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Gesundheit von A-Z

Kalte Füße

Kalte Hände und kalte Füße kennen viele Menschen. Ganz besonders Frauen sind häufig davon betroffen. Das liegt beispielsweise daran, dass viele Frauen eine dünnere Haut als die meisten Männer haben und somit eine dünnere Schicht, die vor Kälte schützen könnte.

In der Regel ist auch der Anteil der Muskelmasse bei Frauen geringer. Arbeiten Muskeln, also ziehen sie sich zusammen, benötigen sie dafür Energie, wie Kohlehydrate. Beim Verwerten dieser Energie entsteht gleichzeitig Wärme.

Wissenswert

Es gibt Menschen, die von Natur aus dazu neigen kalte Hände und/oder Füße zu haben, ohne dass zwingend eine bestimmte Erkrankung zugrunde liegt.

Bei niedrigen Temperaturen wie im Winter oder durch kaltes Wasser kommt es bei den meisten Menschen zu kalten Händen und/oder Füßen. Wasser auf der Haut führt generell zu einer schnelleren Auskühlung.

Da die Durchblutung beim Auftreten von kalten Händen und/oder Füßen eine große Rolle spielt, kann es sinnvoll sein, sich die Grundlagen des Herz-Kreislauf-Systems erneut vor Augen zu führen. Das Herz-Kreislauf-System besteht auch 2 verschiedenen Arten von Blutgefäßen, den Schlagadern (Arterien) und den Venen.

Das Herz ist das Zentrum des Blut-Gefäß-Systems. Es ist ein großer, hohler Muskel. Es pumpt das Blut über Schlagadern (Arterien) in den Körper. Mit dem gepumpten Blut werden Sauerstoff und Nährstoffe in den ganzen Körper transportiert. Über Venen wird dann „verbrauchtes“ Blut dann zurück zum Herz transportiert, wenn das Blut Sauerstoff an den Körper abgegeben hat.

In den Venen wird dann Kohlenstoffdioxid zurück Richtung Herz transportiert. Von dort wird es in die Lunge gepumpt, um dort erneut mit Sauerstoff angereichter zu werden. Zurück im Herzen angekommen, beginnt der Kreislauf von vorn.

Um den Blutfluss an die unterschiedlichen Bedürfnisse und Situationen anzupassen, kann die Geschwindigkeit und Kraft des Herzschlags, aber auch der Durchmesser der Blutgefäße verändert werden.

Ursachen für kalte Füße und kalte Hände

Ursachen im Überblick

Durchblutungsstörungen sind wohl die häufigste Ursache von kalten Händen und/oder Füßen. Der Lebensstil hat einen wesentlichen Einfluss auf die Durchblutung. Verschiedene Faktoren können die Durchblutung einschränken, ohne dass weitere Zeichen von krankhaften Veränderungen vorliegen müssen, wenn sie auch langfristig zu Erkrankungen und weiteren Beschwerden führen.

Durch die große Körperoberfläche und die viele kleinen Blutgefäße auch unter der Hautoberfläche beziehungsweise in der Haut, kühlt das Blut schnell ab. Zu diesen Faktoren gehören:

Bewegung kurbelt die Durchblutung an. Bei Bewegung brauchen die Gewebe im Körper (bei Bewegung vor allem die Muskeln) mehr Sauerstoff und Nährstoffe. Die Durchblutung wird gesteigert. Bewegt man sich wenig, ist weniger Durchblutung erforderlich. Hände und Füße werden eher kalt.

Zu niedriger Blutdruck (Hypotonie) kann auch zu einer Verringerung der Durchblutung und so zu kalten Händen und Füßen führen.

Die Schilddrüse ist ein kleines Organ im Hals. Sie ist mit zuständig für die Regulation des Stoffwechsels und auch für die Körper-Temperatur. Arbeitet die Schilddrüse nicht mehr ausreichend, schlägt das Herz langsamer und die Durchblutung nimmt ab. Verstärkt wird das Gefühl der Kälte dadurch, dass die Körpertemperatur sinkt und so beginnt zu frieren.

