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Fehlgeburt

Was sind die Ursachen und Risikofaktoren einer Fehlgeburt?

Eine Fehlgeburt, fachsprachlich Abort genannt, ist der Verlust einer Schwangerschaft. Unterschieden wird zwischen einem Frühabort, bis einschließlich der 12ten Schwangerschaftswoche, und dem Spätabort, ab der 13ten Schwangerschaftswoche.

Es können unterschiedliche Ursachen und Risiken vorliegen, die zu einer Fehlgeburt führen. Häufig sind eine Infektion, eine Schwäche des Gebärmutterhalses oder ein vorzeitiger Blasensprung ursächlich. Auch eine Mehrlingsschwangerschaft und höheres Alter der Mutter geht mit einer erhöhten Abortrate einher. Körperlicher oder psychischer Stress stellt auch ein Risikofaktor dar. Es konnte zum Beispiel gezeigt werden, dass durch das Fortsetzen der Nachtdienste die Fehlgeburtsrate um ca. 23-60 % steigt.

Wissenswert

Sehr frühe Fehlgeburten sind häufig und werden von den Frauen häufig nicht bemerkt, was die Bestimmung der Häufigkeit erschwert. Jede 5te bis 10te Frau, die ihre Schwangerschaft bemerkt hat, erleidet einen Abort in den ersten 12 Wochen. Spätaborte sind dann deutlich seltener, bei 1-3 %.

Nachdem es zu der Befruchtung der Eizelle kam, beginnt diese sich zu teilen und zu einem Zellhaufen heranzuwachsen und über die Eileiter (Tuben) in die Gebärmutter zu wandern. Nach ungefähr 10 Tagen beginnt der Zellhaufen (Blastozyste) sich dort in die Schleimhaut der Gebärmutterwand einzunisten. An dieser Stelle entsteht der Mutterkuchen (Plazenta) der für die Versorgung des Kindes verantwortlich sein wird. Bei vielen Fehlgeburten ist die Versorgung durch den Mutterkuchen mit Sauerstoff oder Nährstoffen gestört, was in der Folge zum Verlust der Schwangerschaft führt. Insbesondere Medikamente, Drogen und Alkohol, aber auch Vitaminmangel wirken sich negativ auf die Versorgung des Embryos aus.

Aber auch Erkrankungen der Mutter wie eine Blutungs- oder Gerinnungsstörung, Stoffwechselerkrankungen und Veränderung der weiblichen Fortpflanzungsorgane, wie Fehlbildungen der Gebärmutter und Knoten, können eine erfolgreiche Einnistung verhindern oder ein frühes Absterben begünstigen. Die häufigste Ursache für einen Abort liegt allerdings bei genetischen Fehlern, die mit steigendem Alter der Eltern, insbesondere der Mutter, deutlich ansteigt. 

Was sind die Symptome einer Fehlgeburt?

Die Beschwerden einer Fehlgeburt sind sehr unterschiedlich und reichen von unbemerkten Verläufen bis zu lebensbedrohlichen Zuständen.

Insbesondere bei frühen Aborten können Beschwerden völlig fehlen, man spricht dann auch von einem "Missed Abort". In einigen Fällen sind die einzigen Anzeichen die zeitgleich verschwindende Übelkeit und Schwangerschaftsbeschwerden.

Sehr häufig kommt es bei dem Abort zu Blutungen, diese können plötzlich oder allmählich auftreten und können von leichten oder wehenartigen Unterbauchschmerzen begleitet sein. Insbesondere bei Infektionen kann es auch zu gelblich-grünem Ausfluss und allgemeinen Krankheitszeichen wie Kreislaufbeschwerden, Fieber und Schüttelfrost kommen.

In seltenen Fällen sind auch lebensbedrohliche Verläufe für die Schwangere möglich, dies betrifft insbesondere Risikoschwangerschaften und späte Fehlgeburten.

Wenn die Schwangere Auffälligkeiten beobachtet, sollte Sie frühzeitig mit Ihrer Hebamme oder Frauenärztin Kontakt aufnehmen. Blutungen, starken Schmerzen oder unangenehm riechender Ausfluss sind immer Alarmzeichen und sollten abgeklärt werden.

Wie wird die Fehlgeburt diagnostiziert?

Gerade zu Beginn der Schwangerschaft kann die Bestimmung des Hormons ß-HCG Wertes Aufschluss geben. Diesen Wert messen auch die üblichen Schwangerschaftstests. Das Humane Choriongonadotropin (ß-HCG) wird vom Mutterkuchen gebildet und steigt bei einer intakten Schwangerschaft zu Beginn täglich an - ein stagnierender oder sinkender Wert ist ein starker Hinweis.  Außerdem kann eine fehlende Entwicklung oder Verlust der Schwangerschaft von der Frauenärztin in der Ultraschalluntersuchung festgestellt werden. Die gynäkologische, körperliche Untersuchung der Scheide und des Muttermundes kann Aufschluss geben.

