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Halluzinationen

Definition

Unter dem Begriff Halluzinationen (Trugwahrnehmungen, Sinnestäuschungen, Wahnvorstellungen) versteht man verschiedene fehlerhafte Sinneseindrücke. Menschen, die an irrealen Wahrnehmungen leiden, sehen, hören, riechen oder fühlen Dinge, die eigentlich nicht existent sind. Ungeachtet dessen, was ihre Umwelt ihnen mitteilt, sind die Betroffenen von der Realität ihrer Halluzination überzeugt.

Halluzinationen können ein wichtiger Hinweis für das Vorliegen einer Psychose sein. Dabei ist jedoch zu beachten, dass nicht jeder Mensch, der derartige Wahrnehmungen hat, psychisch erkrankt ist.

Vielmehr können Halluzinationen auch im Halbschlaf, unter Hypnose oder bei besonders hohem Fieber auftreten. Auch Menschen, die Drogen konsumieren, können unter Umständen unwirkliche Sinneswahrnehmungen entwickeln.

Halluzinationen, also unwirkliche Wahrnehmungen, können im Grunde sämtliche Sinne betreffen. Aus diesem Grund wird medizinisch zwischen verschiedenen Formen der Halluzination, die das Sehen, das Hören, das Riechen, das Schmecken oder das Fühlen betreffen, unterschieden werden.

Formen von Halluzinationen

Die wichtigsten Formen im Überblick

Unter akustischen Halluzinationen versteht man das Wahrnehmen von Lauten, die eigentlich nicht existieren. Betroffene hören dabei zum Beispiel ein Zischen, Knacken oder sogar Musik.

Eine Sonderform der akustischen Halluzinationen sind die sogenannten teleologischen Sinnestäuschungen. Betroffene Menschen hören Stimmen, die ihnen Befehle erteilen, die vor Gefahren warnen oder ihr Verhalten kommentieren.

Optische Halluzinationen sind Erscheinungen wie Lichtblitze oder Funkeln, die nur von den Betroffenen wahrgenommen werden können. In einigen Fällen sehen die Erkrankten sogar Personen, Tiere oder Gegenstände, die es in der Realität überhaupt nicht gibt.

Menschen, die von olfaktorische Trugerscheinungen betroffen sind, nehmen in den meisten Fällen einen sehr unangenehmen Geruch war. Dabei kann es sich zum Beispiel um den Geruch von Gas oder Benzin, Fäulnis oder Verwesung handeln.

Geschmackshalluzinationen treten zumeist in Kombination mit Geruchshalluzinationen auf. Meist registrieren die Betroffenen einen unangenehmen (z.B. salzigen, seifenartigen, schwefeligen oder fäkalischen) Geruch und Geschmack.

Bei dieser Form der Trugwahrnehmungen bilden sich die betroffenen Menschen nicht reale Berührungen ein. Besonders häufig glauben die Erkrankten geschlagen, gewürgt oder festgehalten zu werden.

In manchen Fällen verspüren sie heißes Wasser, das über ihre Gliedmaßen läuft. Auch die Wahrnehmung von Spinnen oder anderen Insekten, die über den Körper krabbeln, ist keine Seltenheit.

Der Übergang zwischen taktilen Halluzinationen und Zönästhesien ist in der Regel fließend. Unter dem Begriff Zönästhesien versteht man Halluzinationen, die sich auf das Körperempfinden beziehen.

Menschen, die an dieser Form der Halluzinationen leiden, verspüren zum Beispiel Veränderungen an inneren Organen. Auch ein Reiben zwischen rechter und linker Gehirnhälfte zählt zu den besonders häufig auftretenden unrealen Körperwahrnehmungen.

Der Übergang zwischen Taktiken Halluzinationen und Zönästhesien ist in der Regel fließend. Unter dem Begriff Zönästhesien versteht man Halluzinationen, die sich auf das Körperempfinden beziehen.

