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Furunkel

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Geschrieben von
Jessica Papic (Ärztin)

Was sind die Ursachen und Risikofaktoren eines Furunkels?

Unter dem Begriff "Furunkel" (Haarbalgentzündung) versteht man eine eitrige Hautentzündung, die durch bakterielle Erreger hervorgerufen wird.

Bei einem Furunkel kommt es zur Entstehung entzündlicher Prozesse im Bereich eines Haarbalgs. Aus diesem Grund können sie an jeder behaarten Körperstelle auftreten. Zu den Hauptlokalisationen dieser eitrigen Entzündung zählen der Po, der Nacken, das Gesicht, die Achselhöhlen, die Genitalregion und die Innenseiten der Oberschenkel.

Wissenswert

Die für die Bildung eines Furunkels ursächlichen bakteriellen Erreger sind ein Teil der normalen, gesunden Hautflora und können bei guter Immunlage in Schach gehalten werden. In diesem Zustand werden die Bakterien als apathogen bezeichnet. Vor allem Staphylokokken wie das Staphylokokkus aureus spielen bei der Entstehung solcher entzündlicher Prozesse eine entscheidende Rolle.

Normalerweise sind diese Bakterien also nicht krankmachend und können keine Infektionen hervorrufen. Gerät das Immunsystem jedoch aus dem Gleichgewicht oder können die bakteriellen Erreger entlang des Haarbalgs in die Tiefe vordringen, so lösen sie dort entzündliche Prozesse aus.

Gleiches gilt auch dann, wenn die Zusammensetzung der natürlichen Hautflora in Schieflage gerät. Bei einer Haarbalgentzündung handelt es sich, weil die Auslöser normale Hautbakterien sind, in den meisten Fällen um eine sogenannte Eigeninfektion.

Das bedeutet, dass sich der Betroffene selbst mit seinen auf der Haut lebenden Bakterien infiziert hat. In einigen Fällen kommt es jedoch ebenfalls vor, dass ein Furunkel durch bakterielle Erreger, die mittels Schmierinfektion in den Haarbalg gelangen, hervorgerufen wird. In diesen Fällen liegt also eine Fremdinfektion vor.

Ein Furunkel wird zwar durch Bakterien verursacht, es gibt aber eine Vielzahl von Risikofaktoren, die die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten der Haarbalgentzündung deutlich steigern.

In diesem Zusammenhang spielen vor allem der Verschluss eines Haarfollikels durch einen Sekretstau und kleinste Hautverletzungen eine entscheidende Rolle. Außerdem lässt sich beobachten, dass Menschen, die eine Neigung zu allergischen Reaktionen (Atopie) aufweisen, deutlich häufiger ein Furunkel zu bilden.

Auch falsche Kleidung kann das Risiko für die Entstehung entzündlicher Prozesse im Bereich eines Haarbalgs steigern. Vor allem bei enger, scheuernder und luftundurchlässiger Bekleidung ist das Auftreten von Furunkeln keine Seltenheit.

Wissenswert

Im Allgemeinen entwickeln Männer deutlich häufiger Furunkel als Frauen. Grund dafür ist das deutlich größere Behaarungsmuster des männlichen Körpers. Bei Männern entwickeln sich die entzündlichen Prozesse im Bereich der Haarfollikel vor allem in frisch rasierten Regionen.

Das Risiko für die Entstehung einer solchen Entzündung kann durch die umsichtige Desinfektion dieser Regionen unmittelbar nach der Haarentfernung deutlich gesenkt werden.

Die wichtigsten Risikofaktoren für die Entstehung von Furunkeln zusammengefasst:

Es können verschiedene Risikofaktoren zu der Entstehung eines Furunkels beitragen. Diese können unabhängig voneinander dieses begünstigen oder auch wenn mehrere Risikofaktoren zusammen vorliegen, das Risiko noch weiter erhöhen. Die wichtigste Ursache stellt der Verschluss eines Haarfollikels dar. In der Folge kommt es zu einem Sekretstau, der zu einer Entzündung führen kann.

