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Nachtschweiß

Schwitzen ist ein ganz natürlicher Prozess des menschlichen Körpers. Durch diesen Prozess ist es dem Körper möglich, übermäßige Wärme des Körpers an die Umwelt abzugeben. Das kann zum Beispiel nach sportlicher, körperlicher Aktivität oder nach einem längeren Aufenthalt in einer sehr warmen Umgebung passieren. Durch das nicht pathologische, normale Schwitzen wird unser Körper vor Überhitzung geschützt.

Davon klar zu unterscheiden ist das nächtliche Schwitzen, auch oft als Nachtschweiß bekannt. Wie der Name schon verrät, schwitzen betroffene Personen vor allem häufig während des Schlafens, nachts.

Das übermäßige Schwitzen tritt auch dann auf, wenn nicht extrem hohe Temperaturen im Schlafzimmer herrschen oder auch, wenn die Bettwäsche sehr dünn ist und eigentlich nicht so warm geben kann, dass man ins Schwitzen geraten kann.

Dieses Schwitzen kann dabei so extrem sein, dass der Schlafanzug oder auch die Bettwäsche sowie Bettlaken total durchnässt sind aufgrund des übermäßig produzierten Schweißes. Betroffene Patienten müssen oft mitten in der Nacht duschen, sich einen neuen Schlafanzug anziehen und die Bettwäsche wechseln.

Der Nachtschweiß (medizinisch als nächtliche Hyperhidrose bezeichnet) ist dann folglich dafür verantwortlich, dass sich die betroffenen Personen am folgenden Tag nicht ausgeschlafen und erholt fühlen, was zu psychischen Belastungen führen kann.

Wichtig zu erwähnen ist ebenfalls, dass bei den Patienten den Rest des Tages keine Auffälligkeiten wie zufällige Schweißausbrüche auftauchen, sondern sich das Schwitzen explizit auf nachts bezieht.

Ursachen von Nachtschweiß:

Ursachen für nächtliches Schwitzen

Unter ungünstigen Bedingungen für einen optimalen Schlaf versteht man zahlreiche Faktoren: So sollte zum einen auf eine ideale Schlafzimmertemperatur geachtet werden. Es wird empfohlen, sein Schlafzimmer konstant bei einer Temperatur zwischen 16 und 19 Grad Celsius zu halten, damit der Körper weder überhitzt noch zu sehr abkühlt.

In dieser Spanne kann die optimale Temperatureinstellung allerdings sehr variieren. Jede Person sollte für sich selbst herausfinden, bei welcher genauen Temperatur für sie der beste Schlaf gewährt ist.

Des Weiteren sollte man darauf achten, dass eine optimale Decke benutzt wird. Diese sollte auf keinen Fall zu dick sein, da sonst ein Schwitzen vorprogrammiert ist. Auch auf eine optimale Luftfeuchtigkeit sollte geachtet werden, diese sollte nicht unter 40 Prozent und nicht über 60 Prozent liegen.

Der Konsum von Genussmitteln wie Alkohol, Nikotin oder auch Drogen sowie der Konsum sehr scharfer, gewürzter Lebensmittel und Kaffee sollte heruntergeschraubt, wenn nicht sogar ganz vermieden werden.

Das liegt daran, dass all die aufgelisteten Sachen durchblutungsfördernd wirken, indem unser Herz schneller arbeitet, sich der somit Herzschlag beschleunigt und unsere Gefäße sich erweitern. Als Folge dessen erhöht sich unsere Körpertemperatur und der Körper muss vermehrt schwitzen, um diese Körpertemperatur wieder senken zu können.

Auch bestimmte Medikamente sind imstande dazu, unseren Stoffwechsel anzuregen. Auch durch diesen angeregten Stoffwechsel erhöht sich unsere Körpertemperatur, was dann weitergehend durch vermehrtes Schwitzen kompensiert werden muss.

Das liegt daran, dass manche Medikamente unser vegetatives Nervensystem (also sowohl das Sympathische als auch das Parasympathische Nervensystem) beeinflussen können und somit das Schwitzen gesteigert wird. Wann genau das Schwitzen durch die Einnahme der Medikamente auftritt, kann stark variieren.

Manchmal tritt das Schwitzen zu Beginn der Medikation auf, während es bei anderen Fällen erst nach längerer Einnahme eines Medikamentes erscheint. Sollte man die Vermutung haben, dass ein Medikament an dem Auftreten von nächtlichem Schwitzen verantwortlich ist, sollte unbedingt der behandelnde Arzt aufgesucht werden.