Menschen, die an dieser Form der Halluzinationen leiden, verspüren zum Beispiel Veränderungen an inneren Organen. Auch ein Reiben zwischen rechter und linker Gehirnhälfte zählt zu den besonders häufig auftretenden unrealen Körperwahrnehmungen.

Betroffene Personen bilden sich ein, dass ihr Körper von außen manipuliert wird. Sie glauben beispielsweise, dass sie bestrahlt oder mit Elektrizität versehen werden.

Diese Form der Trugwahrnehmungen sind Täuschungen des Bewegungsgefühls. Erkrankte sind davon überzeugt, dass ihr Körper oder ein Teil von ihnen von außen bewegt wird.

Die Erkrankten haben das Gefühl, zu schweben oder zu fallen.

Diese meist optischen oder akustischen Trugwahrnehmungen treten bei Menschen, die sich im Halbschlaf befinden, auf. Das kann sowohl beim Einschlafen (hypnagoge) als auch beim Aufwachen (hypnopompe) passieren.

Die von den Erkrankten wahrgenommenen Trugwahrnehmungen können in ihrer Intensität ganz unterschiedlich sein. Im Falle der akustischen Sinnestäuschungen reicht die Bandbreite von leisen Tönen, über flüsternde Stimmen bis hin zu lautstarkem Geschrei.

Optische Trugbilder zum Beispiel können in Form von schemenhaften Erscheinungen, aber auch detailreiche Eindrücke auftreten. Viele der Betroffenen nehmen sogar Menschen wahr.

In der Regel beginnt eine Trugwahrnehmung plötzlich. Sie setzt aus dem Nichts heraus ein und verschwindet auf die gleiche Weise wieder. Die Dauer solcher Sinneseindrücke kann von einigen Stunden bis hin zu mehreren Wochen anhalten. Es ist aber auch möglich, dass Halluzinationen chronisch werden und ins Delir übergehen.

Ursachen von Halluzinationen

Die Ursachen für die Entstehung von Halluzinationen können vielfältig sein. Besondere Lebensumstände oder einschneidende Erlebnisse, Veränderungen und Traumata zählen zum Beispiel zu den häufigsten Ursachen von Halluzinationen. Außerdem können Trugwahrnehmungen im Zuge des Konsums von Drogen oder der Einnahme verschiedener Medikamente entstehen.

Auch die Veränderung des Bewusstseinszustandes kann für die wahrgenommenen Bilder, Gefühle, Gerüche oder Geräusche verantwortlich sein. So zählen exzessive Meditation, der Übergang vom Schlafen zum Wachzustand und religiöse Riten zu den häufigsten Ursachen von Halluzinationen.

Auch die körperlichen Veränderungen, die zu unwahren Sinneseindrücken führen können, sind zahlreich. Bereits der einfache Mangel an Flüssigkeit, Mineralien, Vitaminen oder Zucker können sich derart auf das Gehirn des betroffenen Menschen auswirken, dass es zum Auftreten von Halluzinationen kommt.

Darüber hinaus entwickeln Personen, die an hohem Fieber, Schlafmangel (vor allem Schlaf ohne REM-Phasen) oder Unterkühlung leiden, häufig irreale Sinneswahrnehmungen.

Auch Erkrankungen wie Schlaganfälle, Epilepsie , Entzündungen des Gehirns und Hirntumore stellen besonders häufige Ursachen für die Wahrnehmung von Dingen, die in Wirklichkeit nicht existieren, sein.

Das Phänomen der Halluzinationen wird zudem besonders häufig bei Menschen mit Schädel-Hirn-Trauma , Infektionskrankheiten wie Aids oder Syphilis , Demenz , Chorea Huntington oder der sogenannten Lewy-Körper-Krankheit beobachtet.

Weitere Ursachen sind Schwankungen des Hormonhaushalts und verschiedene Immunerkrankungen. Darüber hinaus werden Sinnestäuschungen oft bei Personen, die in hohem Lebensalter erblinden oder das Gehör verlieren, entstehen.