Auch kleinste Verletzungen, teilweise so klein, dass man sie noch nicht mal sehen kann, können eine Ursache darstellen. Jeder kennt die Mitesser nach einer Rasur, insbesondere im Intimbereich. Eine unzureichende Desinfektion nach einer Rasur oder Enthaarung stellt somit einen Risikofaktor dar. Aber auch mangelnde Körperhygiene, ein geschwächtes Immunsystem oder enge, scheuernde Kleidung können zur Entstehung beitragen.

Furunkel, unabhängig von deren Ausmaß, können unter Umständen von allein wieder abheilen. Dabei ist es wichtig, dass das Furunkel nicht berührt oder daran herumgedrückt wird. In besonders ausgeprägten Fällen und/oder wenn der Betroffene unter starken Schmerzen leidet, ist es aber unerlässlich, dass das Furunkel chirurgisch eröffnet und dadurch der im Furunkel herrschende Druck reduziert wird.

Die Entstehung von Furunkeln ist sehr häufig. Sie treten vor allem da auf, wo feuchtwarme Gegebenheiten vorliegen, denn genau das ist der ideale Lebensraum für die relevanten bakteriellen Erreger. Im Allgemeinen sind Männer deutlich häufiger von Furunkeln betroffen, als Frauen.

Was sind die Symptome eines Furunkels?

Da es sich bei einem Furunkel um eine Entzündung im Bereich eines Haarbalgs handelt, lassen sich bei den Betroffenen alle typischen Entzündungszeichen finden. Ein Furunkel zeigt sich in der Regel als lokale Schwellung der Hautoberfläche, in deren Mitte ein Eiterkern liegt. Aufgrund der entzündlichen Prozesse ist die Hautoberfläche unmittelbar um das Furunkel herum stark gerötet und überwärmt.

Durch den im Inneren liegenden Eiterkern kann unter Umständen enormer Druck auf das Gewebe einwirken. Aus diesem Grund kommt es bei den Betroffenen zur Entwicklung starker Schmerzen, die schon bei leichtem Druck von außen deutlich an Intensität zunehmen. Wird das Furunkel hingegen in einem kleinen chirurgischen Eingriff eröffnet, nehmen die Schmerzen umgehend an Intensität ab.

Wie wird der Furunkel diagnostiziert?

Untersuchungen bei Furunkel

Wenn ein Furunkel nicht von selbst abheilt oder besonders starke Schmerzen verursacht, ist es ratsam einen Arzt aufzusuchen. Die Diagnostik bei einem Furunkel gliedert sich dann in verschiedene Abschnitte.

Die Diagnostik bei dem Verdacht auf ein Furunkel gliedert sich in der Regel in verschiedene Schritte:

Zu Beginn findet ein ausführliches Arzt-Patienten-Gespräch (Anamnese) statt. Im Zuge dieses Gesprächs werden die beim betroffenen Patienten vorliegenden Beschwerden besprochen.

Dabei ist es besonders wichtig zu erfahren, wo die Beschwerden lokalisiert sind, welche Qualität die Schmerzen haben (dumpf, stechend, brennend, pochend) und seit wann sie bestehen. Außerdem ist es im Zuge des Arzt-Patienten-Gesprächs wichtig zu erfahren, ob mit dem Hauptsymptom weitere Beschwerden einhergehen.

Im Falle eines besonders ausgeprägten Furunkels sollte das Vorliegen von Fieber dringend ausgeschlossen werden. Darüber hinaus wird bei der Anamnese erfragt, ob bereits selbstständige Versuche der Therapie durchgeführt wurden.

