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Innere Unruhe

Die meisten von uns kennen den Zustand der inneren Unruhe zum Beispiel vor einer Prüfungssituation, einem wichtigen Telefonat, einem bevorstehenden Date, oder einem gefürchteten Arzttermin.

Herzklopfen, innere Anspannung, Nervosität, das Gefühl nicht still sitzen zu können und Zittern werden begleitet von kreisenden Gedanken. Innere Unruhe ist erst mal nichts Krankhaftes, solange sie nicht dauerhaft auftritt, das Leben einschränkt oder Betroffene dauerhaft belastet sind.

Wissenswert

Die Ursachen für innere Unruhe können vielfältig sein: Ein wichtiges Ereignis steht bevor, Stress, oder auch zu viel Koffein können den Puls in die Höhe schießen lassen und innere Unruhezustände auslösen.

Die Symptome können aber auch auf eine ernstzunehmende psychische Erkrankung hinweisen: Innere Unruhe kann ein Symptom einer Angststörung , einer Psychose , einer ADHS , einer Zwangsstörung, einer Depression oder sogar einer Schizophrenie sein.

In diesem Fall müssen aber zusätzlich zur inneren Unruhe auch noch andere Symptome vorliegen.

Neben Stress oder psychischen Erkrankungen können innere Unruhezustände auch auf körperliche Erkrankungen hinweisen, wie eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) oder Diabetes.

Auch in den Wechseljahren oder einer Schwangerschaft können innere Unruhezustände aufgrund von Hormonschwankungen vorkommen. Ein weiterer Grund kann der Konsum von Alkohol oder Drogen sein, der zu einer dauerhaften Stimulation des Sympathikus führt und somit auch zu allgemeinen Unruhezuständen.

Hinweis

Die Folgen von innerer Unruhe können Schlafstörungen , Konzentrationsprobleme, Schreckhaftigkeit, Konflikte (Arbeit und Privat), Aggressivität und Impulsivität sein.

Ursachen von innerer Unruhe

Sie möchten herausfinden, ob Ihre innere Unruhe eventuell auf eine Erkrankung hinweisen könnte?

Wissenswert

Wenn Sie eine oder mehrere der folgenden Fragen mit Ja beantworten würden, könnte das ein Hinweis für eine Erkrankung sein. Bitte konsultieren Sie in diesem Fall einen Arzt oder eine Ärztin.

  • Bestehen Ihre Symptome schon länger als 4 Wochen?
  • Haben Sie Schlafstörungen?
  • Haben Sie weitere Symptome wie Ängste, Wahnvorstellungen, Interessenverlust oder Panikattacken?
  • Fühlen Sie sich durch die innere Unruhe belastet?
  • Hindern Ihre Symptome Sie daran, Ihren Alltag zu meistern?
  • Bekommen Sie Ihre innere Unruhe nicht mehr alleine in den Griff?

Ursachen im Überblick

Anhaltende innere Unruhe kann ein Symptom folgender psychischer Erkrankungen sein:

Angststörungen zeichnen sich durch anhaltende Ängste in unterschiedlichen Lebensbereichen und ohne offensichtlichen Grund aus. Häufig treten plötzliche und unkontrollierbare Panikattacken auf, die sich durch Herzklopfen, Schweißausbrüche und die Angst zu sterben auszeichnen.

Wenn Ihre innere Unruhe auf unkontrollierbare und irrationale Ängste zurückzuführen ist, oder von ihnen begleitet wird, könnte dies auf eine Angst- oder Panikstörung hinweisen.

Werden die Symptome der inneren Unruhe von zeitweiligem Realitätsverlust, Wahnvorstellungen, oder Halluzinationen begleitet, könnte es sich um eine Psychose handeln. Eine Psychose kann auch als Symptom einer anderen Störung auftreten (Depression ), oder durch Drogen ausgelöst werden (drogeninduzierte Psychose).

Bei einer Schizophrenie steht der Wahn im Vordergrund: Wahnvorstellungen, das Hören von Stimmen und das Gefühl von anderen beeinflusst zu sein, sind Erkennungsmerkmale für diese psychische Erkrankung.