Natürlich können die Wahnvorstellungen auch mit Erkrankungen der Psyche in Zusammenhang stehen. Besonders häufig treten sie bei Depressionen und Psychosen auf. Weitere psychische Ursachen sind Isolationszustände und Deprivation. Einige Menschen erleben Halluzinationen zudem in Trauerphasen.

Auch chronischer oder exzessiver Alkoholkonsum stellt eine der typischen Ursachen für falsche Sinneseindrücke dar. Zudem zählen Drogen und verschiedene Medikamente zu den häufigsten Ursachen von Halluzinationen.

Zu den wichtigsten Ursachen für die Entstehung von Sinnestäuschungen zählen außerdem

Menschen, die isoliert leben (zum Beispiel Personen, die sich in Einzelhaft befinden), sind besonders gefährdet Sinnestäuschungen zu entwickeln. Halluzinationen sind in diesem Fall eine normale Reaktion des menschlichen Körpers auf das Fehlen äußerer Reize.

Auch im Zuge einer Migräne kommt es häufig zum Auftreten von Sinnestäuschungen. In der Zeit vor der eigentlichen Schmerzphase nehmen die Betroffenen in vielen Fällen optische Täuschungen in Form von Lichtblitzen, Flecken oder Mustern wahr. Bei diesen Symptomen, die im Zuge einer Migräne auftreten, spricht man auch von der sogenannten "Aura".

Optische Halluzinationen müssen nicht zwangsweise mit psychischen Krankheiten in Zusammenhang stehen. Sehr häufig beruhen sie vielmehr auf einer Störung des Sehvorgangs oder einer der am Sehen beteiligten anatomischen Strukturen. Ein klassisches Beispiel dafür ist die sogenannte Netzhautablösung .

Die Erkrankten nehmen dabei zum Beispiel Lichtblitze und ein einseitiges, helles Flimmern wahr. Die Sinnestäuschungen sind im Dunkeln typischerweise sehr viel stärker ausgeprägt als im Hellen.

Vor allem bei älteren Menschen werden Halluzinationen häufig dadurch hervorgerufen, dass sie zu wenig trinken. Massiver Flüssigkeitsmangel kann zu Erregungszuständen, Krämpfen und zu Halluzinationen führen. Beim Auftreten von diesen Symptomen bei älteren Menschen sollte immer eine Exsikkose in Erwägung gezogen werden.

Einige virale Infektionen, zum Beispiel Masern , Mumps , Herpes oder FSME , können unter Umständen das Auftreten von entzündlichen Prozessen im Gehirn hervorrufen. Die möglichen Symptome, die aufgrund der Gehirnentzündung in Erscheinung treten können, sind neben Teilnahmslosigkeit, Müdigkeit , Verwirrtheit und Erregung auch Verhaltensauffälligkeiten und Halluzinationen.

Bei einigen Formen der Epilepsie kommt es unmittelbar vor oder während des Anfalls zum Auftreten von Sinnestrübungen. Dabei erleben die Patienten weniger optische oder akustische Halluzinationen, sondern vor allem falsche Geruchs- und Geschmackseindrücke.

Auch Demenzerkrankungen, zum Beispiel Alzheimer oder die vaskuläre Demenz, können mit Symptomen wie Wahnvorstellungen oder falschen Sinneseindrücken einhergehen. Die Erkrankten werden im Zuge der Demenz außerdem zunehmend vergesslich und entwickeln Symptome wie Angstzustände und Erregung. Auch das Auftreten von Persönlichkeitsänderungen stellt bei ihnen keine Seltenheit dar.

Eine weitere Ursache für das Auftreten von Halluzinationen ist Chorea Huntington. Dabei handelt es sich um eine genetisch bedingte Gehirnerkrankung, die zu Bewegungsstörungen und vielfältigen psychischen Veränderungen führt. Dazu zählen unter anderem auch akustische und optische Halluzinationen.