Es erfolgt eine körperliche Untersuchung, bei der vor allem die betroffene Körperregion inspiziert wird. Während der Inspektion sucht der Arzt gezielt nach Erhebungen, Eiter und Krusten. Außerdem achtet er auf die typischen Entzündungszeichen (Rötung, Schwellung, Überwärmung, Schmerzen und eingeschränkte Funktionalität).

Im Anschluss daran wird auch die Haut an anderen Stellen begutachtet. Denn nur auf diese Weise kann sichergestellt werden, dass nirgendwo sonst Entzündungen vorliegen. Darüber hinaus sollte im Zuge der körperlichen Untersuchung der Lymphstatus geprüft werden.

Es kann im Fall von wiederkehrenden Furunkeln sinnvoll sein, einen Abstrich durchzuführen, um auf diese Weise die ursächlichen Erreger exakt zu bestimmen.

Achtung

Bei einem besonders ausgeprägten und/oder wiederkehrend auftretenden Furunkel können weitere diagnostische Maßnahmen sinnvoll sein. Das gilt vor allem dann, wenn der Verdacht auf möglicherweise noch unentdeckte Grunderkrankungen, die die Entstehung des Furunkels begünstigen, besteht. Diese Erkrankungen können, falls vorhanden, zeitnah diagnostiziert werden.

Therapie bei Furunkel

Bei einem Furunkel ist es besonders wichtig, dass dieses nicht angefasst und daran herumgedrückt wird. Grund dafür ist die Tatsache, dass sich die im eitrigen Sekret befindenden Bakterien andernfalls auf andere Körperstellen ausbreiten können. Außerdem besteht die Gefahr, dass sich das Furunkel nicht nach außen, sondern ins Körperinnere hin entleert und auf diese Weise zu einer Blutvergiftung (Sepsis) führt.

Ein Furunkel muss jedoch nicht in allen Fällen behandelt werden. Bei einer Vielzahl der betroffenen Patienten reicht es aus, die entzündete Körperstelle regelmäßig zu desinfizieren und im Anschluss trocken zu halten. Das Furunkel kann dann von selbst abheilen.

Kommt es jedoch nicht zeitnah zur selbstständigen Abheilung der entzündlichen Prozesse und/oder treten beim betroffenen Patienten starke Schmerzen auf, kann die chirurgische Eröffnung des Furunkels notwendig werden. Nach der Eröffnung kann der im Inneren des Furunkels liegende Eiter austreten und der Druck, der auf das Gewebe einwirkt, reduziert werden.

Aus diesem Grund nehmen die vom Patienten wahrgenommenen Schmerzen umgehend deutlich ab. Gelegentlich ist neben der chirurgischen Eröffnung zusätzlich die Einnahme eines Antibiotikums sinnvoll.

Darüber hinaus kann die lokale Anwendung von Rotlicht dabei helfen, die Heilung des entzündeten Gewebes zu beschleunigen.

Wie ist die Prognose eines Furunkels?

Kommt es zur Entstehung eines Furunkels, so heilt dieses in den meisten Fällen problemlos ab. Es gibt jedoch Patienten, bei denen im Zuge der entzündlichen Prozesse im Bereich des Haarbalgs Komplikationen auftreten.

Die wichtigste Komplikation, die im Zusammenhang mit einem Furunkel auftreten kann, ist die lebensbedrohliche Hirnhautentzündung. Darüber hinaus zählen Lymphknotenentzündungen und Blutvergiftungen (Sepsis) zu den häufigsten und gefährlichsten Komplikationen des Furunkels.

Wie kann man einem Furunkel vorbeugen?

Der Entstehung von einem Furunkel lässt sich in der Regel nicht sicher vorbeugen. Es gibt jedoch einige Risikofaktoren, die zur Vorbeugung entzündlicher Prozesse im Bereich eines Haarbalgs, reduziert werden sollten. Vor allem bei Personen mit Übergewicht besteht eine besonders hohe Gefahr, ein Furunkel zu entwickeln. Grund dafür sind die Hautfalten, in denen sich Körperflüssigkeiten sammeln können. Für die bakteriellen Erreger stellen diese Falten den idealen Lebensraum dar.

