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Dupuytren-Kontraktur

Was sind die Ursachen und Risikofaktoren einer Dupuytren-Kontraktur?

Die Palmaraponeurose ist eine Sehnenplatte auf der Handinnenfläche, welche primär dem Schutz der darunter liegenden Nerven und Gefäße dient. Außerdem setzen einige Muskeln der Hand hier an. Aus bislang ungeklärten Gründen (man nennt dies auch "idiopathisch") kann das Bindegewebe der Palmaraponeurose anfangen, sich zu vermehren. Dadurch wird diese dicker und verhärtet und verkürzt sich. Durch Letzteres fällt es den Patienten schwer, vor allem den Klein-, aber auch den Ringfinger zu strecken. Es entsteht eine sogenannte Beugekontraktur: Die beiden Finger sind durch den Zug der verkürzten Palmaraponeurose kontinuierlich in Richtung Hohlhand gebeugt. Häufig sind beide Hände von der Erkrankung betroffen. Diese Erkrankung nennt man dann Dupuytren-Kontraktur. Männer sind häufiger von einer Dupuytren-Kontraktur (auch Morbus Dupuytren, Dupuytrensche Kontraktur, Dupuytren-Krankheit) betroffen als Frauen. Bei den meisten Patienten tritt sie zwischen dem 40.- 60. Lebensjahr auf.

Zwar weiß man noch nicht genau, warum dieses Krankheitsbild entsteht, jedoch gibt es einige Risikofaktoren, die das Auftreten der Dupuytren-Kontraktur scheinbar begünstigen. Hierzu zählt einmal die Familiengeschichte: Wenn Angehörige von der Erkrankung betroffen sind, hat man selbst auch ein erhöhtes Risiko hierfür, da die Veranlagung für die Krankheit genetisch vererbt wird. Des Weiteren können Alkohol und Nikotin, sowie vorherige wiederholte Verletzungen der Hand die Erkrankung begünstigen.

Auch organische Erkrankungen, z.B. der Bauchspeicheldrüse oder der Leber , können eine Rolle bei der Entstehung der Erkrankung spielen. So tritt die Dupuytren-Kontraktur gehäuft gemeinsam mit Stoffwechselerkrankungen wie einem Diabetes Mellitus , oder einer Leberzirrhose auf, aber auch generell bei Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis, oder bei Autoimmunerkrankungen.

Wissenswert

Bei der Dupuytren-Kontraktur, auch Morbus Dupuytren genannt, handelt es sich um eine Erkrankung der sogenannten Palmaraponeurose. Die Erkrankung ist nach dem Baron Guillaume Dupuytren benannt, da dieser die Erkrankung im Jahr 1882 das erste Mal beschrieben hat.

Was sind die Symptome einer Dupuytren-Kontraktur?

Oft kommt es im Rahmen der Verdickung der Palmaraponeurose zur Ausbildung von kleinen, tastbaren Knötchen an der Handinnenfläche. Manche Betroffenen beklagen zudem Schmerzen. Diese können entstehen, weil es durch die Veränderung und Verhärtung der Palmaraponeurose zu einer Reizung der umliegenden Nerven kommen kann. Außerdem belastet viele Betroffene die zunehmende Beugekontraktur und somit die eingeschränkte Beweglichkeit der Finger.

Im Anfangsstadium macht sich die Krankheit oft nur durch ein Spannungsgefühl in der Hand und leichte Probleme beim Strecken der Finger bemerkbar.

Wie wird die Dupuytren-Kontraktur diagnostiziert?

Die Diagnose wird entweder vom Hausarzt oder vom Orthopäden gestellt. Der entsprechende Arzt untersucht die Hand und befragt den Patienten ausführlich nach seiner Krankheitsgeschichte. Hier kann zum Beispiel die Frage nach betroffenen Angehörigen schon einen ersten Hinweis auf die Diagnose liefern. Bei der Untersuchung der Hand kann der Arzt gegebenenfalls die knotigen Veränderungen und die Verdickung der Palmaraponeurose tasten. Außerdem testet er die Beweglichkeit der Finger und kann eine Stadieneinteilung des Schweregrads der Dupuytren-Kontraktur vornehmen.