Vor allem Menschen, die an Schizophrenie leiden, erleben mitunter sehr bizarre Halluzinationen. Das können neben visuellen vor allem akustische Halluzinationen sein.

Betroffene hören in diesen Fällen Stimmen, die ihnen Anweisungen geben und/oder ihr Verhalten kompensatorisch werten. Darüber hinaus sind bei ihnen Symptome wie olfaktorische Sinnestäuschungen oder erotische Leineshalluzinationen keine Seltenheit.

Auch Menschen mit ausgeprägten Depressionen können neben einer Reihe weiterer Symptome, unreale Sinneseindrücke durchleben. Das Spektrum reicht in diesen Fällen von Geschmacks- und Geruchseindrücken bis hin zu optischen Einbildungen. Auch akustische Halluzinationen sind nicht selten.

Es ist naheliegend, dass auch illegale Substanzen Halluzinationen und Wahnvorstellungen verursachen können. Das gilt vor allem für die sogenannten Halluzinogene wie LSD, „magic mushrooms“ und Meskalin.

Darüber hinaus sind auch beruhigende und aufputschende Drogen dafür bekannt, in besonders hohen Dosen halluzinogen zu wirken. Drogenabhängige können außerdem beim Entzug Trugwahrnehmungen entwickeln. Dabei sind sie der festen Überzeugung, dass diese Wahrnehmungen der Realität entsprechen.

Eine Vergiftung zeigt sich auf der einen Seite häufig dadurch, dass die Betroffenen auffallend geweitete Pupillen haben. Auf der anderen Seite können giftige Substanzen auch dazu führen, dass es zu Halluzinationen und Wahnvorstellungen kommt.

Dies geschieht vor allem bei Vergiftungen mit Tollkirsche oder Stechapfel. Teile dieser Pflanzen werden zudem manchmal als halluzinogene Drogen konsumiert.

Wann sollte man bei Halluzinationen zum Arzt gehen?

Nicht jeder Mensch, der eine erlebt, muss sich von einem Arzt untersuchen und behandeln lassen. Entsteht eine Halluzination zum Beispiel im Halbschlaf oder in einer Trauerphase, so handelt es sich dabei in der Regel um eine vorübergehende Problematik.

Menschen, die in solchen Situationen Halluzinationen erleben, bemerken typischerweise recht schnell, dass sie unreelle Dinge wahrnehmen. Diese Form der Trugwahrnehmungen muss noch nicht zwangsläufig bedenklich sein. Das gilt vor allem dann, wenn sie nur vereinzelt oder in einer bestimmten Stresssituation auftreten.

Wenn man jedoch häufig unter trügerischen Erscheinungen leidet und diese als sehr intensiv, verwirrend oder gar bedrohlich empfindet, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Ein Arztbesuch ist auch dann sinnvoll, wenn man Geräusche oder Stimmen hört und Gegenstände und Personen sieht, sich aber nicht sicher ist, ob es sich um die Realität oder lediglich um Täuschungen handelt. Bei unbedenklichen Halluzinationen ist den Betroffenen stets bewusst, dass sie etwas wahrnehmen, das so nicht existiert.

Nimmt ein Betroffener Halluzinationen wahr und ist fest davon überzeugt, dass die Sinnestäuschungen der Realität entstammt, auch wenn andere Menschen diese Dinge nicht bemerken, besteht Behandlungsbedarf.

Das gilt auch dann, wenn zu den Trugwahrnehmungen körperliche und psychische Beschwerden hinzukommen. Das könne zum Beispiel Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Muskelkrämpfe, Muskelschwäche, Zittern, Gedächtnisausfälle, Kopfschmerzen, Blässe, depressive Verstimmungen oder innere Unruhe sein.