Durch ein Gespräch mit diesem kann man dann alternative Medikamente finden. Zu den möglichen Medikamenten, die Nachtschweiß hervorrufen können, gehören unter anderem: Medikamente gegen Asthma, Bronchitis, Depressionen, Bluthochzucker oder Fieber .

Im Falle einer Infektionskrankheit steigt ebenfalls die Körpertemperatur des menschlichen Körpers, was wieder mithilfe von Schwitzen kompensiert werden muss. Das liegt daran, dass das Immunsystem bei der Krankheitsbekämpfung verschiedene Stoffe ausschüttet, die dann zu einem Temperaturanstieg und folglich Fieber führen können.

Dieser Vorgang kann bei folgenden Infektionen vorkommen: Bei der Erkrankung an der Tuberkulose (TBC), der Lyme Borreliose , einer Virusgrippe (Influenza), einer Herzinnenhautentzündung (Endokarditis ), einer Infektion mit dem HI Virus (und folglich Aids) oder auch bei dem Pfeifferschen Drüsenfieber.

Bei einer Autoimmunerkrankung erkennt der Körper körpereigene Zellen als fremd an und löst eine Immunreaktion aus, um diese eigenen Zellen zu bekämpfen.

Auch bei diesen Vorgängen ist es dem Immunsystem möglich, Stoffe auszusenden, die die Körpertemperatur steigern und folglich Fieber auslösen können, was dann wiederum zu (nächtlichem) Schwitzen führt.

Typische Beispiele für das Auftreten von übermäßigem Schwitzen bei Autoimmunerkrankungen sind die chronische, rheumatoide (Poly) Arthritis oder bestimmte Gefäßerkrankungen wie zum Beispiel die Wegener Granulomatose.

Auch diese Störungen beziehungsweise Schwankungen des Stoffwechsels können oft in Verbindung mit Nachtschweiß gebracht werden, da die Hormone beziehungsweise verschiedene Stoffwechselwege einen sehr wichtigen Faktor in Bezug auf die Regulierung des Wärmehaushalts des Körpers spielen.

Gibt es Störungen in diesen Vorgängen, gibt es folglich auch Störungen der Wärmeproduktion und dadurch wiederum ein vermehrtes Schwitzen. Dies ist vor allem typisch bei Überfunktionen der Schilddrüse, der Diabetes Mellitus (auch als Zuckerkrankheit bekannt) Erkrankung oder auch oft typisch während den Wechseljahren.

Auch bestimmte Erkrankungen an Krebs können nächtliches Schwitzen verursachen. Dazu zählen vor allem verschiedene Arten des Lymphdrüsenkrebses (zum Beispiel das Hodgkin Lymphom oder das Non Hodgkin Lymphom) sowie verschiedene Arten der Leukämie (eine Krebserkrankung des Blutes und dessen Zellen).

Wie weiter oben schon erwähnt, wird das Schwitzen sehr stark von dem vegetativen Nervensystem beeinflusst. Daraus folgt, dass neurologische Erkrankungen ebenfalls Nachtschweiß begünstigen können, vor allem durch die daraus bedingten Stresshormone.

Typische Krankheiten sind hierbei Schlafstörungen , Angststörungen, Depressionen, extreme Stresssituationen, Albträume oder spezifische neurologische Krankheiten wie die Parkinson-Krankheit oder die Alzheimer-Krankheit.

Diagnose bei Nachtschweiß

Die Untersuchungen bei Nachtschweiß sind sehr vielfältig. Obwohl Nachtschweiß eigentlich ein sehr häufiges Symptom ist und oft auch ganz banale Ursachen wie die Raumtemperatur hat, müssen bösartige Ursachen ausgeschlossen werden.

Es findet als Erstes ein ausführliches Arztgespräch statt, bei dem der Arzt danach fragen wird, wie lange die Erkrankung besteht, wie oft die Symptome auftreten und in welchem Ausmaß. Er wird nach weiteren Hinweisen für eine Krebserkrankung oder Gewichtsverlust fragen. Auch Fragen nach einer Schilddrüsenüberfunktion kann der Arzt stellen. Sie sollten daher für das Arztgespräch ihre Vorerkrankungen und die Medikamente, die Sie einnehmen, kennen. Im Rahmen der körperlichen und apparativen Diagnostik wird der Arzt die oben genannten Krankheiten untersuchen.

Wann sollte man bei Nachtschweiß zum Arzt gehen?

Generell gilt, dass man nicht nach einmaligem Auftreten von Nachtschweiß so besorgt sein sollte, dass man sofort einen Arzt aufsuchen muss. Es kommt darauf an, wie oft und in welchem Ausmaß das nächtliche Schwitzen auftritt. Sollte man bemerken, dass es schon ein- bis zweimal in einem kurzen Zeitintervall zu Nachtschweiß gekommen ist und dabei sowohl Bettwäsche als auch Schlafanzug vollkommen durchnässt wurden, so sollte man zuerst probieren, seine Schlafumgebung etwas zu ändern.