Therapie bei Dupuytren-Kontraktur

Je nachdem wie stark die Beschwerden des Patienten sind, kann man erst einmal abwarten. Eine konservative Therapie mit Massagen oder Krankengymnastik kann die Erkrankung leider nicht aufhalten. In niedrigeren Krankheitsstadien oder leichteren Verläufen können diese Maßnahmen aber helfen, um im Alltag besser zurechtzukommen, und die Schmerzen gegebenenfalls lindern.

Hinweis

Wenn der Patient sich zunehmend durch die Erkrankung in seinem Alltag eingeschränkt fühlt, bespricht der Arzt mit ihm die verschiedene Therapieoptionen. Diese kommen infrage, wenn der Betroffene starke Schmerzen bspw. beim Greifen von Gegenständen verspürt, oder aber durch die Beugekontraktur seine Finger nicht mehr richtig bewegen kann.

Mögliche therapeutische Möglichkeiten sind: die operative Entfernung eines Teils oder sogar der gesamten Aponeurose, gegebenenfalls eine Strahlentherapie oder die Injektion einer Kollagenase.

Die Dupuytren-Operation ist heutzutage immer noch die Standardbehandlung bei einer fortgeschrittenen Dupuytren-Kontraktur. Hierbei wird der sichtbar erkrankte und verdickte Teil der Palmaraponeurose entfernt. Je nachdem, wie ausgeprägt der Befund ist, kann die Operation mehrere Stunden lang andauern. Wie bei jeder Operation kann es hierbei auch zu Risiken wie Infektionen, Nachblutungen oder Verletzungen der umliegenden Strukturen kommen.

Bei der minimalinvasiven Injektionstherapie wird eine Kollagenase in die Palmaraponeurose injiziert. Hierbei handelt es sich um ein Enzym, welche das Bindegewebe der Palmaraponeurose spalten und somit die Elastizität wieder herstellen soll, damit die Finger wieder vollständig gestreckt werden können. Leider bildet sich das krankhaft veränderte Bindegewebe nur teilweise zurück. Der Vorteil der Therapie liegt aber darin, dass der Eingriff unkomplizierter ist, als die herkömmliche Operation. Allerdings kann es auch bei einer Injektion zu Infektionen, Nachblutungen und Verletzungen der umliegenden Strukturen kommen. Da das Verfahren noch relativ neu ist, kann man zudem noch nicht viel darüber sagen, wie lange die Besserung der Beschwerden anhält.

Für einige Patienten kommt auch eine Strahlentherapie der Dupuytren-Kontraktur infrage. Diese wird in speziellen Zentren mittels Röntgenstrahlung durchgeführt. Laut der aktuellen Studienlage ist diese Form der Therapie am wirksamsten, wenn man hiermit in einem relativ frühen Stadium der Erkrankung beginnt. Bei einer Bestrahlung kann es zu Nebenwirkungen wie bspw. einer sogenannten Strahlendermatitis (Entzündung der Haut ), sowie Hauttrockenheit kommen. Bei einigen Patienten kann hierdurch eine die Erkrankung verlangsamt, oder sogar aufgehalten werden.

Wie ist die Prognose einer Dupuytren-Kontraktur?

Die Dupuytren-Kontraktur ist eine gutartige Erkrankung. Die Lebenserwartung der betroffenen Patienten ist nicht eingeschränkt. Leider ist nach heutigem Stand keine Heilung der Erkrankung möglich. Auch nach einer Operation kann es grundsätzlich zu einer Rückkehr der Erkrankung kommen.

Hinweis

Da der Verlauf und das Fortschreiten der Erkrankung individuell sehr unterschiedlich sein können, ist die Einschränkung der Patienten im Alltag sehr unterschiedlich.