Besonders wichtig ist es solche Wahnvorstellungen abklären zu lassen, wenn man Medikamente, die der Behandlung von Parkinson dienen (Parkinson Medikamente), einnimmt. Halluzinationen zählen nämlich zu den häufigsten Nebenwirkungen dieser Arzneimittel.

Auch wenn die Halluzinationen unmittelbar dann eingesetzt haben, nachdem ein bestimmtes Medikament eingenommen werden musste, sollte dies dem behandelnden Arzt mitgeteilt werden. Unter Umständen muss dieses Medikament dann abgesetzt und die Therapie auf einen anderen Wirkstoff umgestellt werden.

Wahnvorstellungen können unter Umständen auch eine akute Notfallsituation darstellen. Treten Wahrnehmungsstörungen plötzlich ein und gehen mit Symptomen wie einseitigen Lähmungserscheinungen, Seh- und Sprachstörungen, Kopfschmerzen und Übelkeit einher, können sie zu den Alarmzeichen für einen Schlaganfall oder eine Hirnblutung gehören. In diesen Fällen sollte sofort ein Notruf abgesetzt werden.

Diagnose bei Halluzinationen

Untersuchungen im Überblick

Die Diagnostik bei dem Verdacht auf das Vorliegen einer ernsthaften Wahrnehmungsstörung gliedert sich in der Regel in verschiedene Abschnitte.

In den meisten Fällen ist ein sehr komplexer Prozess notwendig, bevor die Erkrankung als solche zweifellos erkannt werden kann.

Besonders wichtig ist dabei das Arzt-Patienten-Gespräch (Anamnese). Bei diesem Gespräch geht es vor allem darum, der Ursache der Halluzinationen auf die Spur zu kommen. In vielen Fällen wenden sich die betroffenen Menschen zunächst an ihren Hausarzt.

Der Hausarzt kennt seinen Patienten in der Regel bereits eine lange Zeit und weiß über deren Krankengeschichte meist recht gut Bescheid. Zudem kennt er die aktuelle Medikation und kann deshalb einige der möglichen Ursachen schnell ausschließen. Für Menschen, die an Halluzinationen leiden, ist es aber ebenso möglich, sich in erster Linie an einen Facharzt zu wenden.

Unabhängig davon, ob die Diagnose beim Haus- oder Facharzt erfolgt, wird der betroffene Patient zuerst dazu aufgefordert, die Wahnvorstellungen so genau wie möglich zu beschreiben. Außerdem ist es besonders wichtig, zu untersuchen, in welchen Situationen es zum Auftreten der Halluzinationen kommt. Darüber hinaus ist es wichtig zu erfahren, wie oft es zu den Wahnvorstellungen kommt.

Gerade diese Frage ist oftmals für die Patienten besonders schwer zu beantworten. Denn in vielen Fällen sind sie sich schlicht nicht bewusst, dass das, was sie sehen, hören, riechen, schmecken oder fühlen nicht real ist. Menschen, die aufgrund einer körperlichen Erkrankung Halluzinationen haben, können diese in der Regel weitaus leichter richtig einordnen.

Im Anschluss an das Arzt-Patienten-Gespräch findet eine körperliche Untersuchung statt. Im Zuge dieser Untersuchung werden zum Beispiel einige neurologische Tests durchgeführt. Zudem sollte bei jenen Betroffenen, die akustische Halluzinationen beschreiben, eine HNO-ärztliche Untersuchung erfolgen.

In diesen Fällen muss vor allem das Vorliegen eines Tinnitus ausgeschlossen werden. Bei visuellen Halluzinationen werden die Augen auf verschiedene Erkrankungen und Schäden im Bereich des Sehnervs oder des Sehzentrums hin untersucht.

Mit Hilfe der Elektroenzephalogramme (kurz: EEG) können die Hirnströme des betroffenen Patienten erfasst werden. Diese diagnostische Methode dient vor allem dem Ausschluss von Epilepsie und Gehirnentzündung (Enzephalitis ).