Zwangsstörungen zeichnen sich aus durch Zwangshandlungen oder Zwangsgedanken. Das chronische Auftreten von sich wiederholenden Impulsen, Handlungen oder Gedanken schränken den Alltag von Betroffenen erheblich ein.

Durch Zwangshandlungen wie z.B. das dreimalige Herunterdrücken der Haustüre oder wiederholtes exzessives Händewaschen können irrationale Ängste oder Befürchtungen kurzzeitig gelindert werden. Bei Zwangsgedanken handelt sich durch wiederholt auftretende aufdringliche Gedanken, die nicht durch Ablenkung verdrängt oder kontrolliert werden können.

Wenn Zwangshandlungen nicht ausgeführt werden, können kommt es bei Betroffenen zu einem extremen Handlungsdruck, der durch ein Gefühl der inneren Unruhe begleitet wird.

ADHS ist eine Abkürzung für die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung. Primäre Symptome bei dieser Störung sind Leistungsprobleme im Zuge von Aufmerksamkeitsstörungen und eine erhöhte Impulsivität.

Die Symptome einer ADHS zeigen sich meist schon im Kindes- und Jugendalter und sind durch motorische Hyperaktivität geprägt. Diese körperliche Unruhe wird häufig durch eine innere Unruhe begleitet.

Depressionen sind eine der häufigsten psychischen Störungen. Die Symptome von Depressionen sind gedrückte Stimmung, Lustlosigkeit, Interessenverlust, Schlafstörungen (übermäßiges Schlafbedürfnis, Ein- oder Durchschlafprobleme) und Antriebslosigkeit. Auch innere Unruhezustände können auf eine Depression hinweisen.

Wenn Sie vermuten, dass eine ernstzunehmende Erkrankung hinter Ihrer inneren Unruhe steckt, oder diese schon seit Längerem besteht, wenden Sie sich zur Abklärung an ihren Hausarzt oder ihre Hausärztin.

Wann sollte man bei innerer Unruhe zum Arzt gehen?

Wenn Ihre Symptome für länger als 4 Wochen bestehen, Sie sich in ihrem Alltag eingeschränkt fühlen, oder zusätzlich andere Symptome aufweisen.

Behandlung bei innerer Unruhe

Behandlungsmöglichkeiten im Überblick

Innere Unruhezustände können immer mal wieder auftreten und gerade in stressigen Zeiten zur Belastung werden. Wenn es sich bei den Symptomen nicht um eine ernstzunehmende körperliche oder psychische Erkrankung handelt, kann man sie mithilfe einiger kleiner Tipps auch gut selbst in den Griff bekommen.

Steht ein aufregendes Ereignis bevor? Haben Sie Stress auf der Arbeit oder im Familienleben? Sprechen Sie mit anderen über ihre Probleme und behalten Sie Belastungen nicht für sich. Rufen Sie eine Freundin oder einen Freund an, oder bitten Sie Ihren Partner um Hilfe.

Manchmal kann ein langes Gespräch mit einer guten Zuhörerin oder Zuhörer wahre Wunder bewirken. Wenn gerade kein geeigneter Gesprächspartner in Sicht ist, kann auch ein Tagebuch als Sorgenfresser dienen.

Auszeiten sind wichtig. Wobei können Sie so richtig abschalten? Ein heißes Bad, ein langer Spaziergang oder essen gehen mit Freunden? Finden Sie Strategien, um wieder zu sich zu finden und Ruhe und Gelassenheit zurückzugewinnen.

Innere Unruhe kann auf zu viel Koffein, Alkohol oder einen Nährstoffmangel hinweisen. Gesunde Ernährung ist hier sehr wichtig. Reduzieren Sie Ihren Kaffeekonsum und machen Sie sich statt einem Nachmittagskaffee doch mal einen leckeren Tee (Achtung: Auch Schwarztee enthält Koffein). Ein frühes und leichtes Abendessen kann das Einschlafen am Abend erleichtern.

Regelmäßige Bewegung kann innere Unruhe positiv beeinflussen und ist für ein gutes Wohlbefinden essenziell. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt mindestens 150 Minuten Bewegung pro Woche für Erwachsene.

Welche Art der Bewegung Sie brauchen, kann ganz individuell entschieden werden. Ob Auspowern beim Kraftsport, ein langer Waldspaziergang, Yoga oder Fußball mit Freunden. Ausreichend Bewegung ist nicht nur gut für den Körper, sondern sorgt auch für Ausgeglichenheit und psychische Gesundheit.

