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Katzenkratzkrankheit

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Geschrieben von
Lisa Maria Schulte

Die Katzenkratzkrankheit (auch als cat scratch fever bekannt) ist eine infektiöse Krankheit, die durch Bakterien der Spezie „Bartonella“ verursacht wird. Der Überträger der Erreger ist hierbei die Hauskatze, welche selbst dabei nicht erkrankt oder nur sehr milde Symptome aufweist.

Die Katzenkratzkrankheit tritt weltweit äußerst selten auf und am häufigsten in den Jahreszeit Winter und Herbst.

Was sind die Ursachen und Risikofaktoren einer Katzenkratzkrankheit?

Jeder Mensch kann an der Katzenkratzkrankheit erkranken. Da die Überträger jedoch Katzen sind, sind Katzenbesitzer einem höheren Risiko ausgesetzt. Vor allem junge Katzen sind häufiger mit dem Bartonella-Bakterium infiziert, als ältere Tiere. Der Grund dafür ist, dass junge Tiere noch nicht so ein ausgereiftes Immunsystem haben, wie ältere Tiere. Dadurch sind sie anfälliger für Krankheiten.

Wissenswert

Menschen, die an der Katzenkratzkrankheit leiden, sind laut Statistik meistens jünger als 21 Jahre oder im Kindesalter. Das hat den Grund, dass Kinder oftmals einen innigeren Kontakt mit den Haustieren haben und zudem noch ein nicht komplett ausgereiftes Immunsystem haben, was sie anfälliger für Krankheiten macht.

Ebenfalls Erwachsene, die eine Immunschwäche haben, erkranken öfters als gesunde Erwachsene.

Übertragung der Bakterien

Das Bakterium „Bartonella“ gelangt über drei Wege in die Krallen der Katze:

  • Die Bakterien befinden sich im Speichel und im Blut der Katze. Wenn sich das Tier die Pfoten ableckt gelangen die Bakterien somit in die Krallen und können dann durch Kratzen in den menschlichen Körper gelangen (vorausgesetzt das Kratzen verursacht eine Hautverletzung)
  • Wenn die Katze eine beschädigte Hautstelle bzw. offene Wunde vom Menschen beleckt, kann auf diesem Weg der Krankheitserreger ebenfalls in den menschlichen Körper gelangen.
  • Wenn sich ein Floh in das Fell der Katze niederlässt und dessen Blut saugt, gelangen die Krankheitserreger in das Insekt. Die Erreger werden mit dem Kot des Flohs auf das Fell der Katze ausgeschieden. Wenn die Katze dann ihr Fell leckt, können auf diesem Wege die Erreger in den Speichel gelangen, sowie durch das Schlucken des infizierten Speichels in das Blut der Katze gelangen.

Hinweis: Der Katzenfloh beißt auch Menschen, deshalb ist eine direkte Übertragung des Krankheitserregers durch den Floh ebenfalls möglich. Dieser Übertragungsweg ist aber extrem selten. Eine Übertagung von Mensch zu Mensch ist noch nicht vorgekommen.

Was sind die Symptome einer Katzenkratzkrankheit?

Nach der Infizierung mit dem Erreger („Bartonella“), treten erste Symptome circa nach zwei bis zehn Tagen auf.

An der Stelle der Haut , durch welche das Bakterium in den Körper gelangt ist, entwickeln sich kleine rot-braune Knötchen. Diese können sehr leicht mit einer allergischen Reaktion verwechselt werden. Die Knötchen sind schmerzfrei und jucken nicht und verschwinden nach ein paar Tagen oder Wochen von selbst.

Im Inneren des menschlichen Körper befallen die Bakterien zunächst die Lymphknoten, welche sich in der Nähe der verletzten Haut befinden. Diese Lymphknoten schwellen dann an und können sich sehr schmerzhaft anfühlen. Im weiteren Verlauf schwellen ebenfalls die Lymphknoten unter der Achselhöhle oder am Hals.

