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Bartholinitis

Geschrieben von Bassem Maalouf
Frau hält sich im Schritt.

Was sind die Ursachen und Risikofaktoren bei Bartholinitis?

Die eher unbekannten Bartholin-Drüsen (glandulae vestibulares majores) sind Geschlechtsdrüsen der Frau. Bei sexueller Erregung geben sie eine Flüssigkeit ab, die beim Geschlechtsverkehr wie ein natürlicher Gleitfilm wirkt. Die Ausführungsgänge der Bartholin-Drüsen münden in den sogenannten Scheiden-Vorhof, also zwischen die beiden inneren Schamlippen in die Region des Einganges der Scheide (Vagina). Auf jeder Seite gibt es eine Drüse und entsprechend einen Ausführungsgang. Sie sind sehr klein und können kaum gesehen werden.

Es kann vorkommen, dass die Bartholin-Drüsen (meistens nur einseitig) sich entzünden. Grund dafür kann eine einfache Entzündung der Drüse oder des Ausführungsganges sein, denn im Falle einer Entzündung schwillt das Gewebe an und kann den Ausführungsgang verschließen. Dies führt dazu, dass die Flüssigkeit nicht mehr abfließen kann und die Drüse weiter entzündlich anschwillt. Hinzu kommt, dass oft Bakterien durch den sehr kurzen Ausführungsgang in die Drüse gelangen und dort ebenfalls zur Entzündung beitragen.

Was sind die Symptome einer Bartholinitis?

Entzündet sich eine der Bartholin-Drüsen (Bartholinitis) schwillt diese in der Regel an, sodass die innere Schamlippe vor allem im hinteren Bereich auf einer Seite vergrößert und gerötet aussieht. Die Vulva, also das gesamte äußere Geschlechtsteil, kann dabei sehr asymmetrisch aussehen.

Eine Entzündung kann in diesem Bereich sehr starke Schmerzen hervorrufen, sodass normale Bewegungen, wie Sitzen, Gehen oder Fahrradfahren nicht mehr schmerzfrei möglich sind.

Wie wird Bartholinitis diagnostiziert?

Oft reicht die Beschreibung der Beschwerden und eine körperliche Untersuchung durch die Ärztin, um die Diagnose einer Bartholinitis zu stellen. In einigen Fällen, etwa, wenn es schon öfter zu einer Entzündung kam, kann auch ein Abstrich gemacht werden, um herauszufinden, welche genaue Bakterienart verantwortlich ist.

Therapie bei Bartholinitis

In leichten Fällen kann es ausreichen, den entzündeten Bereich gut zu kühlen und für eine kurze Zeit Medikamente zu nehmen, die gegen die Schmerzen helfen und die Entzündung bekämpfen. Es kann helfen Sitzbäder zu machen oder nasse Umschläge z.B. Waschlappen auf den Bereich zu legen. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass die Badezusätze entzündungshemmend (antiinflammatorisch) oder desinfizierend (antiseptisch/antibakteriell) sind. Apotheken bieten hier eine breite Auswahl und gute Beratung.

Sollten die Beschwerden unter diesen Maßnahmen nicht binnen einiger Tage besser werden oder die Schmerzen oder Schwellung bereits zu Beginn sehr ausgeprägt sein, sollte nicht gezögert werden, eine Ärztin aufzusuchen. In schweren Fällen kann eine Behandlung mit einem Antibiotikum notwendig sein. In einigen Fällen kann es dazu kommen, dass sich eine Eiteransammlung unter der Haut (Pseudoabszess) bildet - diese wird dann von einer Ärztin mit einem kleinen chirurgischen Eingriff behandelt (Marsupialisation).

Insbesondere dann, wenn Bakterien als Ursache vermutet werden, die auch Geschlechtskrankheiten verursachen können, sollten die Partner ebenfalls behandelt werden, um zu verhindern, dass die Bakterien hin und her übertragen werden. Auf Geschlechtsverkehr sollte während der Entzündung komplett verzichtet werden.

Wie ist die Prognose bei Bartholinitis?

Eine Bartholinitis kann je nach Schwere ein bis zwei Wochen andauern, bis sie vollständig abgeheilt ist. Es können erneute Entzündungen auftreten, die dann von einer Ärztin begutachtet werden sollten.

Alternativmedizinische Behandlungsmöglichkeiten und Haushaltsmittel bei einer Bartholinitis

Sitzbäder können auch mit pflanzlichen Zusätzen gemacht werden, die oben genannten Eigenschaften haben, etwa Zaubernuss, Kamillenblüten oder Eichenrindenextrakt.

Empfehlungen zur Nachsorge bei einer Bartholinitis

Heilt die Entzündung unter der Behandlung ab, bleibt keine Schwellung oder Schmerzen zurück, ist keine Nachsorge notwendig.

Zusammenfassung

Die Bartholinitis ist eine schmerzhafte, meist einseitige Entzündung mit Rötung und Schwellung im Bereich der inneren Schamlippe. Sie kann häufig mit einfachen Maßnahmen behandelt werden, braucht in schweren Fällen aber eine ärztliche Behandlung mit Antibiotika und selten auch einen kleinen chirurgischen Eingriff.

Quellen
  • Hahn, H. 2005. Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie 5ed.: Springer.
  • Kaufmann, M. 2013. Die Gynäkologie. 3 ed.: Springer.
  • Keck, C. 2019. Facharztprüfung Gynäkologie und Geburtshilfe. 3 ed.: Thieme.
  • Neumann, G. 2010. Gynäkologische Infektionen. 1 ed.: Springer.
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Bartholinitis einfach erklärt

Häufigkeit

  • v.a. bei jungen Frauen

Risikofaktoren

  • schlechte Intimhygiene
  • übermäßige Intimhygiene
  • Gonorrhoe
  • Chlamydien

Ursachen

  • eingeengter oder verschlossener Ausführungsgang der Bartholindrüse
  • Staphylococcus aureus
  • E.coli

Symptome

  • Rötung
  • Schwellung
  • Schmerzen
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr

Komplikationen

  • Sepsis
  • Bartholin-Zyste

Diagnose

  • Anamnese
    • Ist der untere Bereich ihrer Schamlippen stark gerötet?
    • Ist der untere Bereich ihrer Schamlippen geschwollen?
    • Haben sie Schmerzen im Bereich der Schamlippen?
    • Nehmen diese Schmerzen unter Druck zu?
    • Haben sie Schmerzen beim Geschlechtsverkehr?
  • Körperliche Untersuchung
    • Untersuchung der Intimregion: Teils Golfball- große Schwellung und starke Rötung im Bereich der Schamlippe sichtbar.

Therapie

  • Medikamente
  • Supportive Maßnahmen

Präventionsmaßnahmen

  • umsichtige Intimhygiene

Prognose

  • Risiko der Bildung einer Bartholin-Zyste

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