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Luxation

Zuletzt evidenzbasiert geprüft am 29. Okt. 2022

Was sind die Ursachen und Risikofaktoren einer Luxation?

Luxation bedeutet so viel wie eine Verrenkung und beschreibt den Vorgang, wenn ein Knochen des menschlichen Körpers schlagartig aus dem folglich betroffenen Gelenk herausspringt. Ursache hierfür sind meist ein Sturz, ungünstige Bewegungen oder eine enorme Krafteinwirkung. Infolgedessen haben die Patienten meist gewaltige Schmerzen an den betroffenen Stellen, die entsprechenden Gelenke lassen sich zudem meist auch nicht mehr richtig bewegen. Man unterscheidet zwischen verschiedene Arten von Luxationen.

Eine traumatische Luxation liegt vor, wenn eine Verrenkung des Gelenks aus einer Krafteinwirkung resultiert. Diese Krafteinwirkung kann hierbei direkt oder indirekt sein, ein typisches Beispiel wäre die Krafteinwirkung bei einem Aufprall, wie nach einem Sturz oder einem Unfall. Die Gelenkflächen werden durch die Kraft so verschoben, dass der Knochen "herausspringen“ kann.

Davon zu unterscheiden ist die habituelle Luxation. Wie der Name schon etwas verrät, beruht diese Art von Luxation auf einer Instabilität des Gelenks. Diese kann hierbei entweder angeboren oder erworben sein, ein Beispiel hierfür wären zu lockere Bänder, die das Gelenk dementsprechend nicht stabil genug zusammenhalten.

Eine spontane Luxation ist eine Verrenkung eines Gelenks ohne Krafteinwirkung.

Von einer pathologischen Luxation spricht man, wenn diese durch bereits vorhandene Schädigungen wie von beispielsweise allgemeinen Beeinträchtigungen des Gelenks zustande kommt.

Eine Subluxation ist eine inkomplette Verrenkung des Gelenks, bei der der betroffene Knochen nicht komplett aus dem Gelenk gesprungen ist.

Männer sind häufiger von Luxationen betroffen als Frauen. Das liegt daran, dass diese meist riskantere und extreme Sportarten betreiben als Frauen. Vor allem auch ältere Menschen leiden oft an Luxationen. Die Stabilität und Elastizität von Knochen, Bändern und infolgedessen den Gelenken allgemein nimmt mit wachsendem Alter ab. Dies macht ältere Menschen anfälliger für Luxationen.

Wissenswert

Die häufigste Lokalisation der Luxation betrifft das Schultergelenk, es kann aber grundsätzlich jedes Gelenk davon betroffen sein, wie zum Beispiel auch das Kniegelenk oder die verschiedenen Gelenke der Hand.

Was sind die Symptome einer Luxation?

Typische Symptome einer Luxation sind vor allem erst einmal enorme Schmerzen sowie das Ausbilden von Blutergüssen. Zudem ist häufig eine Fehlstellung des Gelenks sichtbar. Berührt man das Gelenk, so kann man meist auch eine „leere Stelle“ abtasten, an der zuvor eigentlich der Knochen lag. Auch ein offensichtliches Anschwellen der betroffenen Stelle kann auf eine Luxation hinweisen. Generell sollte man im Falle einer Luxation das entsprechende Gelenk so gut wie es geht stillhalten und kühlen. Dies ist beispielsweise durch einen Wickel oder Verband sowie Coolpacks oder Eiswürfel möglich. Anschließend sollte der betroffene Patient schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen, hierbei vor allem Orthopäden.

Wie wird die Luxation diagnostiziert?

Der Arzt wird mit der Anamnese beginnen. Dabei wird er vor allem Fragen stellen, deren Antworten klar erläutern, wie es zu der Verletzung gekommen ist. Ein Beispiel hierfür könnte wie folgt sein: „Haben Sie Sport getrieben, als es zur Luxation gekommen ist und wenn ja, welche Art von Sport?“ Nachdem geklärt wurde, wie und wo sich die Verletzung zugezogen wurde, folgt die körperliche Untersuchung. Dem Patienten wird meist vorab Schmerzmittel verabreicht, damit diese Untersuchung nicht zu schmerzhaft ist. Bei dieser Untersuchung wird der Arzt die betroffene Stelle genauer anschauen und eventuell abtasten, um sich ein Bild von der Verletzung machen zu können.