Bildgebende Maßnahmen wie die Computer- (CT) und Magnetresonanztomografie (MRT) können immer dann hilfreich sein, wenn der Verdacht auf einen Apoplex (Schlaganfall ), einem Schädel-Hirn-Trauma , einer Demenz oder einer Entzündung des Gehirns besteht.

Entzündliche Prozesse im Gehirn können zudem mit einer Liquordiagnostik, also der Untersuchung des Gehirnwassers, ausgeschlossen werden.

Je nachdem, welche Ursache nach diesen diagnostischen Verfahren vermutlich für die Halluzinationen verantwortlich ist, können weiterem spezifische Tests durchgeführt werden. Dazu zählen verschiedene Fragebögen und ein Gentest.

Wenn der Verdacht besteht, dass die Halluzinationen mit der Einnahme von Drogen, Giften oder dem Trinken großer Mengen Alkohol in Zusammenhang steht, wird eine Blutprobe abgenommen und zur Analyse in ein Labor geschickt. Auch die Einnahme einiger Medikamente kann im Blut nachgewiesen werden.

Abgrenzung zu anderen Sinnestäuschungen

Wenn eine Person Dinge wahrnimmt, die augenscheinlich nicht der Realität entsprechen, kann es sich dabei um Halluzinationen handeln. Bevor die Diagnose gestellt wird, müssen die Halluzinationen jedoch von anderen Sinnestäuschungen abgegrenzt werden. Dabei ist es wichtig, die essenziellen Unterschiede zwischen Halluzinose, Illusionen, Pseudohalluzinationen und echten Wahnvorstellungen zu kennen.

Eine Halluzination unterscheidet sich von einer Illusion dahingehend, dass eine Illusion stets an die reale Wahrnehmung angeknüpft ist. Die betroffene Person neigt allerdings dazu, diese fehlerhaft zu interpretieren.

Die sogenannte Halluzinose zeichnet sich dadurch aus, dass die Betroffenen bei deren Auftreten bei klarem Bewusstsein sind. In der Regel ist es ihnen außerdem problemlos möglich, sich von den Sinnestäuschungen zu distanzieren.

Im Falle der Halluzinose treten die Halluzinationen repetitiv auf. Diese meist akustischen oder visuellen Halluzinationen können durch verschiedene Erkrankungen oder dem Konsum von Medikamenten oder Drogen hervorgerufen werden.

Echte Halluzinationen müssen darüber hinaus von Pseudohalluzinationen unterschieden werden. Bei echten Halluzinationen kann der Patient nicht zuverlässig zwischen Täuschung und Realität unterscheiden. Im Falle von Pseudohalluzinationen hingegen ist ihm durchaus bewusst, dass das, was er wahrnimmt, nicht der Realität entsprechen kann.

Obwohl die beiden Begriffe häufig als Synonym verwendet werden, gibt es große Unterschiede zwischen Halluzinationen und Wahnvorstellungen. Bei Halluzinationen handelt es sich um Sinnestäuschungen, die sich auf die Sinne und deren Wahrnehmung beziehen.

Wahnvorstellungen hingegen beeinflussen die Denkweise und die Vorstellung des Erkrankten. Eine Wahnvorstellung kann über einen sehr langen Zeitraum anhalten und überaus komplex sein. Sie sind dazu in der Lage, die Wahrnehmung des Patienten vollständig zu beeinflussen.

Im Zuge einer Wahnvorstellung können auch Halluzinationen auftreten. Da Betroffene diese Halluzinationen als echt erleben, fungieren sie häufig als Beweise für die innere Logik der Wahnvorstellungen.

Behandlungs-Möglichkeiten bei Halluzinationen

Die Wahl der am besten geeigneten Behandlungsstrategie bei Menschen, die an Halluzinationen leiden, richtet sich vor allem nach der Ursache der Wahnvorstellungen und nach dem Befinden des Betroffenen.

