln sehr stark denen bei erwachsenen Menschen. Besonders bei sehr kleinen Kindern ist jedoch oft problematisch, dass sich die bei ihnen vorliegenden Beschwerden nicht genau zuordnen lassen. Bei einer Nasennebenhöhlenentzündung im Kindesalter handelt es sich in der Mehrzahl der Fälle um eine akute, virale Infektion. Im Zuge der Erkrankung treten bei ihnen Symptome wie Husten , Halsschmerzen, verstopfte Nase und eine Erhöhung der Körpertemperatur bis hin zu Fieber auf. Diese Symptome können jedoch auch auf eine Reihe anderer Infekte hindeuten.

Die Behandlung von Nebenhöhlenentzündungen bei Kindern weicht nicht sonderlich von der Therapie eines Erwachsenen ab. In der Regel werden von dem behandelten Arzt Medikamente verschrieben, die nach Bedarf eingenommen werden können. Dabei handelt es sich vor allem um abschwellende Medikamente, wie abschwellendes Nasenspray und Antibiotika. Antibiotika kommen jedoch nur dann zum Einsatz, wenn den Beschwerden eine bakterielle Infektion zugrunde liegt.

Während bei Erwachsenen, die an entzündlichen Prozessen im Bereich der Nasennebenhöhlen leiden, gerne das entzündungshemmende ASS anwendet, ist dieses Arzneimittel bei Kindern bis zu einem Alter von 12 Jahren nicht geeignet. Grund dafür ist die Tatsache, dass es unter der Anwendung von ASS bei einem viralen Infekt zur Entstehung des lebensgefährlichen Reye-Syndroms kommen kann. Dabei handelt es sich um eine zelluläre Funktionsstörung, die vor allem das Gehirn und die Leber der betroffenen Kinder betrifft.

Bei Kindern hat sich die sogenannte Infrarot-Behandlung mithilfe einer Rotlichtlampe als besonders sinnvoll erwiesen. Infolge der auf die Nebenhöhlen einwirkenden Wärme wird die Durchblutung verbessert und das körpereigene Immunsystem aktiviert. Die Immunzellen sind dann dazu in der Lage, der Entzündung effektiver entgegenzutreten. Darüber hinaus können auch Inhalatoren angewendet werden. Durch die Inhalation von Kamille oder Kochsalz kann der Abfluss des festsitzenden Sekrets gefördert werden.

Im Falle der chronischen Sinusitis spielt die Behandlung der ursächlichen Erkrankung eine übergeordnete Rolle. Die Diagnostik unterscheidet sich dahingehend bei Erwachsenen und Kindern nicht voneinander.

In vielen Fällen liegt der chronischen Nebenhöhlenentzündung bei Kindern und Erwachsenen eine Engstelle im Bereich der Nasenhöhlen, Nasenpolypen oder vergrößerte Rachenmandeln zugrunde. Diese Ursachen können allesamt in einem kleinen chirurgischen Eingriff therapiert werden.

Eine akute Nebenhöhlenentzündung bei Kindern heilt in der Regel innerhalb einiger Tage ohne Probleme ab. Falls sich die entzündlichen Prozesse bereits chronifiziert haben, hängt der Verlauf der Erkrankung maßgeblich davon ab, ob die zugrunde liegende Ursache gefunden und behoben werden kann. Falls diese nicht oder nur unzureichend behandelt werden kann, kann die Nebenhöhlenentzündung nicht abheilen. In diesen Fällen droht die Gefahr der Entstehung einiger Komplikationen. Die entzündlichen Prozesse können zum Beispiel auf die Knochen, die Augenhöhle oder die Hirnhäute übergehen und dort zu schwerwiegenden Problemen führen. Aufgrund der guten diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten geschieht dies aber nur äußerst selten.

Häufig gestellte Patientenfragen, beantwortet

Eine akute Nasennebenhöhlenentzündung kann unbehandelt eine Reihe von ernsten Komplikationen nach sich ziehen.

Ja, das ist besonders bei der akuten Sinusitis möglich.

Eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung äußert sich meist durch einen dumpfen Kopfschmerz über der betreffenden Nasennebenhöhle und eine behinderte Nasenatmung. Zudem kommt es bei einer chronischen Sinusitis häufig zu einer Geruchsstörung.

Die Nasennebenhöhlen befinden sich, wie der Begriff schon sagt, um die Nase oder im Bereich der Nase, wobei es vier Nasennebenhöhlen gibt, die jeweils paarig angelegt sind.

Ja, nach Beseitigung der Ursache oder einem operativen Eingriff ist eine chronische Sinusitis häufig heilbar.

