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Hämangiom

Was sind die Ursachen und Risikofaktoren eines Hämangioms?

Ein Hämangiom stellt eine umgangssprachlich oftmals als Blutschwämmchen bezeichnete Hautveränderung dar, die hauptsächlich bei Neugeborenen oder Säuglingen auftreten kann. Es wird auch manchmal als „Storchenbiss“ oder „Erdbeerfleck“ bezeichnet. Mädchen sind häufiger betroffen als Jungen. Es handelt sich bei einem Hämangiom um einen gutartigen Tumor der Innenwand kapillarer Gefäße.

Meistens tritt ein Hämangiom bei einem unreifen Gefäßsystem auf, weshalb es vermehrt bei Frühgeborenen beobachtet werden kann. Das Hämangiom stellt den häufigsten gutartigen Tumor bei Kindern dar. Hämangiome präsentieren sich in Form von rötlich-lividen, eventuell knotigen Hautveränderungen, die meist einige Millimeter bis Zentimeter groß werden können.

In den meisten Fällen verschwindet ein Hämangiom bis zum neunten Lebensjahr von selbst und muss nicht chirurgisch entfernt werden. Kommt es jedoch zu Funktionseinschränkungen oder Schmerzen sowie zu einem raschen Wachstum, kann eine Therapie angezeigt sein. Ein Hämangiom kann angeboren (kongenital) oder erworben sein. Dann tritt es in der Regel in den ersten beiden Wochen nach der Geburt auf.

Wissenswert

Ein Hämangiom kann unterschiedlich tief sein und bis in die tiefe Dermis oder die Subkutis reichen. In etwa 50 bis 60 Prozent der Fälle sind Kopf oder Hals von einem Blutschwämmchen betroffen.

Es stellt meist eher ein kosmetisches als ein medizinisches Problem dar, da Betroffene unter den oftmals auffälligen Hautveränderungen leiden können. Dann kann eine therapeutische Intervention indiziert sein.

Selten tritt ein Hämangiom im Bereich der inneren Organe oder der Wirbelsäule auf. Diese werden oftmals zufällig im Rahmen von Untersuchungen entdeckt. Eine genetische Komponente in der Entstehung von Hämangiomen wird diskutiert.

Was sind die Symptome eines Hämangioms?

Hämangiome präsentieren sich in Form von Hautveränderungen. Das kann rötlich-livide Flecken, Erhabenheiten oder Knoten umfassen. Je tiefer ein Hämangiom in die Haut reicht, umso blauer ist es in der Regel und kann dann einem Bluterguss ähneln. Hämangiome können sich auch flächenhaft in einer Region ausbreiten. Hämangiome präsentieren sich meist ohne Juckreiz oder Schmerzen. Typisch für Hämangiome ist ein phasenhafter Verlauf von Wachstum, Wachstumsstillstand, einem Zurückgehen der Hautveränderungen und dem vollständigen Verschwinden.

Die Hautläsion kann bis zur Pubertät vorhanden sein, verschwindet jedoch meist bis zum neunten Lebensjahr von selbst. In manchen Fällen ist ein Hämangiom mit weiteren Fehlbildungen verbunden, die ärztlich abgeklärt werden sollten.

Selten kommt es zu einer Funktionsstörung oder Schmerzen, wenn ein Hämangiom wächst und gegen Körperstrukturen oder Organe drückt. Dann ist eine rasche Behandlung indiziert.

Wie wird das Hämangiom diagnostiziert?

Die Diagnose eines Hämangioms wird in der Regel durch den Kinderarzt gestellt. Die Hautveränderung wird anschließend klinisch untersucht. Um andere Erkrankungen auszuschließen, können bildgebende Verfahren wie Röntgen, Magnetresonanztomografie (MRT) oder Computertomografie (CT) angewendet werden. Die Tiefe eines Hämangioms kann mittels einer Ultraschalluntersuchung gemessen werden. Bei auffälligen Hämangiomen sollten Betroffene einen Facharzt konsultieren, der auf Gefäßanomalien spezialisiert ist.

Eventuell ist dann eine rasche Therapieeinleitung oder eine chirurgische Entfernung indiziert. Bei Vorliegen eines Hämangioms sollten regelmäßige Kontrollen durchgeführt werden, um die Hautveränderungen auf Größe und Ausbreitung zu kontrollieren. Hämangiome im Bereich der inneren Organe werden oft gar nicht oder nur als Zufallsbefunde im Rahmen von Ultraschall-, CT- oder MRT-Untersuchungen festgestellt. Bei unklarer Diagnose kann zum Ausschluss bösartiger Tumore eine Gewebeentnahme mit anschließender histologischer Untersuchung erfolgen.