Therapie bei Fehlgeburt

Bei einer drohenden Fehlgeburt sollte körperliche und psychische Schonung erfolgen, manchmal ist Bettruhe erforderlich. Treten zusätzlich Wehen ein, kann versucht werden, diese medikamentös zu verzögern. Für Risikoschwangerschaften wird in einigen Fällen die Gabe von einem Gelbkörperhormon (Progesteron) empfohlen, um den Erhalt der Schwangerschaft in der Anfangsphase zu unterstützen.

Bei komplikativen Verläufen der Fehlgeburt, mit Blutungen, Schmerzen oder Fieber, ist immer eine Behandlung in der Klinik anzuraten.

Ist es zu einer Fehlgeburt gekommen, stehen mehrere Behandlungsmethoden zur Auswahl. Gerade bei frühen Fehlgeburten vor der achten Schwangerschaftswoche kann es ohne Hilfsmittel spontan oder gegebenenfalls mit Unterstützung eines Hormonpräparates in der Regel Zuhause erfolgen. Eine Rücksprache mit dem Frauenarzt ist unbedingt zu empfehlen, wo  die Prüfung der Vollständigkeit des Aborts mittels Ultraschall und/oder ß-HCG-Wert Messung erfolgen sollte.

Das Gewebeanteile zurückbleiben, gilt es unbedingt zu vermeiden, denn dies kann zu gefährlichen Entzündungen und bleibender Schädigung der Gebärmutterschleimhaut führen. Wenn Gewebe zurückgeblieben ist, kann dieses mittels Ausschabung entfernt werden. Die Ausschabung (Kürretage) ist eine kleine Operation und wird mittels eines chirurgischen Löffels in Narkose durchgeführt. Gegebenenfalls ist zusätzlich eine Hormongabe (Prostaglandin) empfohlen, um die Ausschabung zu erleichtern. Komplikationen sind selten, jedoch möglich.

Bei sehr späten Aborten muss die Schwangerschaftsanlage in der Regel auf dem natürlichen Weg geboren werden.

Hinweis

Nach einer Fehlgeburt ist Ruhe anzuraten, um Körper und Geist eine Erholung von der belastenden Situation zu ermöglichen.

Wie ist die Prognose einer Fehlgeburt?

Gerade Frühaborte sind häufig, mit 10-20 %. Es besteht ein leicht erhöhtes Risiko für erneute Fehlgeburten. Nach drei Aborten in Folge, sollte eine Ursachenabklärung erfolgen, um mögliche genetische, allgemeinmedizinische und gynäkologischen Risikofaktoren zu identifizieren und gegebenenfalls zu eliminieren.

Achtung

Eine Fehlgeburt kann mit einer massiven psychischen Belastung für die Frau einhergehen und dieser Stress kann eine erneute Schwangerschaft erschweren. Professionelle Begleitung und Beratung ist empfehlenswert. Auch Selbsthilfegruppen werden von vielen Betroffenen als entlastend beschrieben.

Alternativmedizinische Behandlungsmöglichkeiten und Haushaltsmittel bei einer Fehlgeburt

Um das Risiko einer Fehlgeburt zu reduzieren, sollte neben einer Stressreduktion auf eine ausreichende Nährstoffversorgung geachtet werden: besonders Folsäure, aber auch Vitamin D und Eisen. Rauchen, Drogen und Alkohol sollten unbedingt vermieden werden, bei Medikamenten sollte stets Rücksprache mit dem behandelnden Arzt gehalten werden. Leichte körperliche Betätigung wie Yoga können auch während der Schwangerschaft fortgesetzt werden.

Empfehlungen zur Nachsorge bei einer Fehlgeburt

Nach einem Abort sollte eine Bestimmung des ß-HCG oder eine Ultraschalluntersuchung erfolgen, um sicherzustellen, dass keine Gewebereste verblieben sind.

Bei Rhesus negativen Frauen sollte gegebenenfalls eine Anti-D Prophylaxe erfolgen, um Blutunverträglichkeiten bei einer erneuten Schwangerschaft vorzubeugen.

Besonders Frühaborte sind häufig und eine einmalige Fehlgeburt ist kein Grund für eine umfängliche Ursachenabklärung. Erst wenn es zu drei Aborten in Folge kommt, ist eine umfangreiche Ursachenabklärung indiziert. 

Eine Fehlgeburt ist in der Regel auch psychisch sehr belastend für die Frau. Es sollten Beratungen, Gespräche, Selbsthilfegruppen oder Psychotherapie angeboten werden.

Zusammenfassung

Der Verlust einer Schwangerschaft kommt sehr häufig vor und wird trotzdem aktuell noch wenig in der Gesellschaft thematisiert. Es gibt viele individuelle und allgemeine Risikofaktoren, mit zunehmendem Alter der Mutter steigt das Risiko für eine Fehlgeburt an und sinkt im Verlauf der Schwangerschaft und zunehmender Reife des Kindes ab. Sehr frühe Fehlgeburten verlaufen oft spontan, manchmal sogar unbemerkt, es kann aber auch zu massiven Schmerzen, Blutungen und lebensbedrohlichen Verläufen kommen, bei denen eine medikamentöse oder chirurgische Entfernung der Leibesfrucht nötig werden kann.