Ebenfalls können unspezifische Symptome auftreten, wie :

  • leichtes Fieber und Schüttelfrost
  • Erschöpfung
  • Bauch-, Kopf-, Glieder und Halsschmerzen
  • Verlust des Appetitgefühls
  • immer wiederkehrende Übelkeit, sowie Erbrechen

Symptome (selten):

In manchen Fällen sind die Lymphknoten nicht nur in der Nähe der Hautverletzung, am Hals und unter den Achselhöhlen angeschwollen, sondern am ganzen Körper. Die Anschwellung der Lymphknoten kann manchmal monatelang anhalten, ist aber nicht gefährlich.

Vereinzelt schwellen auch die Leber und die Milz an, was zu einem lästigen Druckgefühl im oberen Bereich des Bauches führt.

Auch die Augen können von den Bakterien befallen werden, wo sie eine schmerzhafte Bindehautentzündung verursachen.

Ebenfalls können die Erreger das Nervensystem befallen. Die Folgen sind Entzündungen der Augennerven und Hirnhautentzündungen.

Symptome - Spezielle Fälle (bei Immungeschwächte Menschen)

Menschen, die ein geschwächtes Immunsystem haben wie zum Beispiel HIV-Patienten oder Patienten, die immununterdrückende Medikamente einnehmen, haben ein besonders hohes Risiko die sogenannte „Bazilläre Angiomatose zu entwickeln“:

Hier vermehrt sich der Krankheitserreger in der Haut und an Organen wie Milz, Auge, Leber, Lymphknoten und Nervensystem.

Durch die Vermehrung der Bortanella-Bakterien in den kleinen Blutgefäßen werden die winzigen Blutgefäße gedehnt, da der Krankheitserreger immer mehr Platz beansprucht. Dadurch erscheinen in der Haut kleine dunkelrote oder violette Knötchen. Diese Knötchen kommen vereinzelt vor oder treten in Gruppen auf. Teilweise sind sie auch auf dem ganzen Körper verteilt. Im weiteren Verlauf ist es möglich, dass diese Knötchen aufbrechen, bluten und sich entzünden.

An den Organen, können Zysten (kleine blutgefüllte Hohlräume) durch das Vermehren der Bortanella-Bakterien entstehen.

Wie wird die Katzenkratzkrankheit diagnostiziert?

Untersuchungen bei Katzenkrankheit

Die Diagnostik bei dem Verdacht auf das Vorliegen einer Katzenkrankheit gliedert sich in der Regel in verschiedene Schritte:

Zu Beginn findet zumeist ein ausführliches Arzt-Patienten-Gespräch (Anamnese) statt. Im Zuge dieses Gesprächs sollten alle bei dem Patienten vorliegenden Krankheitszeichen so genau wie möglich beschrieben werden. Deshalb ist es äußert wichtig für den Arzt zu wissen, wie die Krankheit entstanden ist und ob sie Kontakt mit einer Katze hatten.

  • Blutabnahme: Durch die Blutentnahme können sich spezifische Antikörper gegen das Bakterium nachweisen, welche das Immunsystem entwickelt, um den Erreger zu bekämpfen.
  • Gewebeentnahme: Hierbei wird ein Teil des Gewebes aus einem geschwollenen Lymphknoten entnommen, um den speziellen Erreger unter dem Mikroskop identifizieren zu können.

Therapie bei Katzenkratzkrankheit

In den meisten Fällen ist der Krankheitsverlauf nicht schwer und die Katzenkratzkrankheit verheilt von alleine, weshalb eine spezielle Therapie hier nicht notwendig ist.

Bei Symptomen wie Schmerzen oder Fieber können Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen helfen. Die Schmerzen, durch geschwollene Lymphknoten verursacht, können mit Kühlung gelindert werden.

In vereinzelten Fällen hält die Katzenkratzkrankheit länger an oder es bestehen sehr starke Beschwerden. In diesen Fällen können Antibiotika eingesetzt werden, um den Krankheitsverlauf zu kürzen.

Wie ist die Prognose einer Katzenkratzkrankheit?

Meistens ist der Krankheitsverlauf der Katzenkratzkrankheit harmlos.

In seltenen Fällen treten allerdings Komplikationen auf, wenn die Bakterien Knochen, die Lunge oder das Herz befallen und dort eine Entzündung auslösen. Die Prognose ist allerdings gut, wenn die Ursache der Komplikationen früh erkannt wird. Antibiotika werden dann hier eingesetzt, um den Erreger abzutöten. Nachdem die Bortanella-Bakterien komplett ausgelöscht wurden, heilen somit auch die Komplikationen wieder ab.