Empfehlungen zur Nachsorge bei einer Dupuytren-Kontraktur

Nach einer Dupuytren-Operation ist eine passende Nachbehandlung wichtig. Diese sollte individuell auf den Betroffenen abgestimmt werden. Oft erfolgt die Nachsorge dort, wo der Patient operiert wurde oder bei einem Orthopäden. Manche Ärzte empfehlen nach der Operation beispielsweise Physiotherapie oder das Tragen einer Nachtschiene.

Zusammenfassung

Bei der Dupuytren-Kontraktur handelt es sich um eine Bindegewebevermehrung der sogenannten Palmaraponeurose, die mit einer zunehmenden Einschränkung der Fingerbeweglichkeit einhergehen kann. Betroffene merken in der Anfangsphase oft nur ein Spannungsgefühl in der Handinnenfläche. Die Therapie ist kompliziert, da die Erkrankung bedauerlicherweise auch nach einer Operation zurückkehren kann.

Häufig gestellte Patientenfragen, beantwortet

Bei starker Einschränkung der Fingerbeweglichkeit oder starken Schmerzen. Manche Ärzte sagen man sollte operieren, wenn der Patient die Hand nicht mehr flach auf den Tisch legen kann.

Leider nicht. Es gibt therapeutische Optionen wie bspw. eine Operation. Allerdings kann die Krankheit leider auch im Anschluss an eine Operation zurückkehren.

Eine Schwellung, sowie Schmerzen nach einer Operation sind bis einige Tage nach der Operation normal. Je nachdem wie genau die Operation durchgeführt und wie ausgeprägt der Befund war, kann die Schwellung sogar noch einige Wochen nach der Operation fortbestehen. Da dies im Einzelfall sehr unterschiedlich sein kann, sollten Sie im Zweifelsfall bei Ihren behandelnden Ärzten nachhören, ob dies in Ihrer Situation noch normal ist.

Leider kann man hierzu keine konkrete Aussage treffen, da dies individuell sehr unterschiedlich ist. Manche Patienten haben einen sehr schnellen Verlauf, während andere jahrelang nur leichte Einschränkungen bemerken.

Man kann aufhören zu Rauchen und Alkohol konsumieren. Es besteht außerdem die Möglichkeit einer krankengymnastischen Behandlung zur Beschwerdelinderung. In schwereren Fällen kommen eine Operation oder ggf. eine Strahlentherapie oder eine Injektionstherapie in Frage.

Hausarzt oder Orthopäde.

Nein. Die Erkrankung ist glücklicherweise gutartig und bleibt auf die Hand beschränkt. Die Lebenserwartung ist bei Betroffenen unverändert.

Die Ursache des Dupuytren ist bislang noch ungeklärt. Man vermutet eine genetische Ursache. Es gibt ein paar Risikofaktoren die man selbst beeinflussen kann, hierzu zählen Nikotin, Alkohol, sowie Verletzungen der Hand.

Dupuytren-Kontraktur Karteikarte

Erkrankung zusammengefasst

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Dupuytren-Kontraktur

Morbus Dupuytren, Dupuytrensche Kontraktur, Dupuytren-Krankheit

Risikofaktoren

  • Vererbung
  • Diabetes mellitus
  • Leberzirrhose
  • Epilepsie
  • Adipositas

Ursachen

  • Verkürzung der Sehnen der Hand

Symptome

  • Verhärtung
  • Fehlstellung Finger

Diagnose

  • Körperliche Untersuchung
    • Inspektion und Bewegungsprofil der Hand im Seitenvergleich

Therapie

  • Operation

Prognose

  • schreitet unterschiedlich schnell vorn
  • Rezedive auch nach OP möglich

Begriffe

Diabetes mellitus

Unter dem Begriff Diabetes mellitus versteht man eine Erkrankung, die durch eine Störung des Zuckerstoffwechsels hervorgerufen wird. Betroffene Personen weisen einen mitunter deutlich erhöhten Blutzuckerspiegel auf, der langfristig die Entstehung einer Reihe von Folgeerkrankungen triggern kann.
Die Leberzirrhose ist das Endstadium einer chronischen Lebererkrankung. Durch chronische Lebererkrankungen kommt es zur Zerstörung der Leberzellen, die nach und nach ihre Funktion nicht mehr ausüben können.

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