Hinweis

Wird das Gewicht reduziert, so wirkt sich das sowohl auf die Wahrscheinlichkeit der Entstehung eines Furunkels als auch auf eine Vielzahl von anderen Erkrankungen (zum Beispiel Diabetes mellitus und Herz-Kreislauf-Erkrankungen) aus. Darüber hinaus sollte auch bei schlankeren Menschen auf die Hygiene im Bereich von natürlichen Hautfalten besonderer Wert gelegt werden.

Bakterielle Erreger, die letztendlich für die Bildung dieser eitrigen Entzündung verantwortlich sind, fühlen sich in feuchtwarmer Umgebung besonders wohl und können sich dort besonders schnell vermehren.

Alternativmedizinische Behandlungsmöglichkeiten und Haushaltsmittel bei einem Furunkel

Neben der chirurgischen Eröffnung der eitergefüllten Schwellung gibt es einige Optionen aus dem Bereich der alternativen Medizin, die dabei helfen können das Furunkel zu behandeln. Besonders wichtig sind dabei Salben oder Tinkturen auf Ringelblütenbasis, die dabei helfen sollen, die entzündlichen Prozesse zu hemmen und das Furunkel deshalb schneller verschwinden zu lassen.

Darüber hinaus soll auch die Bildung des eitrigen Sekrets durch das regelmäßige Auftragen von Salben mit Ringelblüte gehemmt werden. Bei der Anwendung von alternativmedizinischen Behandlungsmethoden und/oder Hausmitteln muss jedoch stets beachtet werden, dass es eine Grenze gibt, bis zu der man diese Behandlungsoptionen ausprobieren kann.

Sollte es jedoch nicht zeitnah zur Besserung kommen, das Furunkel unter Anwendung der Hausmittel weiter wachsen und/oder der Patient unter zunehmenden Schmerzen leiden, ist dringend ein Arzt aufzusuchen. Eine chirurgische Eröffnung kann dann dabei helfen die Beschwerden zu lindern.

Zusammenfassung

Unter dem Begriff "Furunkel" (Haarbalgentzündung) versteht man eine eitrige Hautentzündung, die durch bakterielle Erreger hervorgerufen wird. Zu den typischen Symptomen eines Furunkels zählen Schwellungen,Hautrötungen, Überwärmung, Eiterbildung und mitunter extrem starke Schmerzen. Bei einem Furunkel ist es besonders wichtig, dass es mit den Händen nicht angefasst wird und man auf keinen Fall versucht die Eiteransammlung auszudrücken.

Häufig gestellte Patientenfragen, beantwortet

Nicht immer muss ein Furunkel chirurgisch behandelt werden. In den meisten Fällen kann die Haarbalgentzündung von selbst und ohne Intervention abheilen. Erst wenn dies nicht geschieht und/oder die vom Betroffnen wahrgenommenen Schmerzen zunehmen, muss dringend ein Arzt aufgesucht und eine geeignete Behandlung eingeleitet werden.

Leidet man an einem Furunkel, so darf dieses unter keinen Umständen ohne Schutzhandschuhe angefasst werden. Darüber hinaus sollte man niemals versuchen das Furunkel selbst auszudrücken. Grund dafür ist unter anderem die Tatsache, dass man dabei die ursächlichen Bakterie in andere Körperregionen streut. Außerdem besteht beim Ausdrücken einer Haarbalgsentzündung die Gefahr, dass sich das Furunkel nach innen entleert und bakterielle Erreger auf diese Weise in die Blutbahn gelangen. In Folge dessen kann eine Blutvergiftung (Sepsis) hervorgerufen werden.