Das bedeutet, dass man eine optimale Temperatur im Schlafzimmer einstellen, eine dünnere Decke benutzen sowie einen dünneren Schlafanzug anziehen sollte. Oftmals lassen sich dadurch die Beschwerden schon auflösen.

Sollte dies allerdings nicht der Fall sein und trotz dieser Änderungen noch keine Besserung des Problems in Sicht sein, so sollte man einen Arzt aufsuchen. Vor allem, wenn das nächtliche Schwitzen in kurzen Zeitperioden sehr oft aufgetaucht ist.

Ein weiterer wichtiger Faktor, der für einen Arztbesuch spricht, ist, wenn der Nachtschweiß in Kombination mit weiteren Beschwerden wie zum Beispiel einem plötzlichen und extremen Gewichtsverlust oder starkem Fieber auftritt.

Der Arzt wird dann damit beginnen, die Krankengeschichte, also sprich die Anamnese zu erheben. Damit kann dann der Ursache des Problems nachgegangen werden, damit dieses behandelt werden kann und somit dem Nachtschweiß entgegengewirkt werden kann.

Hinweis

In jedem Fall sollte bei Nachtschweiß an eine Krebserkrankung gedacht werden, insbesondere wenn dieses auch mit Gewichtsverlust einhergeht.

Behandlungsmöglichkeiten von Nachtschweiß

Die Behandlung ist ganz davon abhängig, aufgrund von welcher Ursache der Patient an nächtlichem Schwitzen leidet. Folglich richtet sich die Behandlung dann immer danach, die bestimmte Ursache zu bekämpfen, damit sich dann als Folge auch das nächtliche Schwitzen wieder legt.

Ist der Nachtschweiß beispielsweise eine Folge von übermäßigem Stress oder Depressionen, so richtet sich die Behandlung danach, diese Krankheiten so zu behandeln, dass die Symptome vermindert werden, beziehungsweise ganz verschwinden. War der Grund für das Auftauchen des nächtlichen Schwitzens hingegen zum Beispiel ein grippaler Virusinfekt, so muss diese Infektion behandelt werden, damit sich das nächtliche Schwitzen ebenfalls wieder legen kann.

Sind Medikamente für nächtliches Schwitzen verantwortlich, so muss mit einem Arzt besprochen werden, ob diese nicht eventuell abgesetzt werden, beziehungsweise durch andere Medikamente ersetzt werden können.

Auch Hormonersatztherapien können nächtlichem Schwitzen entgegenwirken, wenn dieses aufgrund von Stoffwechselstörungen oder Hormonstörungen verursacht wurde.

Es gibt allerdings auch einige Patienten, bei denen keine genaueren Ursachen für das nächtliche Schwitzen gefunden werden konnten und die vermutlich einfach generell daran leiden, dass ihre Schweißdrüsen übermäßig arbeiten. Diesen Patienten wird empfohlen, generell einfach lockerere Kleidung zu tragen oder sich in kühleren Zimmern aufzuhalten, um der Schweißproduktion etwas entgegenzuwirken.

Alternativmedizinische Behandlungsmöglichkeiten und Haushaltsmittel bei Nachtschweiß

  • Ausreichende Trinkmenge
  • Vermeiden von würziger Speisen
  • Verzicht auf Rauchen
  • Bewegung bzw. Sport im Alltag
  • Leichte, weite Schlafkleidung
  • Entspannungsübungen vor dem Schlafen: Musik, ein Buch lesen oder eine Meditation
  • Salbeitee zur Verminderung des Schwitzens

Zusammenfassung

Nächtliche Schweißausbrüche sind wiederholte Episoden sehr starken Schwitzens während des Schlafs, die so stark sind, dass sie die Nachtkleidung oder das Bettzeug durchnässen.

Viele Menschen neigen dazu, in der Nacht zu schwitzen. Doch dies ist oftmals nicht krankheitsbedingt, sondern Ursache einer zu hohen Raumtemperatur, schlechten Schlafgewohnheiten oder eines ungesunden Lebensstils. Auch Infektionen, hormonelle Veränderungen bzw. im schlimmsten Fall maligne Erkrankungen, können für Nachtschweiß verantwortlich sein.

Sie werden oft durch eine Grunderkrankung verursacht und treten in der Regel zusammen mit anderen Symptomen, wie Fieber, Gewichtsverlust, Schmerzen in einem bestimmten Bereich, Husten oder Durchfall auf.

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