Schlafmangel kann dazu führen, dass der Körper seine Temperatur im Inneren (Körper-Kern-Temperatur) nicht mehr aufrechterhalten kann. Gleiches gilt bei Nahrungsmangel.

Stress und psychische Belastung können auch dazu führen, dass Hände und Füße kalt sind. Einer der Mechanismen dabei kann sein, dass bei Stress oder Belastung die Blutgefäße in Armen und Beinen, also auch Händen und Füßen „eng gestellt“, also deren Durchmesser verringert wird. Die Durchblutung nimmt ab und die Haut fühlt sich kalt an.

Bei der Arteriosklerose kommt es zu Ablagerungen in den Blutgefäßen. Durch diese Ablagerungen kann nicht mehr so viel Blut wie normalerweise durch die Gefäße fließen. Außerdem werden die Wände der Blutgefäße starrer und weniger flexibel. Sie können sich dann nicht mehr so gut an die Bedürfnisse des Herz-Kreislauf-Systems anpassen.

Gründe für die Entwicklung einer solchen Arteriosklerose können sein:

Beim Raynaud-Syndrom kommt es auch zur Durchblutungsstörung durch zeitweise verengte Blutgefäße. Dabei werden die Finger durch Kälte oder Stress beispielsweise sehr kalt, teilweise fühlen sie sich sogar taub an oder kribbeln. Dabei sehen die Finger sehr, sehr blass, nahezu weiß aus.

Nach einiger Zeit verfärben die Finger sich dann blau, da aufgrund der stark reduzierten Durchblutung kaum sauerstoffreiches, rotes Blut in den Händen ankommt und sich kohlenstoffdioxidreiches, eher dunkleres Blut ansammelt. Wenn es später dann wieder zu einer Zunahme der Durchblutung der Finger kommt, kann eine deutliche rötliche Verfärbung beobachtet werden.

Die Einnahme bestimmter Medikamente kann ebenfalls zur Verengung der Blutgefäße in Händen und Füßen führen und so zur Kälte führen. Zu solchen Medikamenten gehören:

  • die „Antibabypille“ (hormonelles Verhütungsmittel)
  • verschiedene Blutdruck- beziehungsweise Herz-Medikamente, die zum Beispiel den Blutdruck senken. Wird der Blutdruck zu stark gesenkt, werden Hände und Füße häufig kalt.
  • bestimmte Medikamente gegen Depressionen und depressive Verstimmungen (Antidepressiva).
  • Medikamente, die bei Chemotherapien gegen Krebserkrankungen eingesetzt werden

Diagnose bei kalten Füßen und kalten Händen

Untersuchungen im Überblick

Kalte Hände und Füße können ganz normal sein und sind selten ein Symptom für eine schlimme Erkrankung. Es kann aber auch ein Hinweis auf eine Durchblutungsstörung sein, die deshalb ausgeschlossen werden sollte. Durchblutungsstörungen treten meistens als Folge einer Arteriosklerose auf.

Eine Arteriosklerose ist eine Veränderung der Gefäßwände. Ursachen dafür sind neben genetischen Konstellationen vor allem auch der Lebensstil. Ihr Arzt wird Sie nach Ihrer Ernährung fragen, er wird wissen wollen, ob Sie rauchen, ob Sie einen Diabetes mellitus haben oder eine familiäre Vorbelastung. Ferner wird er nach Ihren Medikamenten fragen, da Juckreiz manchmal die Nebenwirkung eines Medikaments ist.

Doppler-Perfusion: ein nicht-invasives bildgebendes Verfahren, mit dem sich Veränderungen des Blutflusses feststellen und Problembereiche vorhersagen lassen, bevor Symptome auftreten.