Nicht bei jedem Menschen besteht das gleiche Risiko für die Entstehung eines Furunkels. Es gibt verschiedene Risikofaktoren, die die Wahrscheinlichkeit an einer Haarbalgentzündung zu erkranken deutlich steigern. Zu diesen Risikofaktoren zählen starkes Übergewicht, eine mangende Hygiene (vor allem im Bereich von Hautfalten) und ein geschwächtes Immunsystem. Auch das Tragen falscher Kleidung kann dazu führen, dass sich bakterielle Erreger in der Steißregion vermehren, über einen Haarbalg in die Tiefe vordringen und anschließend ein Furunkel hervorrufen. Durch die Reduktion dieser Faktoren kann die Wahrscheinlichkeit des Auftretens eines Furunkels effektiv gesenkt werden.

In den meisten Fällen bildet sich ein Furunkel von selbst und ohne Eingreifen zurück. Wenn dies nicht der Fall ist, der Betroffene besonders starke Schmerzen hat und/oder diese an Intensität zunehmen, sollte ein Arzt aufgesucht und eine geeignete Behandlung eingeleitet werden.

Ein Furunkel heilt in der Mehrzahl der Fälle ohne dass man etwas tun muss, von selbst ab. Zur Linderung der Schmerzen kann eine Salbe mit Ringelblütenextrakt aufgetragen werden. Dabei sollten zwingend Schutzhandschuhe getragen werden. Sollte das Furunkel nicht selbstständig abheilen und/oder zu zunehmenden Schmerzen führen, muss dringend ein Arzt aufgesucht werden.

Es ist immer sinnvoll ein Furunkel operieren zu lassen, wenn es nicht von selbst abheilt. Darüber hinaus stellen besonders starke und/oder zunehmende Schmerzen eine Indikation zu OP dar.

Da es sich bei einem Furunkel um eine entzündliche Hauterkrankung handelt, weisen Betroffene jedes der typischen Entzündungszeichen auf. Die Haut im Bereich des Furunkels ist geschwollen (im Inneren liegt der Eiter), gerötet und überwärmt. Darüber hinaus kommt es bei einer solchen Haarbalgentzündung zum Auftreten starker Schmerzen. In einigen Fällen leiden die Betroffenen zudem unter leichtem Juckreiz.

Normalerweise ist ein Furunkel nicht gefährlich. Versucht man jedoch die Eiteransammlung auszudrücken, so kann sich das Furunkel nach innen entleeren und eine Blutvergiftung (Sepsis) provozieren. Ansonsten kommt es bei der Entzündung des Haarbalgs eher selten zum Auftreten von Komplikationen.

Es ist garnicht selten, dass ein Furunkel reift und dann aufplatzt. In diesen Fällen ist darauf zu achten, dass die betroffenen Körperstelle sauber gehalten und das Furunkel regelmäßig desinfiziert wird. Bei der Versorgung des aufgeplatzten Furunkels ist es besonders wichtig, Schutzhandschuhe zu tragen. Andernfalls besteht die Gefahr, die für das Furunel ursächlichen Bakterien über die Hände und Finger zu streuen. Ein aufgeplatztes Furunkel bedeutet, dass der Heilungsprozess einsetzt. Außerdem verspüren Betroffene meist deutlich weniger Schmerzen, sobald das eitrige Sekret abfließen kann.

Die für die Bildung eines Furunkels ursächlichen Bakterien sind ein  Teil der normalen, gesunden Hautflora und können bei guter Immunlage problemlos in Schach gehalten werden. Normalerweise sind sie nicht krankmachend und können keine Infektionen hervorrufen. Gerät das Immunsystem aus dem Gleichgewicht oder können die bakteriellen Erreger entlang eines Haarbalgs in die Tiefe vordringen, so lösen sie dort entzündliche Prozesse aus. Bei der Haarbalgsentzündung handelt es sich deshalb in den meisten Fällen um eine Eigeninfektion. Das bedeutet, dass sich der Betroffene selbst mit seinen auf der Haut lebenden Bakterien infiziert. Es kommt jedoch vor, dass ein Furunkel durch bakterielle Erreger, die mittels Schmierinfektion in den Haarbalg gelangen, hervorgerufen wird.