Hinweis

Meist sprechen die Symptome und äußeren Erscheinungen einer Luxation so deutlich für deren Diagnostik, dass keine weiteren Untersuchungen für eine Diagnosestellung durchgeführt werden müssen.

Allerdings werden meist noch weitere klinische Verfahren eingeleitet, vor allem die Verwendung von bildgebenden Verfahren. Diese dienen dann dazu, dass weitere Schäden infolge der Luxation abgeklärt und dann eventuell auch behandelt werden können, wie beispielsweise Knochenbrüche oder Nervenschädigungen. Am häufigsten verwendet wird die Röntgendiagnostik, bei der der Körper mithilfe von Röntgenstrahlen durchleuchtet wird und man dadurch dann eventuell verletzte Regionen, in diesem Fall die Knochen, sichtbar machen kann. Möchte man zusätzlich noch ausschließen, dass umliegendes Weichteilgewebe durch eine Luxation ebenso verletzt wurde, so leitet der behandelnde Arzt meist noch zusätzlich ein MRT oder CT ein. Auch bei diesen zwei Untersuchungsmethoden handelt es sich um bildgebende Verfahren.

Therapie bei Luxation

Die Therapie richtet sich je nach Schweregrad der Verletzung. Ist durch die Luxation tatsächlich nur der Knochen aus seinem Gelenk gerutscht, so kann der Arzt diesen größtenteils per Hand wieder einrenken. Dieser Vorgang wird von Medizinern auch Reponieren oder eine Reposition genannt. Um sehr große Schmerzen zu vermeiden, bekommt der Patient meist zuvor Medikamente zur Einnahme gegen die möglichen Schmerzen. Um nach der Reposition sicherzustellen, dass der Knochen wieder korrekt im Gelenk liegt, wird danach ein weiteres Mal geröntgt. Anschließend wird der betroffene Körperteil ruhig gestellt, beispielsweise mithilfe von Verbänden oder Schienen. Meist verschwinden die durch die Luxation verursachten Schmerzen relativ geschwind, sobald das Gelenk wieder eingerenkt wurde.

Achtung

Sollte die Luxation aber weitere Schäden mit sich gebracht haben, wie beispielsweise eine Knochenfraktur oder eine Schädigung von nahe liegenden Gefäßen oder Nerven, so ist eine operative Behandlung notwendig.

Wie ist die Prognose einer Luxation?

Durch die guten Behandlungsmöglichkeiten sind Luxationen relativ schnell zu beheben. Komplikationen treten nur sehr selten auf, und auch im Falle von diesen kann man operativ sehr gut behandeln.

Alternativmedizinische Behandlungsmöglichkeiten und Haushaltsmittel bei einer Luxation

Es wird empfohlen, extrem körperlich belastende Aktivitäten zu vermeiden, da diese Luxationen begünstigen. Ebenfalls hilfreich kann ein gezieltes, aber schonendes Training von Muskeln der anfälligen Gelenke, wie beispielsweise dem Schultergelenk, sein.

Empfehlungen zur Nachsorge bei einer Luxation

Leider ist es sehr wahrscheinlich, dass Patienten, die schon einmal von einer Luxation betroffen waren, in Zukunft von weiteren Luxationen belästigt werden. Die Anfälligkeit für Luxationen steigt nämlich nach dem ersten Auftreten. Sollte es häufiger zu Luxationen kommen, lohnt es sich, über eine operative Behandlung nachzudenken, da durch diese die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von weiteren Luxationen gesenkt werden kann.

Zusammenfassung

Unter Luxationen versteht man das Herausrutschen eines Knochens aus seinem spezifischen Gelenk. Dieser Vorgang resultiert meist in großen Schmerzen, ist allerdings gut durch einen behandelnden Arzt zu therapieren. Patienten, die schon einmal an einer Luxation gelitten haben, sind anfälliger für weitere Luxationen, das am häufigsten betroffene Gelenk ist das Schultergelenk.