Angiografie (Arteriografie): Magnetresonanzangiografie (MRA) und Computertomografie-Angiografie (CTA), ein nicht-invasives sind Verfahren zur Darstellung anatomischer Strukturen im Gefäßsystem der Hand und der Finger Gefäß-Ultraschall.

Wann sollte man bei kalten Füßen und kalten Händen zum Arzt gehen?

Kalte Hände und Füße sind, wenn sie unter den entsprechenden Umständen wie langer Kälteeinwirkung auftreten, harmlos sein. Kommt es aber häufiger und auch ohne ersichtlichen Grund zu kalten Händen und Füßen und nehmen die Beschwerden zu oder häufen sich, sollte mithilfe eines Arztes nach den Ursachen der Beschwerden gesucht werden.

Betroffene, die sich durch die Symptome eingeschränkt fühlen oder für die die Beschwerden mit einer Verringerung der Lebensqualität einhergehen, sollten sich ebenfalls ärztlich beraten und untersuchen lassen.

Ältlicher Rat ist wie bei allen Erkrankungen auf jeden Fall empfehlenswert, wenn weitere körperliche Symptome auftreten. Hier können Missempfindungen wie Kribbeln, Taubheitsgefühle oder Schmerzen mögliche Warnsignale für ernstzunehmende zugrundeliegende Erkrankungen sein.

Behandlungs-Möglichkeiten für kalte Füße und kalte Hände

Die offensichtlichsten Maßnahmen bei kalten Füßen und/oder Händen ist sicher das Bedecken des Körpers (nicht nur der betroffenen Körper-Stellen, sondern des ganzen Körpers) mit Stoff/ warmer Kleidung.

Kleidung hält besser warm, wenn mehrere Schichten übereinander getragen werden. Besonders wichtig für den Wärme-Erhalt des Körpers ist die Bedeckung des Kopfes und die Isolation der Füße gegen den Boden.

Über die Füße kann viel Wärme an den Boden abgegeben werden. Außerdem ist es hilfreich, die Haut trocken zu halten. Feuchte Haut gibt wesentlich schneller Wärme ab und kühlt daher schneller aus (gleicher Effekt wie beim Schwitzen). Unterstützend kann warmer Tee oder Suppe den Körper von innen wärmen und helfen, die Körpertemperatur aufrechtzuerhalten.

Hinweis

Regelmäßige Bewegung und gesunde, ausgewogene Ernährung kann zu einem gesunden Herz-Kreislauf-System beitragen und Beschwerden vieler Erkrankungen wirksam lindern. Saunagänge, Wechselbäder oder Wasser-Treten können Maßnahmen sein, die den Kreislauf unterstützen, gesund und fit zu bleiben.

Begriffe

Arteriosklerose

Atherosklerose bezeichnet die Verhärtung von Gefäßen, aufgrund fetthaltiger Substanzen, in der Regel Cholesterin, wobei Arteriosklerose speziell die Verhärtung von Arterien meint.
Bluthochdruck, auch als "arterielle Hypertonie" bezeichnet, ist die häufigste internistische Erkrankung der Welt, betrifft ca. die Hälfte aller über 50-Jährigen und hat Rauchen, Diabetes, Stress, Adipositas und ein erhöhtes Alter als Risikofaktoren.
Unter dem Begriff Diabetes mellitus versteht man eine Erkrankung, die durch eine Störung des Zuckerstoffwechsels hervorgerufen wird. Betroffene Personen weisen einen mitunter deutlich erhöhten Blutzuckerspiegel auf, der langfristig die Entstehung einer Reihe von Folgeerkrankungen triggern kann.
Juckreiz ist ein unangenehmes Gefühl der Haut, das den Drang zum Kratzen hervorruft. Er ist ein charakteristisches Merkmal vieler Hautkrankheiten und ein Anzeichen für einige systemische Krankheiten.
Von Hypotonie („niedriger Blutdruck“) wird bei einem systolischen Blutdruckwert von unter 100 mmHg gesprochen. Der Blutdruckwert wird aus historischen Gründen in Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) angegeben.

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