Therapie bei Hämangiom

In der Regel bilden sich Hämangiome von selbst zurück. In manchen Fällen kann jedoch eine Behandlung nötig sein. Medikamentös kann ein Hämangiom mit Betablockern behandelt werden. Betablocker weisen geringere Nebenwirkungen, eine bessere Verträglichkeit sowie eine erhöhte Wirksamkeit als Kortison auf, das früher bei Hämangiomen eingesetzt wurde. Betablocker führen zu einer Gefäßverengung und werden standardmäßig bei Herzkreislauferkrankungen angewendet. Sie können bei einem Hämangiom zu einer Verblassung der Hautveränderung führen.

Hinweis

Bei einer Therapie mit Betablockern ist eine Überwachung des Herzens mittels Elektrokardiografie (EKG) und Ultraschall des Herzens (Echokardiografie) wichtig, um Herzkreislaufstörungen frühzeitig zu erkennen. Des Weiteren sollte die Dosierung des Medikaments angepasst und gut eingestellt werden, um Nebenwirkungen zu vermeiden.

Die Therapie eines Hämangioms kann außerdem in Form von Bestrahlung, Lasertherapie oder Kältetherapie erfolgen. Eine Lasertherapie kann bei oberflächlich gelegenen Hämangiomen eingesetzt werden. Weiters kann ein chirurgischer Eingriff indiziert sein, insbesondere wenn das Hämangiom rasch wächst oder zu einer Funktionseinschränkung sowie zu Schmerzen führt. Insbesondere Hämangiome im Bereich des Gesichts können ein kosmetisches Problem darstellen, weshalb eine Therapie oftmals erwünscht ist. Treten sie im Genital- oder Gesäßbereich auf, sollten sie zur Vermeidung einer Geschwürbildung ebenfalls behandelt werden.

Wie ist die Prognose eines Hämangioms?

Die Prognose für ein Hämangiom ist gut. Es bildet sich meist vor dem 10. Lebensjahr von selbst zurück. In seltenen Fällen kann es bis zur Pubertät bestehen bleiben. Nach Rückbildung des Hämangioms können dünne Hautstellen, leichte Farbveränderungen, Narben oder erweiterte Blutgefäße zurückbleiben. Tritt ein Hämangiom an Stellen mit häufigem Hautkontakt auf, wie zum Beispiel in der Achselhöhle, können offene Wunden oder Blutungen entstehen.

Hämangiome im Bereich des Gesichts können außerdem zu Funktionseinschränkungen führen. So kann es zu einer Beeinträchtigung beim Sehen, Essen oder Atmen kommen. In diesem Fall ist eine Therapie indiziert, um die Beschwerden zu lindern. Unter Umständen stellt ein Hämangiom ein kosmetisches Problem dar. Insbesondere bei Auftreten im Gesicht oder am Hals können Betroffene unter der Hautveränderung leiden. In diesem Fall kann eine Therapie indiziert sein, um den Leidensdruck zu lindern.

Alternativmedizinische Behandlungsmöglichkeiten und Haushaltsmittel bei einem Hämangiom

In der Regel sind Hämangiome harmlos und bilden sich im Laufe der Zeit von selbst zurück. Da es jedoch im Rahmen eines Blutschwämmchens zu Fehlfunktionen oder Beteiligung innerer Organe kommen kann, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Die Wirkung diverser Hausmittel bei einem Hämangiom konnte nicht wissenschaftlich belegt werden. Dennoch können nach Absprache mit dem behandelnden Arzt einige Maßnahmen ergriffen werden, um die Rückbildung eines Hämangioms zu fördern. Dazu zählen zum Beispiel die Anwendung von Apfelessig und Honig. Diese können auf das Hämangiom aufgetragen werden. Weiters kann Knoblauch entweder lokal eingesetzt oder in Form von Nahrung aufgenommen werden. Zusätzlich werden Ringelblumen, Teebaumöl oder Propolis positive Effekte bei einem Hämangiom nachgesagt.

Empfehlungen zur Nachsorge bei einem Hämangiom

Fällt die Entscheidung bei Vorliegen eines Hämangioms auf ein „watch and wait“-Prozedere, ist es wichtig, das Hämangiom bezüglich Größe und Ausbreitung im Auge zu behalten. Regelmäßige Kontrollen bei einem Kinderarzt sind dafür indiziert. Wurde ein Hämangiom chirurgische entfernt, sollte nach der Operation auf eine gute Wundversorgung und -kontrolle geachtet werden, um Infektionen sowie Narbenbildung zu vermeiden. Treten nach einer Operation Schmerzen auf, können schmerzstillende Medikamente eingesetzt werden. Bei einer medikamentösen Therapie mit einem Betablocker ist es wichtig, die Herzfunktion zu überwachen, um Herzkreislaufstörungen frühzeitig erkennen zu können. Es ist außerdem wichtig, die Dosierung des Betablockers zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen.

Zusammenfassung

Ein Hämangiom („Blutschwämmchen“) ist ein gutartiger Tumor der Gefäße und tritt hauptsächlich bei Neugeborenen auf. Es äußert sich in Form von rötlich-lividen Hautveränderungen, die meist einige Millimeter bis Zentimeter groß werden können. In der Regel ist ein Hämangiom harmlos und bildet sich im Laufe der Zeit von selbst zurück.