Alle unsere medizinischen Inhalte werden regelmäßig überprüft und aktualisiert

  • Aktuelle Version
  • 4. Aug. 2022

Geschrieben von
Lena Rummler

Medizinisch geprüft am
29. Okt. 2022

Häufig gestellte Patientenfragen, beantwortet

Die Länge der Ruhigstellung der betroffenen Gelenke ist abhängig von der Art der Behandlung. Wurde eine Luxation durch den Arzt manuell repositioniert, so können die Patienten meist schon wieder nach ein bis zwei Wochen langsam damit beginnen, den betroffenen Körperteil zu belasten. Wurde allerdings die Luxation durch einen operativen Eingriff behandelt, so sollte man mindestens sechs Wochen warten, bis man das Gelenk und die umgebenen Muskeln wieder langsam belasten kann.

Das kann sehr stark variieren und ist abhängig von der Schwere der Verletzung. Generell kann man aber mit einer Zeit von zwei bis vier Monaten rechnen.

Eine Luxation ist oft leicht zu erkennen, da die betroffenen Gelenke meist nicht mehr normal aussehen, sondern meist etwas verrenkt sind. Ebenso typisch sind Schwellungen sowie Blutergüsse und Schmerzen.

Die Gelenke unseres Körpers bestehen meist aus einer Gelenkpfanne und einem Gelenkkopf, diese werden von den unterschiedlichen Knochen unseres Körpers gebildet. Springt nun ein Knochen aus dem Gelenk heraus und Gelenkpfanne sowie Kopf sind nicht mehr perfekt aufeinander abgestimmt, so spricht man von einer Luxation.

Zuallererst sollte man versuchen, die obere Extremität mit Hilfe von Bandagen oder Wickeln so gut wie nur möglich ruhigzustellen. Des Weiteren sollte man die betroffene Stelle kühlen, um Schwellungen und blauen Flecken entgegenzuwirken. Hierfür eignen sich beispielsweise Coolpacks oder Eiswürfel. Anschließend sollte man dann so schnell wie möglich einen Spezialisten aufsuchen, in diesem Fall einen Orthopäden.

Ja, generell kann eine Luxation bei jedem Gelenk unseres Körpers vorliegen. Da unsere Finger auch Gelenke besitzen, kann man sich auch diese auskugeln.

Diese Zeit kann von einer bis sechs Wochen stark variieren und ist abhängig von Art und Lokalisation der Luxation sowie der durchgeführten Behandlungsweise.

Luxation Karteikarte

Erkrankung zusammengefasst

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Luxation

Verrenkung

Epidemiologie

  • etwa 24.000 Schulterverrenkungen pro Jahr

Risikofaktoren

  • junges Patientenalter
  • Kontakt-/Risikosportarten
  • generelle „Überbeweglichkeit“
  • vorherige Luxationen

Ursachen

  • Trauma
  • angeborenen oder erworbenen Gelenkinstabilität
  • chronische Gelenkschädigung
  • Gelenkentzündung mit Kapselüberdehnung
  • angeboren

Symptome

  • Schmerzen
  • Bewegungseinschränkung

Komplikationen

  • Muskelverkürzung
  • Muskelschäden
  • Nervenschäden
  • Gefäßschäden

Diagnose

  • Körperliche Untersuchung
    • Prüfung ob Luxation vollständig
    • Prüfung ob Knochenbruch vorliegt
    • Prüfung von Sensibilität und Durchblutung
  • Röntgenuntersuchung
    • Prüfung ob Knochenbruch vorliegt
  • MRT
    • Prüfung auf Begleitverletzungen des Weichteilgewebes (z.B, Bänderriss)
  • Anamnese
    • Befragung bezüglich des Entstehungsmeschanismus
    • Hatten sie einen Unfall/ ein Trauma?
    • Ist bei ihnen eine chronische Instabilität des betroffenen Gelenks bekannt?
    • Hatten sie kürzlich eine Entzündung in dem betroffenen Gelenk?
    • Leiden sie an Schmerzen?
    • Können sie das betroffene Gelenk normal bewegen?

Differenzial Diagnose

  • Fraktur

Therapie

  • Konservative Behandlung

Präventionsmaßnahmen

  • regelmäßige Kraft- und Koordinationsübungen
  • Schutzausrüstung beim Sport

Prognose

  • Prognose hängt vor allem von möglichen Begleitverletzungen ab
  • Gefahr einer Luxationsfraktur

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