Wenn den Halluzinationen eine körperliche Ursache zugrunde liegt, so muss in erster Linie diese therapiert werden. Falls nötig, können besonders stark ausgeprägte Sinnestäuschungen temporär mit Medikamenten, sogenannten Psychopharmaka behandelt werden.

Bei Halluzinationen aufgrund eines körperlichen Leidens müssen die betroffenen Patienten in enger Zusammenarbeit zwischen Internisten, Neurologen und Psychiatern versorgt werden.

Wenn die Sinnestäuschungen nicht durch organischen Veränderungen hervorgerufen werden, so gilt es das Befinden des Patienten zu verbessern. Dazu eignen sich verschiedene Medikamente. In erster Linie werden dabei sogenannte Antipsychotika (Neuroleptika) verschrieben.

Hinweis

In den meisten Fällen verschwinden unter der Medikamenteneinnahme Sinnestäuschungen und Wahnvorstellungen vollständig. Da oftmals eine Depression Teil des Krankheitsbildes ist, können neben den Antipsychotika auch Antidepressiva angewendet werden.

Es ist ebenfalls sinnvoll, eine begleitende Psychotherapie in die Wege zu leiten. Dies hilft den Betroffenen in der Regel dabei, die Erkrankung anzunehmen und die Wahnvorstellungen als etwas weniger belastend zu empfinden.

In Abhängigkeit vom tatsächlichen Krankheitsbild, zum Beispiel bei einer Psychose oder schweren Depression, sollte die anfängliche Behandlung stationär erfolgen. Wenn sich die Verfassung des betroffenen Patienten verbessert und dieser auf die notwendigen Medikamente eingestellt ist, kann die weitere Therapie auch ambulant stattfinden.

Was können Angehörige tun?

Bei Halluzinationen ist besonders problematisch, dass die Erkrankten in der Regel nicht bemerken, dass ihre Sinneswahrnehmungen nicht der Realität entsprechen. Vielmehr sind sie fest davon überzeugt, dass das, was sie hören, sehen, riechen, schmecken oder fühlen vollkommen real ist.

Aus diesem Grund sind Menschen mit Halluzinationen in vielen Fällen nicht bereit, einen Arzt aufzusuchen, um die Ursache der Sinnestäuschungen ermitteln zu lassen. Das verzögert natürlich auch einen möglichen Behandlungsbeginn.

Für die Angehörigen von Personen, die unter Halluzinationen leiden, kann die Situation sehr belastend sein. Sie wissen oftmals nicht, wie sie mit dem Erkrankten umgehen sollen und wie sie ihm helfen können.

Für die Angehörigen ist es in dieser Situation sinnvoll, mit dem Arzt der Person Rücksprache zu halten. Sie sollten ihm mitteilen, dass sie den Verdacht haben, ihr Angehöriger könne unter Sinnestäuschungen in Form von Halluzinationen leiden. Gemeinsam mit dem Arzt kann dann das Gespräch mit dem Betroffenen gesucht werden.

Achtung

Wenn eine Person plötzlich aus dem Nichts heraus massive Wahnvorstellungen entwickelt, so sollte umgehend ein Arzt gerufen werden. In einer solchen Phase sollte der Betroffene nicht alleine gelassen und im Idealfall stationär aufgenommen werden.

Zusammenfassung

Halluzinationen treten auf, wenn Betroffene Dinge hören, sehen, riechen, schmecken oder fühlen, die real zu sein scheinen, aber nur in der Wahrnehmung existieren.

Halluzinationen können durch viele verschiedene Gesundheitsstörungen verursacht werden, die die Sinne beeinträchtigen. Die Behandlung hängt von der Ursache der Halluzinationen ab.