Häufig gestellte Patientenfragen, beantwortet

Da Hämangiome hauptsächlich bei Neugeborenen auftreten, wird in der Regel zuerst ein Kinderarzt konsultiert. Spezialisten auf dem Gebiet sind vor allem Hautärzte (Dermatologen). Ist eine chirurgische Entfernung eines Hämangioms indiziert, werden meist Gefäßchirurgen hinzugezogen.

In der Regel schmerzt ein Hämangiom nicht. Kommt es zu einem raschen Größenwachstum des Blutschwämmchens, können jedoch Schmerzen auftreten. In diesem Fall kann das Hämangiom auf umliegende Gewebestrukturen drücken. Treten bei Vorliegen eines Hämangioms Schmerzen auf, sollte eine rasche Therapie eingeleitet werden. Diese kann beispielsweise medikamentös oder chirurgisch erfolgen.

Ein Hämangiom stellt einen gutartigen Tumor der Gefäße dar und ist an sich ungefährlich. Allerdings kann es durch ein Hämangiom zu einer Funktionseinschränkung kommen. So können das Sehen, die Nahrungsaufnahme oder die Atmung erschwert sein, wenn sich das Blutschwämmchen im Bereich des Gesichts befindet. Weiters können mit einem Hämangiom Fehlbildungen assoziiert sein, die ärztlich abgeklärt werden sollten. In der Regel ist ein Hämangiom harmlos und muss nicht operativ entfernt werden. Selten kann es zu einer Verletzung eines Hämangioms kommen, was Blutungen zur Folge haben kann. In diesem Fall ist eine gute Wundversorgung wichtig, um die Infektionsgefahr zu senken sowie eine Narbenbildung zu verhindern.

Hämangiome stellen gutartige, meist harmlose Tumore der Gefäße dar. Sie sind nicht ansteckend.

Handelt es sich bei einem Blutschwämmchen um ein gesichertes Hämangiom, kann es nicht bösartig sein. Bei unklarer Diagnose sollte die Hautveränderung jedoch medizinisch abgeklärt werden. Das kann im Zuge einer Gewebeentnahme mit nachfolgender histologischer Untersuchung erfolgen, um bösartige Läsionen auszuschließen.

Hämangiome der Haut sind in der Regel einige Millimeter bis Zentimeter groß. Sie können jedoch auch im Bereich der inneren Organe auftreten. Erreicht ein Hämangiom an der Leber eine Größe über fünf Zentimeter, kann es zu Beschwerden kommen. Diese äußern sich zum Beispiel in Form von Druckgefühlen, Völlegefühlen oder Schmerzen im Bereich des rechten Oberbauchs.

Hämangiome platzen nur selten auf. Bei einer Verletzung der Haut kann es zum Aufplatzen des Blutschwämmchens kommen. In diesem Fall sollte die Wunde gut versorgt werden, um eine Infektion oder spätere Narbenbildung zu vermeiden.

Ein Hämangiom sollte keinesfalls aufgekratzt werden. Es kann dadurch nämlich zu einer Verletzung von Gefäßen und Blutungen kommen. Weiters kann sich ein aufgekratztes Hämangiom infizieren oder Narben bilden, weshalb auf eine gute Wundversorgung geachtet werden sollte.

Hämangiom Karteikarte

Erkrankung zusammengefasst

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Hämangiom

Blutschwämmchen, Blutschwamm

Betroffene

Organe(e):

Haut

Epidemiologie

  • Mädchen > Jungen (3:1)
  • kongenital oder in den ersten Lebenswochen auftretend (infantiles Hämangiom)

Risikofaktoren

  • ggf. genetische Komponente

Ursachen

  • nicht abschließend geklärt

Symptome

  • Hautveränderungen

Diagnose

  • Anamnese
    • Wann ist ihnen die Hautveränderung ihres Kindes zum ersten Mal aufgefallen?
    • Handelt es sich um eine rote Hautveränderung?
    • Hat sich die Hautveränderung in Größe und/oder Form verändert?
    • Wurde bei einem ihrer Angehörigen ein Hämangiom diagnostiziert?
  • Körperliche Untersuchung
    • Blickdiagnose
  • Ultraschalluntersuchung
    • Bei Hämangiomen der Leber oder anderer innerer Organe
  • MRT
    • Bei Hämangiomen der Leber oder anderer innerer Organe

Therapie

  • Watch and Wait
  • Operation

Prognose

  • gutartige Hautveränderung

Begriffe

Juckreiz

Juckreiz ist ein unangenehmes Gefühl der Haut, das den Drang zum Kratzen hervorruft. Er ist ein charakteristisches Merkmal vieler Hautkrankheiten und ein Anzeichen für einige systemische Krankheiten.
Eine Hautverletzung in Form einer Wunde und dessen Heilung bringen als Folge eine Narbenbildung mit sich. Narben sind in den meisten Fällen nur minimal von dem umliegenden Gewebe zu unterscheiden und bringt keine Beschwerden mit sich.

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