Der Entstehung eines Furunkels lässt sich nicht sicher vorbeugen. Es gibt jedoch einige Risikofaktoren, die zur Vorbeugung entzündlicher Prozesse im Bereich eines Haarbalgs, reduziert werden sollten. Zu diesen Risikofaktoren zählen starkes Übergewicht,  mangende Hygiene (vor allem im Bereich von Hautfalten oder in den Achseln) und ein geschwächtes Immunsystem. Auch das Tragen falscher Kleidung kann dazu führen, dass sich bakterielle Erreger in der Steißregion vermehren, über einen Haarbalg in die Tiefe vordringen und anschließend ein Furunkel hervorrufen.

Kommt es zur Entstehung eines Furunkels, so können verschiedene Ärzte aufgesucht werden. Der erste Ansprechpartner sollte immer der Hausarzt sein. Verfügt dieser über eine chirurgische Zustzqualifikation, kann er die Behandlung selbst übernehmen. Andernfalls stellt er eine Überweisung aus. Wenn das Furunkel operativ therapiert werden muss, ist es sinnvoll einen Chirurgen aufzusuchen. Darüber hinaus kennt sich ein HAutarzt ebenfalls mit der Therapie bei Vorliegen eines Furunkels aus.

Furunkel Karteikarte

Erkrankung zusammengefasst

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Furunkel

Betroffene

Organe(e):

Haut

Epidemiologie

  • weltweit häufig
  • Männer > Frauen

Risikofaktoren

  • Immunschwäche
  • Diabetes mellitus
  • Durchblutungsstörung
  • Stase
  • Feuchtwarmes Klima
  • Hautläsionen
  • Mangelernährung

Ursachen

  • Staphylokokkus aureaus
  • Streptokokken
  • Gramnegative Erreger
  • Pilze

Symptome

  • Hautveränderungen

Komplikationen

  • Hirnhautentzündung
  • Sinusvenenthrombose
  • Sepsis

Diagnose

  • Körperliche Untersuchung
    • Blickdiagnose
  • Abstrich
    • Kultur und Antibiogramm
  • Blutkulturen
    • bei Verdacht auf Sepsis

Differenzial Diagnose

  • Akne
  • Rosacea

Therapie

  • Medikamente

Präventionsmaßnahmen

  • lockere und luftige Kleidung
  • Desinfektion und Pflege nach Haarentfernung
  • gesunde Ernährung/gesunde Lebensweise

Mögliche Vorsorgemaßnahmen

  • lockere und luftige Kleidung
  • Desinfektion und Pflege nach Haarentfernung
  • gesunde Ernährung/gesunde Lebensweise
  • bestimmte Ernährungsgewohnheiten

Prognose

  • im Allgemeinen gute Prognose

Begriffe

Blutvergiftung

Unter dem Begriff "Blutvergiftung" (Sepsis), versteht man ein lebensbedrohliches Multiorganversagen, das aufgrund einer fehlgesteuerten, systemischen Immunreaktion hervorgerufen wird.
Unter dem Begriff Diabetes mellitus versteht man eine Erkrankung, die durch eine Störung des Zuckerstoffwechsels hervorgerufen wird. Betroffene Personen weisen einen mitunter deutlich erhöhten Blutzuckerspiegel auf, der langfristig die Entstehung einer Reihe von Folgeerkrankungen triggern kann.
Von Fieber spricht man immer dann, wenn die Körpertemperatur über das normale Maß hinaus erhöht ist. Normalerweise liegt die Körpertemperatur des Menschen zwischen 36,0 und 37,4 Grad Celsius.
Unter den Staphylokokken versteht man eine ganz bestimmte Gruppe von Bakterien. Alle Bakterien, die zu der Gruppe der Staphylokokken gehören, sind Katalase positiv.

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