Häufig gestellte Patientenfragen, beantwortet

Das ist sehr unterschiedlich: einige merken es gar nicht, andere verspüren weniger Schwangerschaftsbeschwerden wie Übelkeit und andere haben massive Schmerzen. Ein Schwangerschaftstest oder die Ultraschalluntersuchung bei der Gynäkologin kann Sicherheit geben.

Die Häufigkeit einer Fehlgeburt singt im Verlauf der Schwangerschaft.

Das ist sehr unterschiedlich.

Das lässt sich nicht pauschal sagen und ist sehr individuell unterschiedlich.

Wenn der Abgang der Schwangerschaftsanlage unvollständig ist und Gewebereste zurückgeblieben sind sollte eine Ausschabung erfolgen.

Ja, insbesondere in den ersten Wochen ist eine unbemerkte Fehlgeburt (missed abort) möglich.

Genaue Zahlen sind sehr schwirig zu erheben, da sehr frühe Aborte besonders häufig, zu dem Zeitpunkt von der Schwangeren aber oft noch nicht bemerkt wurde. Jede 5te bis 10te Frau die die Schwangerschaft bemerkt hat erleidet einen Abort in den ersten 12 Wochen. Spätaborte sind dann deutlich seltener, bei 1-3%.

Die Schwangerschaftsanlage stirbt ab.

In der Regle ist es rot, kann aber bei Infektionen auch verfärbt sein oder bei Gerinnugnsstörungen dunkel verklumpt erscheinen.

Es ist empfehlenswert sich bei seinem/r Gynäkolog*in vorzustellen und festzustelllen, ob die Leibesfrucht vollstädig abgegangen ist oder ob es Interventionen bedarf um Reste zu entfernen.

Eine Fehlgeburt kann sich sehr unterschiedlich äußern und reicht von unbemerkten Verläufen bis zu lebensbedrohlichen Zuständen. Insbesondere bei frühen Aborten können Beschwerden völlig fehlen, man spricht dann auch von einem "Missed Abort". In einigen Fällen sind die einzigen Anzeichen die zeitgleich verschwindende Übelkeit und Schwangerschaftsbeschwerden. Sehr  häufig kommt es bei dem Abort zu Blutungen, diese kann plötzlich oder allmählich auftreten und kann von leichten oder wehenartigen Unterbauchschmerzen begleitet sein. Insbesondere bei Infektionen kann es auch zu gelblich-grünem Ausfluss und allgemeinen Krankheitszeichen wie Kreislaufbeschwerden, Fieber und Schüttelfrost kommen. In seltenen Fällen sind auch lebensbedrohliche Verläufe für die Schwangere möglich, dies betrifft insbesondere Risikoschwangerschaften und späte Fehlgeburten.

Fehlgeburt Karteikarte

Erkrankung zusammengefasst

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Fehlgeburt

Abord

Epidemiologie

  • Risiko 28.–31. SSW: Ca. 8%
  • Risiko 32.–36. SSW: 1–2%
  • Ca. 50–70% aller Schwangerschaften davon rund 30% vor der Implantation
  • Risiko steigt mit dem Alter

Risikofaktoren

  • hohes maternales Alter
  • späte erste SS
  • vorangegangene Fehlgeburt
  • Alkoholkonsum
  • Drogenabusus
  • Rauchen
  • ionisierende Strahlung

Ursachen

  • Endokrinologische Ursachen (z.B. DM)
  • Fehlbildungen der Genitalien maternal (z.B. Uterusfehlanlage)
  • Tumoren der Gebärmutter
  • Systemische Ursachen (z.B. Fieber)
  • Traumatische Ursachen
  • Infektionen (z.B. Chlamydien)

Symptome

  • Vorzeitiger Blasensprung
  • Wehen
  • Zervixinsuffizienz

Komplikationen

  • Febriler Abort
  • Versterben von Mutter und/oder Kind

Diagnose

  • Körperliche Untersuchung
    • Gynäkologische Untersuchung
  • Kardiotokografie
    • Aufzeichung von Wehentätigkeit und kindlicher Herzfrequenz
  • Ultraschalluntersuchung
    • transabdominelle oder transvaginale Sonografie zur Darstellung der kindl. Herztätigkeit
  • Laboruntersuchung
    • Blutuntersuchung: CRP, Leukos
    • Urinuntersuchung
    • Untersuchung auf vaginale Erreger
  • Spezifische Tests
    • Fibronektin-Test

Therapie

  • Unterstützung
  • Medikamente
  • Operation

Präventionsmaßnahmen

  • Nikotinverzicht
  • Alkoholverzicht
  • Drogenabstinenz
  • körperliche Schonung wenn indiziert
  • gefährliche Sportarten meiden

Mögliche Vorsorgemaßnahmen

  • Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchungen

Begriffe

Fieber

Von Fieber spricht man immer dann, wenn die Körpertemperatur über das normale Maß hinaus erhöht ist. Normalerweise liegt die Körpertemperatur des Menschen zwischen 36,0 und 37,4 Grad Celsius.

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