Ebenso können die Bortanella-Bakterien rote Blutkörperchen attackieren und diese manchmal auch komplett zerstören, was zu einer Blutarmut (Anämie ) führt.

Des Weiteren können die Bartonella-Bakterien sich in großen Mengen im Blut vermehren und dadurch das Blut vergiften (Sepsis). Eine Blutvergiftung ist lebensgefährlich und muss so schnell wie möglich behandelt werden.

Wie kann man einer Katzenkratzkrankheit vorbeugen?

Die wichtigste Maßnahme ist, Flöhe bei Katzen radikal zu bekämpfen. Nachdem man Kontakt mit Katzen hatte, sollte man sich die Hände waschen. Vor allem immungeschwächte Menschen sollten besonders vorsichtig im Umgang mit Katzen sein oder sich komplett fernhalten.

Zusammenfassung

Die Katzenkatzkrankheit ist bakteriell bedingt. Der Krankheitserreger gelangt über Kratzverletzungen in den menschlichen Körper. Katzen selbst erkranken dabei nicht oder zumindest nur leicht.

In der Regel ist der Krankheitsverlauf harmlos und verheilt nach wenigen Wochen von selbst. In einzelnen Fällen jedoch sind Antibiotika erforderlich.

Katzenkratzkrankheit Karteikarte

Erkrankung zusammengefasst

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Katzenkratzkrankheit

Risikofaktoren

  • Kontakt zu Katzen

Ursachen

  • Bakterielle Infektion (Bartonella henselae) nach kleiner Hautverletzung

Symptome

  • Vergrößerte Lymphknoten
  • Fieber
  • Abgeschlagenheit
  • Hautausschlag
  • Lebervergrößerung
  • Rote und stechende Augen
  • Milzvergrößerung

Komplikationen

  • Entzündungen des Zentralnervensystems
  • Sepsis

Diagnose

  • Anamnese
    • Sind ihre Lymphknoten vergrößert?
    • Haben sie Fieber?
    • Fühlen sie sich müde und abgeschlagen?
    • Haben sie einen Hautausschlag?
    • Wurde bei ihnen eine Vergrößerung der Leber festgestellt?
    • Wurde bei ihnen eine Vergrößerung der Milz festgestellt?
    • Sind ihre Augen gerötet?
    • Tränen ihre Augen?
    • Wurden sie von einer Katze gekratzt?
  • Laboruntersuchung
    • Erregernachweis im Blut und Gewebe (z.B. Lymphknoten)
    • Nachweis von spezifischen Antikörpern im Blut

Therapie

  • Symptomatische Therapie
  • Medikamente

Präventionsmaßnahmen

  • Hygienemaßnahmen
  • Immunschwache Menschen sollten Kontakt zu Katzen meiden

Prognose

  • Abhängig vom Gesundheitszustand
  • idR. problemlose Ausheilung

Begriffe

Anämie

Eine Anämie ist definitionsgemäß eine Erniedrigung des roten Blutfarbstoffs im Blut. Der Hauptbestandteil des roten Blutfarbstoffs ist das Hämoglobin.
Eine Bindehautentzündung ist eine Infektion der Bindehaut des Auges, die meist durch Bakterien oder Viren verursacht wird.
Unter dem Begriff "Blutvergiftung" (Sepsis), versteht man ein lebensbedrohliches Multiorganversagen, das aufgrund einer fehlgesteuerten, systemischen Immunreaktion hervorgerufen wird.
Von Fieber spricht man immer dann, wenn die Körpertemperatur über das normale Maß hinaus erhöht ist. Normalerweise liegt die Körpertemperatur des Menschen zwischen 36,0 und 37,4 Grad Celsius.
Ibuprofen ist als entzündungshemmendes, fiebersenkendes und schmerzlinderndes Mittel unverzichtbar ist. Die Behandlung sollte jedoch so kurz wie möglich erfolgen. Von langfristiger Anwendung sollte man, wenn es möglich ist, absehen.
Unter dem Begriff "Zyste", versteht man einen Hohlraum, der sich innerhalb des Gewebes bildet und von einer Kapsel umschlossen ist. Dabei kann eine Zyste sowohl aus einer als auch aus zwei Kammern bestehen.

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