Gerade, wenn Sie gar nicht wissen, woher Ihre innere Unruhe kommt, kann es wichtig sein, wieder achtsamer mit sich selbst umzugehen. Gönnen Sie sich doch mal kleine Pausen im Alltag, in denen Sie nichts weiter tun, als in sich rein zu spüren.

Nehmen Sie sich fünf Minuten und fragen Sie sich: Wie geht es mir gerade? Wie fühlt sich mein Körper an? Wie fließt mein Atem? Diese keinen Inseln im Alltag können großes Bewirken und allgemeine Anspannungen reduzieren.

Progressive Muskelentspannung (PMR):

Bei der progressiven Muskelentspannung geht es darum, verschiedene Muskelgruppen am Körper bewusst wahrzunehmen, anzuspannen und zu entspannen. So kann eine Entspannung des gesamten Körpers bewirkt werden.

Autogenes Training:

Das autogene Training ist eine Art der Selbsthypnose. Durch inneres Vorsagen von Sätzen, wie „Mein Atem ist ganz ruhig“ kann man sich selbst in einen Zustand von Ruhe und Gelassenheit versetzen.

Auch pflanzliche Mittel können bei der Behandlung von innerer Unruhe Linderung verschaffen. Baldriantropfen, Johanniskraut oder Lavendelöl können hierbei hilfreich sein. Dies sollten Sie immer mit einem Arzt oder einem Apotheker absprechen.

Innere Unruhe kann zur Belastung werden, doch nicht immer liegt eine Erkrankung dahinter. Fast jeder Mensch erlebt in bestimmten Lebenssituationen innere Unruhezustände. Ausreichend Zeit für sich, eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung können wieder zu mehr Gelassenheit und Ruhe sorgen.

Zusammenfassung

Vielfältige Ursachen können zu einer inneren Unruhe führen. Hält dieses über mehrere Wochen an, müssen Untersuchungen eingeleitet werden, um körperliche Gesundheitsstörungen auszuschließen und eine Behandlung einzuleiten.

Begriffe

Depression

Die ADHS ist eine neurologische Entwicklungsstörung, die sowohl Kinder als auch Erwachsene betrifft. Zu den Symptomen von ADHS gehören Aufmerksamkeitsschwierigkeiten, Hyperaktivität und impulsives Verhalten.
Laut Zahlen des statistischen Bundesamtes leiden ca. 25% Bevölkerung einmal im Leben an einer Angststörung. Doch Angst muss nicht unbedingt krankhaft sein.
Die Depression beschreibt eine meist phasenweise verlaufende, psychische Störung, die durch gedrückte Stimmung, Interessensverlust, und Verminderung von Antrieb und Aktivität definiert ist.
Unter Halluzinationen versteht man verschiedene fehlerhafte Sinneseindrücke. Menschen, die an irrealen Wahrnehmungen leiden sehen, hören, riechen oder fühlen Dinge, die eigentlich nicht existent sind.
Unter dem Begriff "Panikstörung" versteht man eine Erkrankung, bei der die Betroffenen regelmäßig Panikattacken entwickeln.
Der Begriff „Psychose“ ist ein Sammelbegriff für eine Reihe verschiedener psychischer Störungen, deren Symptome unter anderem Denkstörungen, Wahnvorstellungen und Halluzinationen sind.
Die Schilddrüsenüberfunktion ("Hyperthyreose") bezeichnet die übermäßige Produktion von Schilddrüsenhormonen in der Schilddrüse.
Die Schizophrenie beschreibt vereinfacht gesagt eine psychische Störung, bei der es vor allem zu Beeinträchtigungen der Wahrnehmung, des Denkens, des Antriebs, der Gefühlswelt und im weiteren Verlauf zu einer Veränderung der gesamten Persönlichkeits-Struktur, kommt.
Schlafstörungen werden als selbst empfundene oder von anderen beobachtbare Beeinträchtigungen des normalen Schlafes hinsichtlich der Schlaftiefe und/oder der Schlafdauer mit daraus resultierenden Einschränkungen im Wachzustand (z.B. Leistungsminderung), definiert.

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