Begriffe

Syphilis

Die Syphilis - auch Lues genannt - gehört zu einer Gruppe der weltweit mehr als 30 Geschlechtskrankheiten (STI, S = sexually T = transmitted I = infections; sexuell übertragbare Infektionen).
Eine Enzephalitis (Gehirnentzündung) ist eine meist viral bedingte Entzündung des Gehirns. Symptome machen sich in Form von Kopfschmerzen, Fieber, Magen-Darm-Beschwerden, allgemeiner Schwäche oder neurologischen Ausfällen bemerkbar.
Die unter dem Begriff Alzheimer bekannte Erkrankung stellt die häufigste Form der Demenz dar. Es handelt sich dabei um eine langsam fortschreitende Erkrankung des Gehirns, die im Verlauf zu Gedächtnisverlust, Verwirrtheit und Desorientierung führt.
Die Netzhautablösung ist ein ernstzunehmendes Krankheitsbild bei dem es auf schnelles Handeln ankommt. Die Prognose hängt sehr von der Ursache und einer schnellen Therapie ab.
Innere Unruhe ist erstmal nichts Krankhaftes, solange sie nicht dauerhaft auftritt, das Leben einschränkt oder Betroffene dauerhaft belastet sind.
Jeder Mensch ist hin und wieder von Müdigkeit betroffen. Dabei besteht auch erstmal kein Grund zur Sorge, denn besonders in stressigen Lebensphasen kommt die Nachtruhe bei einer Vielzahl der Menschen zu kurz.
Bei der unter dem Namen Cholera Huntington bekannten Erbkrankheit handelt es sich um eine genetisch bedingte Krankheit, die sich vor allem in Form von unwillkürlichen Bewegungsstörungen zeigt.
Bei einem Schlaganfall handelt es sich eine Durchblutungsstörung im Gehirn, die eine Reihe an Ausfällen bestimmter Hirnfunktionen zur Folge hat.
Die Depression beschreibt eine meist phasenweise verlaufende, psychische Störung, die durch gedrückte Stimmung, Interessensverlust, und Verminderung von Antrieb und Aktivität definiert ist.
Die Schizophrenie beschreibt vereinfacht gesagt eine psychische Störung, bei der es vor allem zu Beeinträchtigungen der Wahrnehmung, des Denkens, des Antriebs, der Gefühlswelt und im weiteren Verlauf zu einer Veränderung der gesamten Persönlichkeits-Struktur, kommt.
Herpes ist eine besonders häufige Erkrankung, die durch virale Krankheitserreger hervorgerufen wird. Dabei gibt es verschiedene Typen von Herpes-Viren, die nach der Infektion zu unterschiedlichen Krankheitsbildern führen können.
Bei einer Hirnblutung kommt es aufgrund eines geplatzten Gefäßes zu einer Blutung im Bereich des Schädels. Symptome können in Form von starken Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und Erbrechen, Bewusstseinsveränderungen oder neurologischen Ausfällen auftreten.
Die Demenz ist eine häufige Erkrankung des Alters, die vor allem bei über 65-Jährigen auftritt. Sie ist definiert durch den Abbau von höheren Hirn-Funktionen in Kombination mit dem Verlust von Alltagskompetenzen.
Die FSME ist eine durch die Zecke saisonal besonders in den südlichen Teilen Deutschlands übertragene Krankheit die das zentrale Nervensystem betrifft.
Der Begriff „Psychose“ ist ein Sammelbegriff für eine Reihe verschiedener psychischer Störungen, deren Symptome unter anderem Denkstörungen, Wahnvorstellungen und Halluzinationen sind.
Von Fieber spricht man immer dann, wenn die Körpertemperatur über das normale Maß hinaus erhöht ist. Normalerweise liegt die Körpertemperatur des Menschen zwischen 36,0 und 37,4 Grad Celsius.
Mumps ist eine weltweit auftretende Infektionskrankheit, die durch ein Paramyxovirus (Mumps-Virus) verursacht wird.
Tinnitus ist keine Krankheit, sondern ein Symptom, dass auf eine Störung im auditorischen System hinweist. Das typische Symptom, ist ein Ohrensausen oder Ohrenrauschen.

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