Ja, eine einseitige Entzündung der Nasennebenhöhlen ist möglich.

Ja, eine sowohl eine akute als auch eine chronische Sinusitis sollte immer von einem Arzt behandelt werden.

Ja, das ist möglich.

Ja, eine chronische Sinusitis läuft oft auch ohne Schnupfen-Symptomatik ab.

Nasennebenhöhlenentzündung Karteikarte

Erkrankung zusammengefasst

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Nasennebenhöhlenentzündung

Sinusitis

Epidemiologie

  • Inzidenz: schätzungsweise 13 Millionen Fälle pro Jahr

Risikofaktoren

  • Baden in verschmutztem Wasser
  • häufiger Kontakt mit kleinen Kindern
  • Immunschwäche
  • allergische Schleimhautschwellungen
  • Nasenpolypen

Ursachen

  • Viren
  • Bakterielle Erreger

Symptome

  • Verstopfte Nase
  • Schmerzen oder Druck in den Nasennebenhöhlen
  • erschwerte Nasenatmung
  • Schmerzen im Gesicht

Komplikationen

  • Orbitalphlegmone
  • Hirnhautentzündung
  • Gehirnentzündung

Diagnose

  • Anamnese
    • Ist ihre Nase verstopft?
    • Bekommen sie durch die Nase schlecht Luft?
    • Ist ihr Geruchssinn abgeschwächt?
    • Leiden sie an drückenden Schmerzen im Bereich des Gesichts?
  • Körperliche Untersuchung
    • Nasenspiegelung
  • Computertomografie
    • wird nur in sehr seltenen Fällen durchgeführt
  • MRT
    • wird nur in sehr seltenen Fällen durchgeführt

Differenzial Diagnose

  • Mukoviszidose

Therapie

  • Medikamente

Präventionsmaßnahmen

  • Allgemeine Hygienemaßnahmen
  • gesunde Ernährung
  • Bewegung
  • Stärkung des Immunsystems

Prognose

  • Bei akutem Verlauf gut

Begriffe

Husten

Als Husten bezeichnet man die Reaktion des Körpers, auf eine Reizung des Rachens oder der Atemwege.
Eine Enzephalitis (Gehirnentzündung) ist eine meist viral bedingte Entzündung des Gehirns. Symptome machen sich in Form von Kopfschmerzen, Fieber, Magen-Darm-Beschwerden, allgemeiner Schwäche oder neurologischen Ausfällen bemerkbar.
Die Ursachen für das Auftreten der Zahnschmerzen können unterschiedlich sein. Neben der klassischen Karies können zum Beispiel entzündliche Prozesse in den Nebenhöhlen zu akuten Zahnschmerzen führen.
Bluthochdruck, auch als "arterielle Hypertonie" bezeichnet, ist die häufigste internistische Erkrankung der Welt, betrifft ca. die Hälfte aller über 50-Jährigen und hat Rauchen, Diabetes, Stress, Adipositas und ein erhöhtes Alter als Risikofaktoren.
Eine Erkältung stellt einen grippalen Infekt der oberen Atemwege dar. Sie äußert sich meist in Form von Schnupfen, Husten, Halsschmerzen, Schluckbeschwerden oder leichtem Fieber.
Der Fachbegriff für Schmerzen im Gesicht lautet Prosopalgie. Schmerzen dienen normalerweise als Warnsignal vor möglichen Verletzungen des Körpers.
Die Trigeminusneuralgie ist ein Schmerzsyndrom, welches zu blitzartigen Schmerzen einer Gesichtshälfte führt. Der Trigeminusnerv ist der fünfte Hirnnerv, der für die Sensibilität des Gesichts und für die Motorik der Kaumuskulatur sorgt.
Unter dem Begriff Abszess versteht man einen abgekapselten Hohlraum im Gewebe, der mit eitrigem Sekret gefüllt ist und sich vor allem durch eine Schwellung, Schmerzen und eine deutliche Überwärmung bemerkbar macht.
Von Fieber spricht man immer dann, wenn die Körpertemperatur über das normale Maß hinaus erhöht ist. Normalerweise liegt die Körpertemperatur des Menschen zwischen 36,0 und 37,4 Grad Celsius.
Eine Meningitis ist eine Entzündung der Hirnhäute. In den meisten Fällen wird solch eine Entzündung durch Viren ausgelöst. Eine Hirnhautentzündung wird durch Bakterien seltener ausgelöst, allerdings hat diese Form der Meningitis einen viel schlimmeren Verlauf.

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